Banksparplan

von
Häuslebauer

Moin,

mich interessiert, warum alle Welt empfiehlt; einen Riester-Banksparplan abzuschließen, wenn man bauen will? Warum nicht einen Fondssparplan oder eine Versicherung? Ich danke Euch für Antworten.--

Experten-Antwort

Eine Riester-Rente kann auch zur Baufinanzierung genutzt werden.
Dabei ist die Entnahme von Vertragsguthaben in Form einer Beleihung der eigenen Riester-Rente möglich, allerdings nur, wenn das vorhandene Guthaben mindestens 10000 EURO erreicht hat. Die Beleihung ist bis max. 50000 EURO möglich. Voraussetzung für eine Beleihung ist der Erwerb oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum.
Sollten Sie den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum planen, ist einer Riester Banksparplan empfehlenswert. Fonds unterliegen nun mal den Kursschwankungen an den Börsen, Riester-Rentenversicherungen den gestaffelten Rückkaufswerten. Daher eignen sie sich nicht für die Beleihung.

Also, wenn der Riester-Vertrag zur Baufinanzierung genutzt werden soll, sollte es ein Sparvertrag sein.

von
Schwarzwälder

Bedenken Sie aber bei einer Finanzierung wie lange es dauern wird, bevor Sie das erste Mal Geld aus dem Riester Vertrag entnehmen können. Selbst beim Höchstbetrag sind das ein paar Jahre. Außerdem geben Sie sich praktisch mit Ihrem eigenen Geld ein zinsloses Darlehen.
Für den ausgezahlten Betrag entfallen Ihnen die Guthabenzinsen und Sie müssen den ausbezahlten Betrag in Raten wieder einbezahlen und zusätzlich weiterhin den "normalen" Riestervertrag bedienen.
Bei den momentanen Zinsen bei einer Baufinanzierung sollten Sie daher prüfen, ob nicht ein Bankdarlehen oder eine Finanzierung über Bausparvertrag günstiger ist. Empfehlen würde ich Ihnen dafür eine Beratung bei der Verbraucherzentrale.

Experten-Antwort

Dem Beitrag von Herrn Schwarzwälder vom 23.01.08, 10:38 Uhr kann nicht widersprochen werden.
Die entnommene Summe aus dem Altersvorsorgevermögen muss ab dem übernächsten Jahr nach der Entnahme unverzinst in gleichen Raten bis zum Beginn der Rente dem Vertrag wieder zufließen, damit sie für die Altersvorsorge zur Verfügung steht. Für die Dauer der Entnahme entfällt die Verzinsung der bereits aufgebauten Altersvorsorge. Die spätere Leistung wird deshalb entsprechend geringer ausfallen.
Um weiter die Zulagen zu erhalten, müssen zusätzlich zur Tilgung des Entnahmebetrages weiterhin Mindesteigenbeiträge geleistet werden.
Ob also diese "modifizierte Entnahme" wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt u.a. auch vom dann ansonsten fälligen Zinssatz eines Baudarlehens ab.
Im Übrigen denkt der Gesetzgeber derzeit über eine Modifizierung der Eigenheimförderung innerhalb der Riester-Rente nach.

von
Amadé

Von den Produkten mit staatlich angelegten Fesseln ist der Riester-Banksparplan am flexibelsten und für ein etwaiges in Aussicht stehendes Bauvorhaben das bestgeeignete Produkt, um vorzeitig an das Geld zu kommen. Der aktuelle Kursrutsch bei den Börsen sollte Ihnen verdeutlichen, dass ein Aktienfondssparplan für solche Zwecke eben nicht geeignet ist.

Außerdem sollten Sie bei dieser Problematik nicht den Beitrag von Monitor aus dem Blickwinkel verlieren und meine folgend vorgeschlagene Strategie ernsthaft prüfen:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=76282&dekade=15

Da der Vorschlag von Amadé kam, hat sich sogleich ein Heer von Experten und Usern aufgemacht, um diesen als "Schwarzmalerei" zu brandmarken, es dabei aber peinlichst vermieden, sich mit den Fakten auseinander zu setzen.

Kommt der selbe Strategievorschlag einige Tage später von Stiftung Warentest, dann ist dieser natürlich gut - entscheiden Sie selbst.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,528565,00.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,529601,00.html

von
Maria L.

Hallo Häuslebauer,

der entscheidende Faktor für Ihr Sparvorhaben ist die vorgesehene ANSPARZEIT.

In wie vielen Jahren wollen Sie denn bauen?

Wenn die Ansparzeit kleiner ist als etwa 15-20 Jahre, sind Aktienfonds in der Tat nicht zu empfehlen. Wenn Sie aber für die Verwirklichung Ihres Eigentumswunsches bereit sind, etwa 20 Jahre zu warten, wäre ein Aktienfondssparplan ideal. In dieser Zeit können Sie so viel Vermögen bilden, daß Sie Ihr Eigenheim möglicherweise gleich ganz ohne (oder nur mit wenig) Schulden erwerben können, so daß es dann tatsächlich auch Ihnen gehört - und nicht Ihrer Bank/Bausparkasse.

Bei einer kürzeren Ansparzeit gehen Sie bei Fondssparplänen das Risiko ein, zu einem ungünstigen Zeitpunkt Ihre Fondsanteile verkaufen zu müssen, zum Beispiel mitten in einem Crash oder kurz danach.

Bei einer kurzen Ansparzeit sind renditestabile Anlageformen wie festverzinsliche Wertpapiere, Banksparpläne etc. am sichersten, bei einer langen Ansparzeit sind dagegen Aktienfonds am sichersten (während festverzinsliche Sparformen bei langen Ansparzeiten unsicher sind wegen des Geldwertstabilitätsrisikos, also der Inflation). Das weiß nur leider kaum jemand.

Schauen Sie hier nach:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=18

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=31

Sie finden in der FinanzUni Informationen über alle Aspekte, die beim Fondssparen beachtet werden sollten (und lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn Ihnen zuerst manches "spanisch" vorkommt, es dauert leider einige Zeit, bis man in der Lage ist, sein bisheriges Denken völlig auf den Kopf zu stellen).

Möglich wäre auch eine Kombination, sofern Sie sich das finanziell leisten können: sparen Sie wenigstens geringe Beträge für Ihre Altersvorsorge langfristig und regelmäßig in weltweit gestreute Aktienfonds, das müssen Sie dann aber trotz der Hausfinanzierung parallel durchhalten (vielleicht kann das Haus ja eine Nummer kleiner sein?), damit Sie auf die notwendige langfristige Ansparzeit kommen. Und sparen Sie separat kurzfristig für Ihren Immobilienwunsch.

Gruß,
Maria L.

von
Schwarzwälder

Super Tipp in 20 Jahren zu bauen. Bei einer Miete von nur 800 Euro hat er dann schonmal 192000 Euro in den Wind geschossen. Bei 1000 Euro sind es sogar 240000.Bei den momentanen Baukrediten dürfte sich auch eine momentane Höherverschuldung durchaus rechnen.
Wenn man nicht 3 linke Hände hat kann man mit Eigenleistungen durchaus die Kosten drücken und damit erschwingliche Baukosten zu erreichen.

von
Maria L.

Hallo Schwarzwälder,

klar, die Miete ist "in den Wind geschossen". Das gleiche gilt aber auch für die Hypothekenzinsen, die in vielen Fällen höher sind als die Miete (das wäre ein Ansatzpunkt für die Planung: mit einer kleinen Immobilie anfangen, so daß die Zinszahlungen nicht höher sind als alternativ die Miete).

Das Problem beim Immobiliensparen ist, daß man nur relativ langsam Vermögen bildet (ich habe übrigens selber auch eine Immobilie, die ich auch nicht missen möchte, aber zum Glück läßt mir die Finanzierung jetzt Luft für eine private Altersvorsorge).

Um für die Altersvorsorge ein Vermögen aufzubauen, ist die Ansparzeit aber ein ganz wichtiger Faktor. Wenn man damit erst anfängt, wenn die Immobilie abbezahlt ist, dann klappt es einfach nicht mehr. Deshalb mein Kompromißvorschlag: zumindest mit geringen Beträgen langfristig fürs Alter vorsorgen (mit Aktienfonds) und zusätzlich die Immobilie finanzieren.

Gruß,
Maria L.

von
spezi

Die Zinsen fallen bzw. werden es tun.
Ein Annuitätendarlehen (Hypothek) in Verbindung mit einem Bausparvertrag
erscheinen mir die besten Finanzierungsinstrumente.

Befragen Sie die Kreditinstitute vor Ort und auch das Internet.

von
dirk

Der Börsencrash zeigt, dass alle Altersvorsorge zum Fenster hinausgeworfenes Geld ist, sofern kein Umlageverfahren zugrunde liegt.

von
Häuslebauer

Danke euch allen! Hätte nicht gedacht, dass man so viel Infos bekommt .

von
Carle

So ein Quatsch, mein lieber dirk. Ihre Beiträge werden auch immer schlechter!