bAV = weniger Rente

von
Schwabe

Sie schreiben darin:
Beispiel: Wer 40.000 Euro im Jahr verdient und davon 1.600 Euro (= 4 Prozent vom Verdienst) in die Brutto-Entgeltumwandlung steckt, zahlt letztlich nur für 38.400 Euro Verdienst Rentenbeiträge. Und nur für die bekommt man im Alter auch Rente.
Wieviel weniger Rente bekommt man da (Bitte in €) mit und ohne bAV, Alter jetzt 30, Rente mit 65

von
lächerlich

1600 € weniger versicherter Jahresbruttoarbeitsverdienst bedeutet auch etwa 1,36 € weniger Bruttomonatsrente im Alter. Brutto wohlgemerkt, also ohne KV/PV und Steuer. Ich denke, da lohnt sich ein Artikel der DRV über die schlimmen Folgen der Gehaltsumwandlung gar nicht. Reine Panikmache der Gesetzlichen!!!

von
...

Ich denke, die größere Gefahr besteht darin, Arbeitslosengeld oder Krankengeld beziehen zu müssen, denn das wird auch aus dem verringert Brutto berechnet...

von
RFn

Man sollte auch folgendes bedenken:
1.600,00 EUR mal 19,9 % sind 318,40 EUR,
die in einem Jahr weniger in die Rentenkasse fliessen.
Wenn nur relativ wenige Personen die Entgeltumwandlung in Anspruch nehmen, geht das in der Masse unter.
Aber bei einer breiten Inanspruchnahme kann das zu einer Beitragserhöhung und/oder zu weiteren Nullrunden bzw. einer langsameren Erhöhung des Aktuellen Rentenwertes führen. Das gleiche gilt für die Arbeitslosen- und die Krankenversicherung.
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Und gleichen später personenbezogen die Erträge aus den umgewandelten Entgelten die entgangene Rente aus ?

von Experte/in Experten-Antwort

Dem Beitrag von "lächerlich" kann hinsichtlich der Kürzung von 1,36 Euro zugestimmt werden. Die Rentenversicherung macht keine Panik, sondern will den Versicherten klar machen, dass den ersparten Beiträgen auf der einen Seite eine geringere Altersrente auf der anderen Seite gegenübersteht. Sinn und Zeck der zusätzlichen betrieblichen und privaten Altersvorsorge soll es sein zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Eine Altersvorsorge, die nicht zusätzlich, sondern anstatt erfolgt, widerspricht nach Ansicht der Rentenversicherungsträger diesem Prinzip der Zusätzlichkeit. Hierauf richtet sich die Kritik der Rentenversicherungsträger. Ob der Versicherte sich dennoch für die betriebliche Altersvorsorge entscheidet bleibt immer dem Versicherten überlassen. Die Rentenversicherungsträger wollen nur darauf hinweisen, dass bei der Beitragsersparnis auch die Kehrseite der Medaille gesehen werden muss, nämlich ein reduzierter Rentenanspruch.
Ob und wie sich dieser Sachverhalt auf die Entwicklung des Beitragssatzes auswirkt, kann an dieser Stelle nicht genau beurteilt werden, allerdings erhalten diese Beitragszahler später auch eine geringere Rente. Insofern sollten sich die Effekte langfristig wieder ausgleichen.

von
Schwabe

zu lächerlich: 1,36 € mtl. kann rechnerisch nicht sein? wenn ich den Beitragsaufwand dagegenrechne käme ich auf eine Rentenzahlung von 0,85% daraus, was bei einer Geldentwertung von rd. 2 - 3% p.a. angenommen eine absolute Null- und Lachnummer ist. Nach meinen Berechnungen macht es mtl. rd. 80 € Rentenverlust in 30 Jahren aus.
Wie kommen Sie auf 1,36 €?
denn:
1600 x 19,9% x 30 Jahre = Beitragsfehlbetrag 9552 €

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo "Schwabe"

Zu der Berechnung von "lächerlich" und unserer bereits gegebenen Antwort ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass mit Ihrem Beitrag möglicherweise auch das Risiko der Erwerbsminderung, die Zahlung von eventuellen Witwen- und Waisenrenten latent mitversichert sind. Darüber hinaus lag den Beiträgen eine statische Betrachtungsweise zugrunde. Künftige Rentenanpassungen waren somit nicht berücksichtigt. Da aber niemand auf 35 Jahre im Voraus erahnen kann, wie künftige Rentenanpassungen ausfallen werden, wurde auch keine entsprechende Hochrechnung von uns durchgeführt.
Sollten Sie in der jüngeren Vergangenheit bereits einmal eine Renteninformation erhalten haben, so sollte darin eine Hochrechnung enthalten sein. Derzeit wird von einem oberen und unteren Rentenanpassungsszenario von zwei Prozent bzw. einem Prozent ausgegangen. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren liegt die derzeitige Rendite eindeutige in einem positiven Prozentbereich.