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Bau-Riester Voraussetzungen

von
hfunk

Hallo,

mein Finanzberater sagte mir, dass ich aufgrund der Tatsache, dass meine Hausbau 2008 fertiggestellt wurde, die Riesterförderung auch zur Tilgung (im Beispiel empfohlen in 23 Jahrne) meiner Darlehen einsetzen kann und dies mit einem Einmalbetrag möglich wäre. Hierbei wäre nur zu beachten, dass eine Einmalsteuerschuld fällig wäre.
Stimmen diese Aussagen?
Kann ich tatsächlich das dann angesparte Kapital einmal entnehmen? Gibt es weitere Dinge zu beachten?

Experten-Antwort

Tilgungsleistungen für ein Darlehen, das für eine nach dem 31.12.2007 vorgenommene wohnungswirtschaftliche Verwendung (Bau oder Kauf einer Wohnimmobilie) eingesetzt wird, gehören nach den Regelungen des Eigenheimrentengesetzes bei Abschluss eines entsprechenden Riester-Vertrags (z.B. Darlehensvertrag) bzw. bei entsprechender Umgestaltung eines bestehenden Vertrags (soweit dies möglich ist) zu den geförderten Altersvorsorgebeiträgen. Nur wenn für Sie ein solcher Darlehensvertrag vorliegt, der an die Vorgaben des Eigenheimrentengesetzes angepasst werden kann, bestünde aktuell für Sie die Möglichkeit, für laufend geleistete Beträge zur Tilgung eines Darlehens die steuerliche Förderung (Zulagen und ggf. darüber hinausgehender Steuervorteil) in Anspruch zu nehmen.

Nach dem Eigenheimrentengesetz werden auch Bauspar-Kombikredite gefördert, die aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen bestehen, mit dem die Bausparkasse die Bausparsumme zunächst vorfinanziert. Bis zur Zuteilung zahlt der Kreditnehmer lediglich die Zinsen für das Vorausdarlehen und Sparraten für den Bausparvertrag. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, löst der Kreditnehmer das Vorausdarlehen mit der Bausparsumme ab (das meinten Sie wahrscheinlich mit Tilgung des Darlehens in einer Summe). Anschließend werden die Raten für das Bauspardarlehen gezahlt (auch hier Riesterförderung möglich). Evtl. käme auch diese Finanzierungsform für Sie in Betracht. Ob die entsprechenden vertraglichen Gestaltungen in Ihrem Fall möglich sind, kann von hier aus jedoch nicht beurteilt werden. Dies ist abhängig davon, ob Ihre Bausparkasse Ihnen einen entsprechenden - sogenannten - zertifizierten Vertrag anbieten kann.

Die Entnahme von Kapital aus einem Riester-Altersvorsorgevertrag in einer Summe zur Tilgung eines bereits laufenden Baudarlehens ist ansonsten erst zu Beginn der &#34;Auszahlungsphase&#34; (je nach Vereinbarung zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr, ansonsten 67. Lebensjahr) möglich.

Sofern Sie sich für die steuerliche (Riester-)Förderung der Darlehenstilgung entscheiden bzw. sofern dies in Ihrem Fall aufgrund eines entsprechenden zertifizierten Vertrags überhaupt möglich ist, haben Sie im Hinblick auf die nachgelagerte Besteuerung zu Beginn der &#34;Auszahlungsphase&#34; (s. o.) zwei Auswahlmöglichkeiten:
1. Einmalbesteuerung (Besteuerung von 70% des in der Wohnimmobilie enthaltenen staatlich geförderten und fiktiv verzinsten Kapitals mit dem individuellem Steuersatz) und
2. Jährlich nachgelagerte Besteuerung (ratenweise Besteuerung des in der Wohnimmobilie enthaltenen staatlich geförderten und fiktiv verzinsten Kapitals).

Weiter zu beachten ist insbesondere, dass die Besteuerung bereits in dem Zeitpunkt vorgenommen wird, indem Sie Ihr Haus nicht mehr selbst nutzen. Dies gilt nicht, wenn Sie Ihr Haus aufgrund eines beruflich bedingten Umzugs für die Dauer der beruflich bedingten Abwesenheit nicht selbst nutzen (Aufnahme der Selbstnutzung spätestens mit Vollendung des 67. Lebensjahrs).