Bausparen - ja oder nein?

von
kathi

hallo,
ich überlege zzt. ob ich einen bausparvertrag abschließen sollte. bin noch azubi und hab von daher sowieso nicht viel geld übrig, aber ich habe gehört, dass bausparen vor allem für leute mit wenig einkommen vorteilhaft sein soll, weil man mehr förderung bekommt.
wieviel muss ich im jahr sparen, damit ich noch die wohnungsbauprämie bekomme bzw. gibts die überhaupt noch? und was ist mit der arbeitnehmersparzulage?
ist es überhaupt rentabel, einen bausparer abzuschließen?

ich kenn mich da noch gar nicht aus... hoffe, sie können mir weiter helfen!

vielen dank schon mal im voraus!

mfg

von
Nix

Besparen Sie besser einen Aktienfonds. Aktienfonds bringen mehr Rendite.
Mit der Arbeitnehmersparzulage kenne ich mich nicht so gut aus.
Da gibt Ihnen sicher noch jemand anderes hier Auskunft in Kürze.
Schliessen Sie die Vermögenswirksamen Leistungen besser - wie ich schon sagte - in einen Aktienfonds ab. Da wird der Fonds mehr Rendite ab als Sie beim Bausparvertrag Zinsen bekommen und der Arbeitgeberanteil zu Ihrem Sparbetrag ist höher während der Berufsausbildung.
Dadurch rentiert sich das ganze noch mehr.

Mit dem angesparten Aktienfonds-Geldguthaben können Sie später dann auch bauen und machen, was Sie wollen. Den Anspruch auf ein günstiges Baudarlehen später - wenn Sie bauen wollen - erkaufen Sie sich beim Bausparvertrag durch zu niedrige Zinsen - höchstens 2% - .
Deshalb empfehlen sich Bausparverträge nicht unbedingt.

Nix

von
Happy

Hi Kathi,
wollen Sie "Bauen" oder eine Immobilie erwerben?
Dann lohnt sich vielleicht ein Bausparvertrag.
Da Sie aber selber schreiben, sich mit Altersvorsorge noch nicht so richtig auseinandergesetzt zu haben, sollten Sie vorab alle Alternativen abwägen.
Ich empfehle daher die Finanztest (www.finanztest.de)
hinsichtlich Altersvorsorge. Aber es wird sicher noch den einen oder anderen User geben, mit besseren Tipps.
Ist nur eine Anregeung von mir. Auf jeden Fall halte ich viel von einer staatlich geförderten Altersvorsorge, besonders wenn man (Frau) noch soooooo jung ist ;-)))

Also viel Glück und Erfolg beim Sparen wünscht
Happy

von
kathi

also eigentlich will ich schon gern mal eine schöne eigentumswohnung. aber darf man den bausparer nicht z. b. auch für möbel und so sachen verwenden? ohne dass irgendein anteil verloren geht?

mfg und schon mal vielen dank :-)

von
Nix

1. Wofür Sie das Geld aus dem Bausparvertrag genau verwenden können, müssen Sie bei der Bausparkasse selbst erfragen. Grundsätzlich ist das Geld aber verwendungsgebunden.(meine ich )

2. Ich denke, dass zunächst am Anfang eines Berufslebens die Kapitalbildung oberste Priorität hat. Wenn Sie später eine Wohnung kaufen wollen, brauchen Sie als erstes "Cash" und ohne "Cash in der Täsch" läuft garnichts.

Der Anspruch auf einen niedrigen Darlehenskredit soll Sie nur blenden vor der niedrigen Vorverzinsung des anzusparenden kapitals, bevor Sie überhaupt ein Baurdarlehen bekommen.
Aus diesem Grunde sind diese Produkte zur "Turbo-Kapital-Bildung" absolut ungeeignet.

Empfehlenswert sind Aktienfonds, bei denen Sie ja auch den Zuschuss vom Arbeitgeber erhalten.

Diese sind dynamisch und gerade eine dynamische Kapitalanalge am Anfang eines Berufslebens ist wichtig.

Dann können Sie später auch einen eventuell höheren Zins kompensieren, da Sie genug Eigenkapital haben und eventuell weniger Kredit brauchen.

Nix

von
DN

Meines Wissens nach sind seit der Einführung des sog. Wohn-Riesters neu abgeschlossen Bausparverträge auf an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Dies heisst, dass das angesparte Geld nur für Wohnzwecke (Kauf, Renovierung, Modernisierung einer Immobilie) verwandt werden darf. Ein Auto kaufen von dem Geld aus dem Bausparvertrag ist also nicht mehr möglich.

Meines Erachtens lohnt sich ein Bausparvertrag nur für denjenigen der wirklich eine Immobilie erwerben/bauen möchte.

Die Verzinsung ist bei einem Bausparvertrag sehr niedrig, allerdings sind die Darlehnszinsen im Falle eines Kaufes einer Immobilie gering.

Bei einem Bausparvertrag erhalten Sie die sog. Arbeitnehmersparzulage (bis 43 Euro pro Jahr) und ggfls. Wohnungsbauprämie (müssten bis 89 Euro pro Jahr sein). Bei einen Fonds bei dem Sie die vermögenswirksamen Leistungen anlegen, erhalten Sie diese in der Regel nicht.

Bei einem Bausparvertrag über eine Bausparsumme von z. B. 20.000 Euro zahlen Sie hohe Abschlussgebühren (etwa 1% der Bausparsumme). Bei einer Ansparung in einem Fonds zahlen Sie in der Regel sog. Ausgabeaufschläge (etwa 5 %), Fonds sind in der Regel aber besser verzinst.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ich mit einem Fonds - der langfristig ausgerichtet ist - besser fahre. Wollen Sie aber in z. B. 10 Jahr ein Haus kaufen oder bauen, schliessen Sie besser einen Bausparvertrag ab.

von
kathi

von aktienfonds habe ich schon gehört. aber die sind doch auch den kursschwankungen ausgesetzt, oder? wie groß ist dieses risiko?
und muss man für solche fonds nicht ausgabegebühren zahlen?
welche fondsarten würden sie mir empfehlen? ich lege natürlich auch viel wert auf sicherheit...

ich würd mich halt gerne hier unabhängig informieren, bevor ich in irgendeine bank gehe und mich ein berater zu irgendeinem mist bequatscht und ich nachher mit irgendetwas dastehe und feststelle, dass eine andere möglichkeit für mich besser gewesen wäre.

von
Nix

Zu Diesem Thema Aktienfonds habe ich hier schon einiges geschrieben. Geben Sie mal in der Suchfunktion "Nix" ein oder Maria L.. Da kommen so einige Stellungnahmen von uns zum Thema Aktienfonds.
Gute Fonds finden Sie unter www.Finanztest.de

Gezielte Produktberatung darf man Ihnen hierdrin nicht geben.

Und in 10 Jahren eine Wohnung kaufen ist schon eine gute Sache. An Aktienfonds kommen Sie bei der Anlagedauer auf keinen Fall vorbei.
Niedrige Gebühren gibt es bei Direktbanken!!!!

Auch hierzu gibt es in diesem Forum einige Tipps.
Tippen Sie mal in der www.google.de-Maschine einfach mal "Fonds für Lau" ein. Da kommen so einige Berater zusammen, die Ihnen Fonds mit niedrigem oder keinem Ausgabeaufschlag anbieten.

Gute Aktienfonds erkennen Sie unter Finanztest.de an der Fondsnote 1 und 2.(wie in der Schule).

Weitere Infos zur Aktienanlage finden Sie unter www.finanzuni.org

Viel Spass bei der Lektüre!

Nix

von
Maria L.

Hallo kathi,

ich stimme der Aussage von Nix in vollem Umfang zu. Ich habe zu Beginn meines Berufslebens auch mit Bausparverträgen angefangen und weiß heute, daß das ein riesengroßer Fehler war. Damit läßt sich kein Kapital aufbauen. Die Bausparzinsen sind oft so niedrig, das sie nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Leider ist es so, daß die staatliche Förderung oft gerade die besonders unrentablen Finanzprodukte fördert. Ohne staatliche Förderung ist die Rendite besser (wenn Sie in Aktienfonds investieren) und zudem können Sie mit Ihrem Kapital später auch noch machen, was Sie wollen, und sind nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden.

Aber Achtung: Voraussetzung für jedes Investieren in Aktienfonds ist, daß Sie für Notfälle ein sofort verfügbares Finanzpolster zur Verfügung haben (z.B. auf einem Tagesgeldkonto). Dieses Finanzpolster sollte mind. 6 Netto-Monatsgehälter umfassen, dafür müssen Sie also erstmal eine Zeitlang sparen. Danach erst sollten Sie in Aktienfonds investieren. Denn auf das Geld, daß Sie in Aktienfonds investieren, müssen Sie erstmal eine lange Zeit verzichten können, etwa 15-20 Jahre. Denn Aktienfonds sind volatil (im Kurs schwankend), Sie dürfen nicht das Risiko eingehen, zu einem ungünstigen Zeitpunkt Fondsanteile verkaufen zu müssen, weil Sie plötzlich Geld brauchen - für die Notlagen (wie z.B. defekte Haushaltsgeräte oder kaputtes Auto, Krankheit, Arbeitslosigkeit etc.) brauchen Sie deshalb das Finanzpolster.

Langfristig (wie gesagt: mind. 15 Jahre) sind Aktienfonds SEHR SICHER, weil Sie das Risiko automatisch über viele Aktiengesellschaften streuen, die von einem Fondsmanager ausgewählt werden. Langfristig bedeuten die Kursschwankungen kein Risiko, sondern im Gegenteil die Chance auf hohe Wertsteigerungen, solange Sie regelmäßig investieren. Langfristig steigen die Kurse an den Aktienmärkten. Durch die richtige Streuung auch über mehrere Aktienfonds reduziert man das Risiko, auf das "falsche Pferd" gesetzt zu haben und erhöht gleichzeitig die Chancen, ein "besonders gutes Pferd" zu erwischen.

Versuchen Sie es mal mit den beiden Links in diesem Beitrag:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=78744&dekade=1

Ich verweise dort auf eine Website, die wirklich unabhängig ist. Dort werden Ihnen keine Finanzprodukte angedreht. Beim ersten Blick wird Ihnen vielleicht manches merkwürdig vorkommen, aber lassen Sie sich davon bitte nicht abschrecken. Das liegt nur daran, daß in Deutschland seit Jahrzehnten ein erschreckender Bildungsmangel besteht und uns Deutschen das Sparen in Aktienfonds mehrheitlich revolutionär neu erscheint. Ist es aber nicht, andere Länder sind da schlauer als wir.

Und lassen Sie sich damit Zeit. Bauen Sie selber finanzielle Kompetenz auf. Das wird Ihnen im Leben helfen. Denn diejenigen, die Sie in Finanzfragen beraten, sind oft nicht unabhängig, sondern vor allem daran interessiert, Ihnen bestimmte Produkte zu verkaufen - das müssen dann nicht die Produkte sein, die für Sie vorteilhaft sind.

Noch kurz zum Thema Ausgabeaufschläge: heutzutage muß niemand mehr 5% Ausgabeaufschlag bezahlen. Fonds gibt es mit geringem oder ganz ohne Ausgabeaufschlag über Fondsvermittler im internet. Dafür muß man dann allerdings in der Regel auf Beratung verzichten. Auf lange Sicht ist der Ausgabeaufschlag übrigens weniger wichtig als die jährlichen Kosten eines Fonds, die sogenannten Managementgebühren oder Verwaltungskosten. Die sollten möglichst niedrig sein, z.B. nicht über 1,5%.

Gruß,
Maria L.

P.S. Sie können auch hier im Forum über den Suchbegriff "Aktienfonds" nach älteren Beiträgen z.B. von mir oder von Nix suchen.

von
Rese

Hallo Kathi,
Sie suchen eine Anlageform, die viel Rendite bringt und zudem sehr sicher ist. Diese zwei Wünsche sind nur sehr eingeschränkt zusammen erfüllbar.
Zusätzlich zu den sehr umfangreichen Informationen von Nix und Maria L. möchte ich Ihnen den Kurs "Altersvorsorge macht Schule", der bundesweit an den Volkshochschulen angeboten wird, ans Herz legen. Die Kursinhalte und die nächste VHS finden Sie auf http://www.altersvorsorge-macht-schule.de/.
Lassen Sie sich nicht davon entmutigen, dass- egal was Sie tun - es morgen bereits ein besseres Produkt auf dem Markt geben kann. Daher ist es besonders wichtig, vor einem so langfristigen Investment, wie es die Altersvorsorge darstellt, umfangreiche Kenntnisse zu erwerben. Wenn Sie sich aber entschieden haben, sollten Sie auch zu dieser Entscheidung stehen.
Denken Sie daran: "Hin und her macht Taschen leer" und " Auf mehreren Beinen steht es sich besser".
Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der richtigen Auswahl Ihrer Anlage.
Mit freundlichen Grüßen
Rese

von
Schiko.

Es ist schon erstaunlich die verschiedenen beiträge
zum thema bausparvertrag zu lesen.

Man kann sogar sich sogar die meinung bilden, ein
bausparvertrag ist für sparer schlimmer als Harz IV.

Hierüber denke ich wesentlich positiver, dadurch gewinne
ich hier keine freunde. Will aber trotzdem einige fakten
erläutern.

Richtig aber ist auch, der zinsunterschied zwischen bau-
spardarlehen und darlehenszins für baudarlehen von
banken wesentlich geringer geworden.

BAUSPARZINSEN:
Der angenommene zinssatz für das ansparguthaben von
2% als jährliche zinsgutschrift wäre wirklich zu gering.

Wesentlich ist aber hier der zinsbonus nach sieben jahren.
Dieser ist gestaffelt, bei verdienten guthabenzins nach
ablauf von sieben jahren 110%, von 375 115% und ab
625 euro gesamtzins ein bonus von sogar 120% .

Nenne hierzu meinen bausparvertrag von 20.000 und
665 zinsen für sieben jahre wird der bonus mit 120%
aus 665 vergütet ( 665 + 798 ), insgesamt 1463 zinsen.

WOHNUNGSBAUPRÄMIE:
Vorausgesetzt, das zu versteuernde jahreseinkommen
übersteigt die grenze von 25.600/ 51.200 led./vh. nicht,
wird die wohnungsbauprämie in der jeweils jährlichen
steuerbescheinigung ausgewiesen.

Dies ergibt für einen jahressparbeitrag von 8,8% und
1024 sparleistung 90,11 euro. Diese prämie wird bei fäl-
ligkeit nach sieben jahr dem bausparkonto gutgeschrieben.

FÄLLIGKEIT:
Wir die siebenjährige frist eingehalten und kein darlehen
beansprucht steht der gesamtbetrag prämienunschädlich
dem bausparer zur verfügung.
Auch die abschlussgebühr wir bei manchen verträgen-
ohne darlehensbeanspruchung- zurück bezahlt.
Mit freundlichen Grüßen.

Experten-Antwort

Die Wohnungsbauprämie erhalten Sie, wenn Sie
· das 16. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz im Inland haben
· begünstigte Bausparaufwendungen leisten
· Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 25.600 Euro (Single) bzw. 51.200 Euro (verheiratet) nicht überschreitet.

Begünstigt werden Aufwendungen je Kalenderjahr bis zu einem Höchstbetrag von 512 Euro bei Alleinstehenden und 1.024 Euro bei Ehegatten. Die Wohnungsbauprämie beträgt 8,8 Prozent auf die geleisteten Einzahlungen.

Weitere Voraussetzung für die Gewährung ist, dass die Bausparmittel nicht vor Ablauf von sieben Jahren verwendet werden.

Zur Zeit ist in einem Gesetzentwurf der Bundesregierung geplant, dass die Wohnungbauprämie nur zur wohnwirtschaftlichen Verwendung genutzt werden darf

von
Schiko.

Eigentlich schade, dass sie
auf das thema zinsen für
das ansparguthaben nicht ein-
gegangen sind.

Nun ja, dafür haben sie die
förderung schon ab 16. lebensjahr erwähnt.

MfG.

Experten-Antwort

Bausparen kann im Wege der staatlichen Sparförderung gefördert werden und zwar durch vermögenswirksame Leistungen und die Gewährung der Wohnungsbauprämie. Beide Instrumente stellen keine staatlich geförderte Altersvorsorge dar, so dass wir in diesem Forum dazu auch kein Detailwissen weitergeben können. (Dies betrifft auch die Verzinsung der Produkte).

Ich gestatte mir trotzdem zwei Anmerkungen:

1. Der Beitrag von Rese mit dem Hinweis auf die momentan bei den Volkshochschulen laufende Kampagne " Altersvorsorge macht Schule" ist für kathi ein sehr wichtiger Hinweis gewesen. Danke! Sollte die Möglichkeit zur Teilnahme an einem der Kurse bestehen, bitte unbedingt wahrnehmen.
2. Vermögenswirksame Leistungen werden angespart, indem mit dem Arbeitgeber vereinbart wird, das ein Teil des Nettoentgelts auf einen Sparvertrag fließt. Je nach Sparform, Einkommen und Arbeitgeber kann es dabei Zuschüsse vom Staat oder vom Arbeitgeber geben. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit vermögenswirksame Leistungen über einen Bausparvertrag und/oder über Aktienfondssparen zu bekommen, beide Förderwege können kombiniert werden. Die Einkommensgrenze liegt unserer Kenntnis nach bei Ledigen bei 17.900,- Euro zu versteuerndes Einkommen. Sind Sie Arbeitnehmer, lohnt es sich praktisch immer, die vermögenswirksamen Leistungen zu nutzen. Im Laufe der Zeit bildet sich ein schönes finanzielles Guthaben ggf. mit Beteiligung des Arbeitgebers.