Aussteuerung, Rehaantrag, Erwerbsmiderungsrente, Altersrente

von
Florina

Hallo,

mein Vater (Geb. 1950, Schwerbehinderung 100%) ist seit langer Zeit krankgeschrieben, da er bereits drei Operationen an der Wirbelsäule hatte und er nicht seinen alten Beruf zu 100% ausüben kann. Ist noch immer beim Arbeitgeber eingestellt. Zum Ende des letzten Jahres sollte er einen Reha-Antrag stellen (Aufforderung KK). Da er dann durch eine Wiedereingliederungsmaßnahme beim jetzigen Arbeitgeber täglich 4 Std. tätig war, wurde alles wieder zurück gezogen. Leider hat sich der Arbeitgeber quer gestellt und möchte die Stelle zu 100% ausgefüllt bekommen. Daher wurde mein Vater wieder krankgeschrieben. Nun sollte er im Juli einen erneuten Reha-Antrag stellen, doch die KK hat den alten Reha-Antrag nie zurück gezogen. Der zuständige Arzt der DRV hat ihn untersucht und nun wurde der Reha-Antrag abgelehnt. Im Schreiben steht, dass eine Umwandlung in eine Rente geprüft wird, aber im gleichen Schreiben, anderes Blatt , wird bereits von einer Umwandlung in eine Rente gesprochen. Soll nun zur DRV und Antrag bestätigen lassen. Schreiben von KK folgte sehr zeitnah, Aufforderung zum Rentenantrag bis 19.08., sonst werde kein Krankengeld mehr gezahlt. Zum 09.September folgt nun die Aussteuerung. Was soll er nun tun? Seine EM-Rente ist sehr gering und davon kann man nicht leben. Zur Zeit wird auch eine Altersrente in Betracht gezogen, aber seine Zeiten aus dem EU-Ausland sind noch nicht vollständig berechnet. Was würde ein Widerspruch bringen bezüglich des Reha-Antrags? Bzw. wenn nicht Widerspruch, wann kann er mit der Bewilligung der EM-Rente rechnen? Was kann man noch tun?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Florina

von
KSC

Lassen Sie sich persönlich vor Ort beraten, das ist sinnvoller als hier im online Forum.

Allerdings sollte bei einem 61 jährigen Schwerbehinderten doch schon alles geklärt sein, oder etwa nicht?

Man hat in diesem Alter doch schon x mal einen Versicherungsverlauf erhalten und könnte sich schon längst um die deutschen und die Zeiten im EU Ausland gekümmert haben.

Aus deutscher Sicht ist es von der Höhe her egal ob er die volle EM Rente oder die Altersrente für Schwerbehinderte erhält.

Ob die 35 Versicherungsjahre für die Altersrente allerdings erfüllt sind, weiß keiner im Forum (vielleicht nicht, weil die Auslandszeiten noch offen sind?).

Ob ein Widerspruch gegen die Reha Ablehnung sinnvoll ist? Eigentlich nur, wenn Sie und Ihr Vater daran glauben, dass die Reha ihm hilft wieder einige Zeit in Vollzeit weiterarbeiten zu können.
Aber will er das wirklich?

Oder natürlich aus taktischen Überlegungen, weil Sie "Spielchen spielen" wollen um das höhere Krankengeld längstmöglich zu retten.....
Aber wenn es um diese finanztaktischen Spielchen geht, sind Sie wahrscheinlich längst "ausberaten" und dann verstehe ich diese Anfrage nicht wirklich.....

Wie gesagt, ein 61 jähriger Schwerbehinderter weiß in aller Regel, dass er ab 60 in Rente gehen kann...:)
Das ist auf jeden Fall meine langjährige Erfahrung als Berater der DRV.

von
Florina

@KSC

Vielen Dank für Ihre Antwort! Da die Auszahlung von Krankengeld in einigen Wochen sowieso beendet wird, sind wir nicht an "Spielchen" interessiert. Uns ist eher wichtig zu wissen, wie die Erfahrungswerte in diesen Bereichen sind. Besonders, da alle beteiligten Stellen mit anderen Informationen aufwarten. Die Berechnung aller Zeiten haben wir bereits öfter veranlasst und die 35 Versicherungsjahre sind auch erfüllt, aber leider wurden Dokumente nicht gefunden bzw. sind nie angekommen usw. (So die Informationen der zuständigen Beratungsstelle!) Daher wurden diese nun wieder eingereicht und sind auch in Bearbeitung, was aber sicherlich noch dauern wird. Aber Sie haben mir trotzdem schon sehr gut weitergeholfen.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Florina

von
Ahnung

Kann eben problematisch werden, wenn man das Krankengeld bis zum letztmöglichen Termin mitnehmen will...
Auslandszeiten hätte man sicher schon vor Jahren klaren können; wie lange das jetzt dauert, kann Ihnen, wenn überhaupt, höchstens der Sachbearbeiter sagen!

