Auskunft Krankenkasse

von
Jürgen

Kann mir bitte jemand folgende Frage beantworten?
Ist es üblich, wenn die Krankenkasse während des Bezugs von Krankengeld hin und wieder den Patienten anruft, um nach dem Stand der Genesung zu fragen oder wann eine Arbeitsaufnahme erfolgen könnte?

von
Staatsdiener

Lieber Jürgen,

das kommt in der Tat vor, insb. wenn Sie bei der sog. 'Gesundheitskasse' versichert sind - schließlich sorgt man sich um Ihre Gesundheit (ganz bestimmt überlegen die dabei nicht, ob man was vom Krankengeld sparen könnte *zwinker*).

Antworten Sie auf alle Fragen höflich aber bestimmt und verweisen Sie ggf. auf die lfd. ärztliche Behandlung.

Ernst wird es erst wieder, wenn Sie zum MDK kommen sollen - dann will Ihre KK es genau wissen. Aus einem solchen Termin kann dann eine sog. 10-Wochen-Frist werden und wenn die läuft, dann geht der Telefonterror erst recht los ... im Moment also ruhig Blut, wenn Sie krank sind (was ich annehme) und nicht krank machen (soll auch schon vorgekommen sein...)

von
Rosanna

Ja, habe ich auch schon gehört. Die KK will halt möglichst schnell aus der Leistung rauskommen...

von
Nix Rente

Dies ist ein Forum der deutschen Rentenversicherung.

von
Jürgen

Erstmal vielen Dank. Kurze Nachfrage: Rein rechtlich ist dieses Vorgehen aber in Ordnung?

von
Staatsdiener

Lieber Jürgen,

wenn Sie eine Rechtsgrundlage wollen, dann schauen Sie sich das an:

"SGB V § 1 Solidarität und Eigenverantwortung

Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewußte Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken"

Den Telefonterror ... äh ... 'die telefonische Fürsorge' kann man sicher als Aufklärung, Beratung oder sogar als Leistung ansehen. Laden Sie den oder die Anrufer doch auf ein Käffchen zu sich nach Hause ein - unter Umständen ist dann ein paar Tage (Wochen?) Ruhe! Oder fragen Sie höflich, ob das die Behandlung ist, die man selber in einer solchen Situation erleben möchte - auch das wirkt schon mal Wunder! Schönen Abend dennoch!

von
Realist

Warum sollte es wohl verboten sein, sich bei jemandem nach dessen Wohlbefinden zu erkundigen?

Es soll sogar Arbeitsvermittler geben, die ihren krankgeschriebenen "Kunden" telefonisch gut Besserung wünschen. Ist doch eine nette Geste, oder nicht?

Als ich vor meiner Berentung "dauerkrank" war, hat sich meine Krankenkasse sogar sorgenvoll bei meinem Arbeitgeber nach eventuellen Arbeitserleichterungen für mich erkundigt. Auch meine behandelnden Ärzte wurden dahingehend befragt, wie lange ich denn wohl noch AU wäre. Ich war richtig gerührt, über soviel Mitgefühl!

Mein GKV-Sachbearbeiter hat mir sogar unverblümt mitgeteilt, dass auf diese Weise schon so mancher Simulant enttarnt wurde.

Ich war aber kein Simulant und deswegen störte mich das Alles nicht im geringsten!

von
Kurt

das ist wohl ahnlich wie bei der RV, nur die will nicht reinkommen

Experten-Antwort

An dem Verlauf der Diskussion auf die Eingangs gestellte Frage wurde erkennbar, dass verschiedene Krankenkassen durchaus telefonische Erkundigungen einziehen. Dazu sind sie auch berechtigt, ob dies "üblich" ist ?
Dieses Forum der Deutschen Rentenversicherung beschäftigt sich mit Fragen "Rund um die Rente".

von
Maxi

@Staatsdiener: Längst nicht nur bei der "Gesundheitskasse", mir ging es bei einer angeblich renommierten Ersatzkasse nicht besser.
Fing damit an, dass mein (ahnungsloser) Mann dort wegen Beratung zur anstehenden Frühreha+Reha angerufen hatte, weil er von den Ärzten der Intensivstation wenig und widersprüchliche Auskünfte erhielt. Der "Berater" meinte, dann erst mal Entlassungsberichte anfordern zu müssen und schickte ihm einen Vordruck, den ich auf der Intensivstation (geistig noch längst nicht wieder ganz da) auch unterschrieb. Ich vergaß das dann auch erst mal wieder.
Nach der Entlassung 3 Monate später rief der KK-"Berater" alle paar Wochen an, um sich nach den Fortschritten in der Therapie zu erkundigen. Beim ersten Mal hatte ich jede Menge Fragen zu ambulanten Therapeuten, dazu wusste der "Rehaberater" aber auch nichts außer etwa "erkundigen Sie sich mal, ich melde mich wieder". Drei Monate nach Rehaentlassung dann zum MDK, und einige Wochen später kam dann der bekannte Reha-/Rentenantrag, den ich bei der DRV stellen musste...
War mir zu diesem Zeitpunkt auch schon egal, völlige oder gar baldige Genesung hatte ich mir da schon abgeschminkt. Die DRV -Sachbearbeiter waren übrigens deutlich angenehmer.