Ausgleichszahlung für Abzüge beim Versorungsausgleich

von
Karl Auer

Beim der Scheidung wurden mir fast 300€ bei der Rente abgezogen. Diese kann ich für ca. 70.000€ Einzahlung wieder ausgleichen.
Gibt es hierfür ein Formular?

Experten-Antwort

Hallo Karl Auer,
die Antwort ist nein. Es gibt kein Formular.
HINWEIS:
Falls Ihre Ehescheidung schon längere Zeit in der Vergangenheit liegt, sollten sie sich vorab aktuelle Zahlen zum ausgleichbaren Betrag anfordern. Je nach Zeitpunkt der Ausgleichszahlung verändert sich der zu zahlende Betrag von Jahr zu Jahr geringfügig.

von
Bin 65 und bin zufrieden wenn ich noch für 10-15 Jahre durchatme.

Sehr geehrter Herr Auer,

zu Ihrem Vorhaben

Männer: 2017 durchschnittlich 17,9 Jahre.
Die Betonung liegt auf durchschnittlich. Na, wenn ich mir so täglich die Todesanzeigen in der Zeitung anschaue, wieviele Beitragszahler noch
nicht mal die Chance hatten, in die Nähe der erforderlichen Beitragszeit zu kommen um einen Rentenantrag überhaupt stellen zu können, würde
ich mir das mit den 70.000 nochmal reiflich überlegen. Aber vielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, die 100 Jahre und älter werden? Wer weiß?

70.000 : 300 = 233,33 Monate, entspricht 19,42 Jahren.
Dieser Kommentar ist nur ein mathematischer Denkanstoß. Entscheiden müssen Sie es selbst. Ich wünsche Ihnen ein langes Leben.

Anbei noch ein nützlicher Link

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/Rentenatlas/2018/rentenatlas_2018_zeit_des_rentenbezugs_kopie.html

Experten-Antwort

Denkanstöße sind immer hilfreich, sollten dann aber alle Richtungen betrachten.

Hier mal 2 Denkanstöße in anderer Richtung:
- Wie viel der Beiträge können steuertechnisch als Altersvorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden. Hier kann das Finanzamt unter Umständen an der Beitragszahlung beteiligt werden, da Ihre Einzahlungen ihre Steuerlast mindern bzw. Ihre Steuererstattung erhöhen könnten. Bitte befragen sie dazu den Steuerberater Ihres Vertrauens.
- Wenn Sie regelmäßig Finanzzeitungen lesen (z.B. Finanztest/Finanztipp o.ä.), dann werden sie dort regelmäßig Vergleiche finden, wo Einmalzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung mit privaten Sofortrenten gegen Einmalzahlung verglichen werden. Seit einiger Zeit schneiden dort Einmalzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung im Vergleich sehr positiv ab.

Denkanstöße hin oder her. Am Schluss geht es wohl um die grundsätzliche Frage, ob man einen Haufen Geld aus der Hand geben möchte um lebenslang eine monatliche Leistung zu bekommen. Falls dieses Vorsorgekonzept einem zuspricht, so sollte man Einzahlungen die gesetzliche Rentenversicherung auf jeden Fall in die nähere Betrachtung ziehen.