von
Volker

Wenn ihr Vater sich in die Altersrente für Schwerbehinderte " flüchten " kann sollte er dies auf jeden Fall vorrangig tun.

Das Zeiten aus dem Ausland bisher nicht vollständig geklärt sind, finde ich - in dem Alter - auch etwas ungewöhnlich. Das sollte eigentlich zu so einem Zeitpunkt und vor allem angesichts der ja seit letzten Jahr schon laufenden Vorgeschichte bzw. des Verfahrens eigentlich schon lange in trockenen Tüchern sein und ist damit nicht der Rentenversicherung anzulasten...Das hat er dann selbst " verbockt " und muss die Konsequenzen daraus jetzt tragen .

Ansonsten gibt es für ihren Vater jetzt keine weiteren anderen Auswahlmöglichkeiten mehr, zumal ja auch die Aussteuerung aus der Krankenkasse Anfang September und damit unmittelbar bevorsteht.

Falls Altersrente noch nicht geht, MUSS er dann sofort den EM-Antrags stellen und sollte dies auch - im eigenen Interesse - sofort tun, um den Ablauf des EM-Verfahrens nicht noch weiter zu verzögern !!

Wenn der Rentenantrag jetzt nicht fristgerecht lt. Aufforderung der Kasse bis zum 19.8. geschieht wird, wird - normalerweise - die Kassel die Krankengeldzahlung sofort für die restliche Anspruchsdauer bis zur Aussteuerung einstellen. Aber da es dann ja nur noch um ca. 2,5 Wochen bis zur Aussteuerung am 8.9. geht, lässt sich das zum einen ja - veilleicht- verschmerzen und die Kasse auch erweichen und zahlt bis zuletzt.

Wenn die RV den erneuten Rehantrag abgelehnt hat, weil bereits eine Erwerbsminderung vorliegt, ist eine med. Reha völlig sinnlos und wird zu Recht nicht genehmigt. Dann bekommt ihr Vater eben gleich die EM-Rente. Da wäre dann ein Widerspruch gegen den abgelehnten Rehaantrag wohl auch sinnlos.

Wie lange die Prüfung des EM-Antrages dann letztlich noch dauern wird, kann ihnen hier niemand sagen. Das ist immer und nur Einzelfallabhängig.

Ihr Vater sollte sich aber auf jeden Fall sofort nachdem er das Schreiben der Kasse bezüglich der Aussteuerung erhält bei der Agentur für Arbeit melden um ALG I zu erhalten bis über den EM-Antarg letztlich entschieden wurde. Er muss sich dann mit diesen Leuten dort " rumschlagen " und das ist wirklich - oft - alles andere als angenehm... Zumal auch die AfA sofort ihren Vater dann zur EM-Rentenantragstellung aufgrund der ganzen Vorgeschichte auffordern wird !

Ihr Vater sollte sich wiirklich jetzt ganz ganz schnell noch vernünftig beraten lassen ( bei einem Sozialverband oder einem Fachanwalt für Sozialrecht ), da die Gemengenlage bei ihrem Vater doch wohl etwas kompliziert zu sein scheint.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Florina,
aufgrund der Aufforderung zur Reha-Antragstellung durch die Krankenkasse ist das Dispositionsrecht Ihres Vaters eingeschränkt. Eine Altersrente kann nur dann eingewiesen werden, wenn sich kein späterer Rentenbeginn als für eine Rente wegen Erwerbsminderung ergibt. In der Regel hat Ihr Vater dadurch keinen Nachteil. In diesem Fall wäre eine individuelle Beratung durchaus angebracht. Allerdings würde ich zunächst das kostenlose Angebot der Beratungsstellen in Anspruch nehmen, bevor ein Rechtsanwalt zu Rate gezogen wird.