Auswirkungen Schwerbehinderung in ATZ Phase

von
Loriot

Ich beginne derzeit mit der aktiven Phase meiner ATZ-Zeit. Die ATZ endet 1,5 Jahre vor meinem regulären Renteneintrittsalter (das wäre 66 Jahre und 9 Monate). Ich hätte nach den durchgeführten Berechnungen ca. 7,3% Rentenabschläge.
Ich habe derzeit einige gesundheitliche Probleme die u.U. zu einer Schwerbehinderung führen könnten. Sofern ein GdB von 50% anerkannt würde (was noch offen ist) könnte ich ja 2 Jahre früher abschlagsfrei in Rente gehen. Das Ende meiner ATZ ist aber 6 Monate später. Würde das dann die Rente erhöhen oder gäbe es die Möglichkeit der nachträglichen Anpassung der ATZ-Vereinbarung, damit diese früher endet?

Experten-Antwort

Hallo Loriot,
Änderungen des ATZ-Zeitraums (Gesamtumfang der ATZ) wären mit dem Arbeitgeber abzustimmen, sind aber möglich (wenn beide Seiten dem zustimmen).
Mit einem Schwerbehindertenausweise (GdB mind. 50%) gehen Sie später natürlich in die Schwerbehindertenaltersrente (hierfür müssen mind. 35 Jahre Rentenzeiten vorhanden sein).
Die zum Beginn der ATZ erwartbaren/erwarteten Rentenabschläge von 7,3% (hier ist man und konnte man ja noch nicht von einer Schwerbehindertenaltersrentenmöglichkeit ausgehen) würden dann natürlich kleiner ausfallen.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 30.12.2020, 16:52 Uhr]

von
W°lfgang

Zitiert von: Loriot
Ich beginne derzeit mit der aktiven Phase meiner ATZ-Zeit. Die ATZ endet 1,5 Jahre vor meinem regulären Renteneintrittsalter (das wäre 66 Jahre und 9 Monate). Ich hätte nach den durchgeführten Berechnungen ca. 7,3% Rentenabschläge.
Ich habe derzeit einige gesundheitliche Probleme die u.U. zu einer Schwerbehinderung führen könnten. Sofern ein GdB von 50% anerkannt würde (was noch offen ist) könnte ich ja 2 Jahre früher abschlagsfrei in Rente gehen. Das Ende meiner ATZ ist aber 6 Monate später. Würde das dann die Rente erhöhen oder gäbe es die Möglichkeit der nachträglichen Anpassung der ATZ-Vereinbarung, damit diese früher endet?

Ergänzend:

> Würde das dann die Rente erhöhen oder gäbe es die Möglichkeit der nachträglichen Anpassung der ATZ-Vereinbarung, damit diese früher endet?

Sowohl als auch. Ein späterer Rentenbeginn bei GdB 50 nach Ende der 'abschlagsbehafteten' Zeit dieser Rente mit weiteren Versicherungszeiten (die 6 Monate extra ATZ-Zeit) erhöhen natürlich die Rente. Eine Anpassung der ATZ-Vereinbarung für ein früheres Beschäftigungsende (kürzere Laufzeit = kürzere aktive Arbeitszeit) ist mit dem Arbeitgeber abzustimmen - siehe Experten-Antwort.

Achten Sie allerdings drauf, das Ihr AG nicht den 'GdB-Joker' zieht, um danach generell die ATZ-Phase von sich aus zu verkürzen (nun volle/ungekürzte Altersrente möglich = wir brechen die ATZ vorzeitig ab = Störfall). Da gibt es ein BAG-Urteil, das Sie davor schützt, als schwerbehinderter Mensch in der ATZ-Phase schlechter gestellt zu werden, weil Sie in der vereinbarten ATZ 'plötzlich' GdB 50 erhalten haben. Gibt es dazu 'Stress', ggf. Personal-/Betriebsrat einschalten.

Gruß
w.