Auslandsarbeit

von
Horst Wendorf

Seit vielen Jahren habe ich in verschiedenen Entwicklungsländern mit dem Deutschen Entwicklungsdienst gearbeitet. Lediglich 1999 war ich für ein halbes Jahr in Deutschland und bezog Arbeitslosengeld.Im November diesen Jahres endet mein Vertrag in Zambia und ich werde 2-3 Jahre bei einem zambischen Unternehmen mitarbeiten. Das wäre das erste mal nicht mit einem deutschen Arbeitgeber zu arbeiten. Ich bin 59 und alle Voraussetzungen für meine Rente sind erfüllt. Kann ich freiwillige Beiträge in der Rentenversicherung leisten und wie würden sie sich bemessen? Lohnt sich das überhaupt? Was ist wenn ich die Rentenversicherung ruhen lasse und keine Beiträge leiste? Zur Zeit habe ich Anspruch auf 18 Monate Arbeitslosengeld, soweit ich weiß. Bleibt dieser Anspruch bestehen und wie lange. Was müßte ich überhaupt tun wenn ich nach Ende meines Vertrages nicht nach Deutschland zurückkehre und hier weiterarbeite? Was ist mit der Pflegeversicherung die z.Zt an die Barmer bezahlt wird vom DED. Ich bin in Deutschland abgemeldet aber der DED hat als deutscher Arbeitgeber alle Sozialleistungen bisher übernommen.

von
no name

So lange Sie von einem deutschen Arbeitgeber beschäftigt werden, der auch Ihren Lohn zahlt, und Sie von diesem Arbeitgeber für eine von vornherein befristete Zeit ins Ausland entsandt werden, fällt dies unter die Ausstrahlung nach § 4 SGB IV. Damit müssen für Sie RV-Beiträge von Ihrem Arbeitgeber entrichtet werden.

Zu Ihrer Frage nach der freiwilligen Versicherung: Sollten Sie in den 2 - 3 Jahren in Zambia als Entwicklungshelfer im Sinne des Entwicklungshelfer-Gesetzes tätig sein, haben Sie die Möglichkeit, die Versicherungspflicht bei Ihrem zuständigen RV-Träger zu BEANTRAGEN (§ 4 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB VI). Diese Möglichkeit besteht auch für "Deutsche, die für eine BEGRENZTE Zeit im Ausland beschäftigt sind" (§ 4 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SGB VI)

Die freiwillige Versicherung nach § 7 SGB VI könnten Sie ebenfalls beantragen, da Sie nicht nach deutschem Recht versicherungspflichtig sind und das 16. Lebensjahr bereits vollendet haben. § 7 sagt ausdrücklich: "Dies gilt auch für Deutsche, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben."

Die freiwillige Versicherung bietet den Vorteil, dass Sie nicht an die Beschäftigung geknüpft ist. Die Versicherungspflicht auf Antrag endet jedoch erst, wenn die Beschäftigung beendet wird...

Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für die freiwillige Versicherung sind derzeit 400,00 € (§ 167 SGB VI). Gemäß der Formel für die Beitragsberechnung nach § 157 SGB VI würde sich ein Mindestbeitrag von 79,60 € monatlich (Beitragssatz 19,9 % - 2007) errechnen, den Sie allein zu tragen haben. Sie können natürlich auch einen höheren Beitrag zahlen.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Antwort von no name ist soweit korrekt.
Ergänzend kann noch gesagt werden, dass Sie durch die Zahlung von weiteren Beiträgen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente erhalten können. Bei der Zahlung von freiwilligen Beiträgen allerdings nur, wenn vor 1984 bereits für 60 Monate Beiträge entrichtet wurden und ab Januar 1984 alles lückenlos belegt ist.
Anspruch auf Arbeitslosengeld hat nur, wer bei der deutschen Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet ist. Ob dieser Anspruch bei einer Rückkehr nach Deutschland besteht, müsste mit der Agentur für Arbeit geklärt werden.
Bezüglich Ihrer Frage zur Pflegeversicherung wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse.