BAV Steuern, Sozialabgaben etc.

von
rommi

Hallo Experten, ich habe eine Frage - da ich bald in Rente gehe. Ich habe bei meinem vorletzten Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge in Höhe von 22.106 Euro erworben. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten - entweder mir die baV verrenten oder mir als Einmalbetrag auszahlen zu lassen.

Bei Verrentung bekomme ich 105 Euro pro Monat, bei einer Einmalzahlung 22.106 Euro ausbezahlt. Jetzt habe ich eine Frage zur Einmalzahlung. Wisst Ihr wie hoch in meinem Fall die Abzüge wären - also was ich ca. Netto zu erwarten hätte?

Ich bin 62, alleinstehend, geschieden und meine Rente würde dann - laut Renteninformation - ca. 1090 Euro betragen. Die bav wurde damals von meinen Arbeitgeber von 1999 bis 2008 für mich angespart, bis ich dann aus dem Betrieb ausgeschieden bin.

Ich habe schon im Internet gesucht, aber irgendwie noch nicht verstanden was ich ca. netto bekommen würde.

Beste Grüße,
rommi

von
Klugpuper

Von einer Betriebsrente gehen ggf. Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern ab.
Somit wären Krankenkasse und Finanzamt zu befragen. Alternativ könnte man einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe aufsuchen.

Steuerberatung kann hier nicht stattfinden.

von
Siehe hier

Hallo Rommi,

hier im Rentenforum können lediglich ein paar allgemeine Informationen zu steuerlichen Fragen gegeben werden (wie z. B. auch auf der Seite "Rente - Rentenbesteuerung")

Somit sollten Sie sich an einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein wenden.
Auch wenn beides kostenpflichtig ist, dürfte sich die Investition lohnen, da es doch einige Feinheiten zu beachten gibt.

Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, vorab bei Ihrer Versicherung die konkreten Beträge zu erfahren aufgeteilt nach Gesamtbetrag und Ertragsanteil, denn nur der Ertragsanteil wäre zu versteuern.

Beachten sollten Sie auch, dass die BaV evtl. krankenversicherungspflichtig ist. Bei einer monatlichen Zahlung von 105,00 EUR liegen Sie unter dem Freibetrag von aktuell 159,25. Somit würden hier keine KV/PV-Beiträge anfallen. Bei einer Kapitalauszahlung (22.106 EUR) wird der Betrag auf auf 10 Jahre verteilt. Somit ergäbe sich rechnerisch ein monatlicher Betrag von 184,22 EUR und die Differenz zum Freibetrag wäre KV/PV-pflichtig. Wie das im Einzelnen abgewickelt wird, können Sie rechtsicher bei Ihrer Krankenkasse erfragen.

Da Sie schreiben, Sie sind 62 und können bald in Rente gehen, gehe ich davon aus, dass Sie dann die Rente "mit 63" für langjährig Versicherte beantragen wollen (35 Jahre mit Abschlag 10,8 % - ab 2021) oder haben Sie dann bis zu Ihrem Geburtstag im Jahr 2022 45 Jahre erreicht und können die Rente für besonders langjährig Versicherte (ohne Abschlag) in Anspruch nehmen?
In beiden Fällen sollten Sie sich nochmals erkundigen, ob Ihr BaV-Vertrag dann tatsächlich schon auch ausbezahlt wird (Es könnte eine Einschränkung geben 'erst bei Regelaltersrente').

Bezüglich der Rentenhöhe laut RentenINFORMATION sollten Sie sich außerdem mit Ihrer zuständigen Rentenversicherung in Verbindung setzen und dort beraten lassen. Ist in diesem Betrag z. B. schon der Versorgungsausgleich mit berücksichtigt?
Sie können sich auch online eine RentenAUSKUNFT anfordern, da haben Sie dann vorab ziemlich genaue Zahlen und können sich auf zu klärende Fragen vorbereiten.
https://www.eservice-drv.de/SelfServiceWeb/

Grundsätzlich ist dann auch die Rente zum Teil steuerpflichtig.
Im Jahr 2020 beträgt der steuerpflichtige Anteil 80% und steigt pro Jahr um 1% (Wenn Sie in 2021 in Rente gehen, wären es dann 81% - für Sie bleibt es dann aber dabei). Zumindest müssen Sie erst einmal eine Steuererklärung abgeben.
Ob tatsächlich dann Steuer zu bezahlen ist, hängt von Ihren persönlichen Umständen/Einkünften ab und kann auch vom StB oder LStHV beantwortet werden.

Alles Gute!

von
rommi

Ich sehe schon das ist gar nicht so einfach zu beantworten - bei all den Eventualitäten und ich werde mich mal mit meiner Versicherung und evtl einem Berater in Verbindung setzen für genaue Zahlen. Ihr habt mir trotzdem sehr weitergeholfen. Lieben Dank an Alle für die Infos!

Experten-Antwort

Hallo rommi ,

ich schließe mich der Antwort von "von Siehe hier" an. Es ist doch eine komplexe Fragestellung , daher sollten alle beteiligten Stellen , Krankenkasse , sowie Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein , die Versicherung ( bAV ) und ggf. der RV - Träger mit einbezogen werden.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung