Auskunft für den Arbeitgeber

von
Herzenswunsch

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 63 Jahre alt und mein Betrieb "möchte mich los werden".

Da ich die Regelaltersgrenze erst mit 65 Jahren und 10 Monaten erreiche, soll ich klären, welche Summe der Betrieb in die RV einzahlen müsste, damit ich keine Abzüge hätte.

Meine Frage an Sie: Hat der AG ein Recht diese Info zu bekommen.

Vielen Dank

Herzenswunsch

von
W°lfgang

Hallo Herzenswunsch,

ein Beispiel: bei einer mittleren Rente von 1500 EUR beträgt Ihr Abschlag (10,2 % für Jahrgang '56) rd. 150 EUR. Der wäre mit etwas 37.000 EUR auszugleichen. Nicht zu vergessen ist dabei, das bei vorzeitigem Beschäftigungsende fast 3 weitere Jahre Beitragszeiten bis zu Regelaltersgrenze fehlen - bei Durchschnittseinkommen (aktuell 38.901 EUR) gehen Ihnen da zusätzlich 100 EUR Brutto-Monatsrente durch die Lappen. Bei nur 15 Jahren Lebenserwartung/Rentenbezugsdauer geht das an/über 16.000 EUR - die _nicht_ durch Beitragszahlungen in Ihr Rentenkonto ausgeglichen werden können.

Natürlich hat der AG kein 'Recht', diese Zahlen, geschweige denn die Höhe Ihrer Rente überhaupt zu erfahren. Für Sie und den AG gilt Ihr Arbeitsvertrag, der grundsätzlich bis zur Regelaltersrente läuft.

Wenn Ihr AG bereits ist, Ihnen 60.000 EUR in die Hand zu drücken – auf Basis der hier dargestellten fiktiven Zahlen -, würde ich zuschlagen - noch 2 Jahre ALG hintendran, dann ist die Rechnung perfekt :-)

Frage ist natürlich auch, was _Ihr_ Ziel ist ...weniger Geld/ggf. folgend ALG /weniger Rente - früher zuhause, und/ob Sie mit geringerer Rentenerwartung über die Runden kommen können, und wie Sie ggf. eine Abfindung *) einsetzen wollen (aufs heimische Konto und häppchenweise verbrauchen/oder Ausgleichszahlung in die DRV)

*) ...Vorsicht hier vor Steuern -> Steuerberater fragen! Gilt gleichermaßen für eine Ausgleichszahlung, ggf. in Raten während ALG-Bezug bis zum tatsächlichen Rentenbeginn.

Hier kommen mehrere Betrachtungsweisen zusammen, die nicht allein von einem Rentenberater aufgelöst werden können!

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo User Herzenswunsch,

Ihr Arbeitgeber versucht eine soziale Möglichkeit zu finden, damit Sie ohne große Verluste an Ihrer Rente Ihr Beschäftigungsverhältnis aufgeben.
Bevor Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wegen eines möglichen Endes Ihres Beschäftigungsverhältnisses, Kontakt aufnehmen, ist eine ausführliche Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung sehr zu empfehlen. In dieser Beratung bekommen Sie dann auch den Antrag zur Ausrechnung der Ausgleichssumme für Rentenminderungen. Wenn Sie dann die Auskunft der Deutschen Rentenversicherung bekommen, ist es Ihre eigene Entscheidung, ob Sie weiterhin bei Ihrem Arbeitgeber arbeiten möchten oder Ihm die Ausgleichssumme mitteilen.
Auch sind die steuerlichen Aspekte, wie User W°lfgang Ihnen genannt hat, zu beachten.
Beim Beratungsgespräch ist auch der Aspekt der Arbeitslosigkeit nach Ende der Beschäftigung zu besprechen.