Auswirkungen Reha Entlassungsbericht?

von
sonjalein

Hallo.
Bevor ich mit den rehaarzt spreche möchte ich mich hier informieren.
bin seit monaten arbeitsunfähig krank geschrieben und bin jetzt auf reha.
Arzt empfiehlt eine lta entlässt mich jedoch arbeitsfähig. Obwohl ich schmerzen habe.

Frage.
Was heisst das für mich?
Einerseits sagt der arzt ich könnte noch 6 stunden am tag arbeiten zum anderen empfiehlt er eine lta. Und das im status arbeitsfähig!

Wird nun nach reha mein krankengeld gestoppt
Und falle ich ins alg1?
Job habe ich ja keinen.

Oder erhalte ich nach der reha weiterhin krankengeld bis zu einer lta entscheidung?

Danke

von
Krämers

Die Entlassung als Arbeitsfähig aus einer Reha ist nur eine Empfehlung an den behandelnden Arzt, gilt nur noch für den Tag der Entlassung und hat demnach keine grosse Bedeutung.

Ihr Arzt kann Sie dann am Tag nach der Entlassung aus der Reha durchaus weiter krankschreiben, wenn er dies für angezeigt und vor allem auch vertretbar gegenüber der Krankenkasse hält. Die Entlassung als Arbeitsfähig aus einer Rehamassnahme heisst also ganz und gar nicht, das ihr behandelnden Arzt Sie dann nicht weiter krank schreiben darf. Natürlich ist es grundsätzlich besser aus einer Reha als Arbeitsunfähig entlassen zu werden, weil man ja sonst doch etwas in Erklärungsnot gegenüber seinem Arzt kommt...

Sollte die Krankenkasse in den Besitz des Rehaabschlussberichtes gelangen könnte natürlich selbige ihre weitere Arbeitsunfähigkeit und laufende Krankschreibung durch ihren Arzt anzweifeln und durch den MDK überprüfen lassen. Das kann rein papiermässig als auch im Rahmen einer Begutachtung erfolgen.
Stellt der MDK dann fest , das Sie wirklich nicht mehr Arbeitsunfähig sind, sondern Arbeitsfähig wird die Krankengeldzahlung eingestellt. Dagegen können Sie sich dann nur noch mit Rechtsmitteln wehren.

Wenn der Rehaarzt bei ihnen eine LTA empfhielt können Sie sicher dieser "Empfehlung " anschliessen und einen entsprechenden Antrag stellen oder auch nicht. Zu so einer Massnahme zwingen kann man Sie nicht.

Wenn die Rehaklinik Sie aber als mehr als 6 Stunden ERWERBSfähig eingestuft hat werden Sie keine EM-Rente bekommen. Der med. Dienst der RV bewertet zwar alle med. Unterlagen die über Sie vorliegen , schliesst sich aber doch in der Mehrzahl der Fälle immer der Einschätzung im Rehabericht dann an. Oft wird auch im Rehaabschlussbericht gleich eine Berentung für eine gewisse Zeitz empfohlen. Dies ist bei ihnen ja nicht der Fall, da man Sie ja seitens der Rehaklinik gar nicht für Erwerbsgemindert hält. Darum eben der Vorschlag einer LTA.

Ob die Krankenkasse während eines laufenden Antrages auf LTA weiterhin Krankengeld zahlt, liegt in derem Ermessen. Die reine Beantragung irgendeiner Leistung bei der Rentenversicherung ( z.b. EM-Rente, Teilhabe etc. ) birgt keine automatische Weiterzahlung des Krankengeldes durch die Krankenkasse. Die Kasse muss und wird dies dann nicht tun, wenn man Sie als Arbeitsfähig ansieht bzw. durch den MDK selbige festgestellt hat.Entscheidend für die Krankengeldzahlung ist alleine das Votum des MDK. Solange aber wie die Arbeitsunfähigkeit nicht von ihrer Kasse angezweifelt wird oder eben zweifelsfrei vom MDK attestiert wurde, gibt es dann auch das Krankengeld weiterhin.

Wenn die Krankengeldzahlung eingestellt würde, bleibt ihnen nur der Weg zur Agentur für Arbeit um einen ALG I Antrag zu stellen.

von
Aber

Zitiert von: Krämers

Wenn die Rehaklinik Sie aber als mehr als 6 Stunden ERWERBSfähig eingestuft hat werden Sie keine EM-Rente bekommen. Der med. Dienst der RV bewertet zwar alle med. Unterlagen die über Sie vorliegen , schliesst sich aber doch in der Mehrzahl der Fälle immer der Einschätzung im Rehabericht dann an.

Gerade in bezug auf die Einschätzung der Rehaklinik mit mehr als 6 Stunden ERWERBSfähig, gibt es auch Einzelfälle, in denen der sozialmedizinische Dienst der RV das Leistungsvermögen in der eigenen Stellungnahme nach unten korrigiert und evtl. doch ein Rentenanspruch entstehen kann.

Experten-Antwort

Hallo sonjalein,

das weitere Verfahren nach der medizinischen Reha-Maßnahme ist höchst indivuduell. Insofern können wir hier keine Prognose über den späteren Verlauf abgeben.
Ihr behandelnder Arzt wird mit Ihnen über eine eventuell weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit entscheiden. Falls Ihre Krankenkasse hierzu Bedenken hat, wird sie ggf. den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) hinzuziehen.
Bezüglich des weiteren Verfahrens beim Rentenversicherungsträger, wird der Entlassungsbericht der Klinik ausgewertet. Je nach Ergebnis werden bei der geschilderten Sachlage, vermutlich Leistungen/Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Sie geprüft.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: Krämers

Hallo sonjalein,

das weitere Verfahren nach der medizinischen Reha-Maßnahme ist höchst indivuduell. Insofern können wir hier keine Prognose über den späteren Verlauf abgeben.
Ihr behandelnder Arzt wird mit Ihnen über eine eventuell weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit entscheiden. Falls Ihre Krankenkasse hierzu Bedenken hat, wird sie ggf. den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) hinzuziehen.
Bezüglich des weiteren Verfahrens beim Rentenversicherungsträger, wird der Entlassungsbericht der Klinik ausgewertet. Je nach Ergebnis werden bei der geschilderten Sachlage, vermutlich Leistungen/Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Sie geprüft.

"Bezüglich des weiteren Verfahrens beim Rentenversicherungsträger, wird der Entlassungsbericht der Klinik ausgewertet."

Sehr geehrter Experte,

hat es sich in Ihren Kreisen immer noch nicht herumgesprochen, dass eine Auswertung der Rehaberichte nur dann statthaft ist, wenn der Betroffene der Offenbarung VORHER SCHRIFTLICH zugestimmt hat (Man lese § 100 SGB X)?

Gesetze gelten wohl nur für die Kunden, aber nicht für die DRV?