BBG fehlerhaft ermittelt ?

von
L.S

In Anlage 2 eines Bescheides der Knappschaft Bahn See sind für einen Betroffenen (keine knappschaftliche Tätigkeit) im Jahr 1976 für den Zeitraum:
15.10.76-15.10.76.....100,68 DM verdient worden.
Wegen angeblicher Überschreitung der BBG wurde der Verdienst auf... 96,23 M ...reduziert.
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Bin der Meinung, das der Baustein im Berechnungsprogramm fehlerhaft ist.
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Nach mir vorliegenden Unterlagen beträgt die BBG für Arbeiter und Angestellte im Jahr 1970
37.200 DM, pro Tag danach 103,33.
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Würde gern eine Bestätigung erhalten, ob meine Annahme zutreffend ist.
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Wenn ja, bedeutete es aber auch, dass für den Zeitraum der Rentenberechnung mit diesem fehlerhaften Baustein alle Rentenbescheide mit Überschreitung der BBG fehlerhaft sind, mit benachteiligender Wirkung für den Bescheidempfänger.
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Der genannte Sachverhalt tritt im Beispielfall im Jahr 1976 noch für 4 weitere Zeiträume zu.

von
Jonny

Das mit den 103,33 für 1976 (nicht 1970) ist grundsätzlich richtig. Es fragt sich nur,welche Zeiten und Entgelte für die Zeit davor und danach in 1976 liegen.

In diesem Bereich treten häufig Fehler auf!

von
L.S

User "Jonny", zunächst Danke für Antwort.
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.Vorab, die von mir angegebene Jahreszahl 1970 ist ein Tippfehler, richtig ist natürlich 1976.
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Eine Überschreitung liegt für drei weitere Zeiträume vor.
Ich habe beispielsweise die als "höchstens" angegebenen Werte mal durch die zugehörigen Tage dividiert.
Zu meiner eigenen Überraschung ergibt sich jeweils immer ein unterschiedlicher BBG-Tageswert. Der für den einen Tag als begrenzt angegeben wurde (96,23 M) wiederholt sich nicht.
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Hier nochmals beispielhaft der sich anschliießende Zeitraum ...
16.10.76 - 31.12.76.
Rechne ich den Zeitraum 16. - 31.10. mit 15 Tagen, ergeben sich bis 31.12. insgesamt 75 Tage.
Als Betrag "höchstens" wird 7680,26 DM angegeben.
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Dividiere ich die 7680,26 durch 75 Tage, erhalte ich als Tageswert
7680,26 / 75..=..102,40 DM.
Rechne ich mit 76 Tagen gesamt, den Oktober bis 31. mit 16 Tage, erhalte ich nach Division durch 76 den BBG Tageswert
7680,26 / 76..=..101,06 DM, jedenfalls nicht die 96,23, die man als BBG für einen TAg, den 15.10.76 des gleichen Jahres ermittelt hat.
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Solche Ungereimtheiten festzustellen ist für den Laien wohl doch nicht so einfach.
.

von
Jonny

Dann gib mir mal sämtliche Zeiten mit von- und bis-Datum (auch Überschneidungen) mit allen dazu gehörigen unbegrenzten Entgelten in 1976 an.

Das Problem sind die Kalendermonate mit mehr oder weniger als 30 Tagen.

Wenn die BBG überschritten sein sollte, werden die Begrenzungen im Verhältnis zum ursprünglichen Entgelt begrenzt, Daher ist ein Vergleich bei einzelnen Tagen nicht möglich.

Letztlich sollte jedenfalls für alle Beschäftigungstage zusammen mit den begrenzten Entgelten die BBG erreicht werden. Also bei einer lückenlosen Zeit vom 1.1.-31.12. die JahresBBG. Bei z.B. 1.1.-7.12. (11*30 + 7) 337/360-tel der JahresBBG

von
L.S

Komme der Bitte gern nach.
.
08.01.-31.03.1976 .....8.172,00 DM,
01.04.-03.05.1976 ..ohne Beschäftigung
04.05.-08.09.1976 ...12.688,00 DM,
09.09.-12.09.1976 ..ohne Beschäftigung
13.09.-15.10.1976 .....3.323,00 DM, begrenzt
....................... auf .....3.256,31 DM.
15.10.-15.10.1976 ........100,68 DM, begrenzt
....................... auf ......... 96,23 DM.
16.10.-31.12.1976 .....7.752,32 DM, begrenzt
....................... auf .....7.680,26 DM.

von
L.S

Korrektur Zeitraum:
Beginn 01.01. - 31.03., anstelle 08.01. - 31.03.

von
Jonny

Die Zeiten vor dem 13.09.76 kann man völlig außer Betracht lassen. Interessant ist nur die Zeit vom 13.09.-31.12.1976, wobei der 15.10. ja doppelt belegt ist.

Wenn man alle Entgelte (ohne Begrenzung) addiert, kommt man auf 11176,00 für 108 sozialversicherungsrechtliche Tage (SV-Tage), nämlich SEP 18 SV-Tage und OKT-DEZ 3*30 SV-Tage. Die BBG für 108 SV-Tage beträgt 37200 * 108 /360 = 11160,00. Es gibt also schon eine Überschreitung, und zwar um 16,00 DM, aber nicht um 127,20 DM.

Ich vermag auch nach vielem Hin und Her die Begrenzung nicht nachzuvollziehen.

Schreiben Sie doch einfach an die KBS

"danke, dass Sie nach mehr als 35 Jahren festgestellt haben, dass die von meinem Arbeitgeber und mir gezahlten Beiträge nach einem zu hohen Entgelt berechnet wurden. Können Sie mir bitte erläutern, wie Sie auf die begrenzten Beträge kommen?

Und sollte das zutreffend sein, bitte ich mir die zuviel gezahlten Beiträge zurückzuzahlen oder die Entgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nach § 26 Abs. 1 Satz 3 SGB IV zu berücksichtigen."

Bin mal gespannt und hoffe auf eine Rückmeldung
Gruß

von
L.S

User Jonny, kann mit der letzten Passage der Darlegungen ab:
.
danke, dass sie nach mehr als 35 Jahren. . .
bis
...zu berücksichtigen"
nichts anfangen.
.
Wieso wurden Beiträge nach einem zu hohen Entgelt berücksichtigt?

von
Jonny

Zitiert von: L.S

User Jonny, kann mit der letzten Passage der Darlegungen ab:
.
danke, dass sie nach mehr als 35 Jahren. . .
bis
...zu berücksichtigen"
nichts anfangen.
.
Wieso wurden Beiträge nach einem zu hohen Entgelt berücksichtigt?

Weil Beiträge nach den unbegrenzten Entgelten gezahlt worden sind, also nach zu hohen Beträgen. Wäre alles damals so versichert worden, wie die KBS jetzt als begrenzte Entgelte angibt, wäre weniger Beiträge gezahlt worden.
Der Beitragssatz (Arbeitnehmeranteiil) betrug damals 9,0 %. Also von 127,20 DM abzüglich der 16,00 DM = 111,20 DM 9 % = 10 DM zu viel an Arbeitnehmerbeiträgen.

von
Jonny

Zitiert von: L.S

User Jonny, kann mit der letzten Passage der Darlegungen ab:
.
danke, dass sie nach mehr als 35 Jahren. . .
bis
...zu berücksichtigen"
nichts anfangen.
.
Wieso wurden Beiträge nach einem zu hohen Entgelt berücksichtigt?

Weil Beiträge nach den unbegrenzten Entgelten gezahlt worden sind, also nach zu hohen Beträgen. Wäre alles damals so versichert worden, wie die KBS jetzt als begrenzte Entgelte angibt, wäre weniger Beiträge gezahlt worden.
Der Beitragssatz (Arbeitnehmeranteiil) betrug damals 9,0 %. Also von 127,20 DM abzüglich der 16,00 DM = 111,20 DM 9 % = 10 DM zu viel an Arbeitnehmerbeiträgen.

von
Jonny

Und wegen § 26 Abs. 1 Satz 3 SGB IV siehe
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_26R0&id=§ 26 Beanstandung und Erstattung zu Unrecht entrichteter Beiträge 5 105
insbesondere unter R2

von
L.S

User Jonny, damit ist doch noch nicht ausgesagt, dass Ihre Beiträge fehlerhaft ermittelt wurden!!!
.
Das man solche Dinge manchmal erst nach 35 Jahren feststellt hat damit zu tun, dass Unterlagen (Rentenbescheide, Rentenauskünfte) erst 35 Jahre später zur Verfügung stehen und erst durch Einsicht Dritter Personen möglicherweise eine Benachteiligung festgestellt wird.
.
Im konkreten Fall bin ich die "Dritte Person"

von
Jonny

Fakt nach den Angaben ist, dass für die Zeit vom 13.09.-31.12.1976
1. insgesamt 11.176,00 DM als Entgelt gemeldet wurden. Nach diesen gemeldeten Entgelten waren auch Beiträge zu zahlen. Bei einem Arbeitnehmeranteil von damals 9,0 % sind das 1.005,84 DM. Aus diesen 11.176,00 DM ergeben sich rentenwirksame Entgeltpunkte in Höhe von 0,4789, d.h. ein monatlicher Regelaltersrentenbetrag in Höhe von 13,44 € (Stand APR 2013).
2. nach der Begrenzung insgesamt nur 11.032,80 DM von Bedeutung sind. Dafür wären nur 992,95 DM an Beiträgen zu zahlen gewesen, also 12,89 DM weniger. Aus diesen 11.032,80 DM ergeben sich rentenwirksame Entgeltpunkte in Höhe von 0,4727, d.h. ein monatlicher Regelaltersrentenbetrag in Höhe von 13,27 €, also 0,17 € weniger.
3. die Beitragsbemessungsgrenze insgesamt 11.160,00 DM betragen hat und danach mit 9,0 % an Arbeitnehmeranteil 1004,40 DM zu zahlen waren. Also 11,45 DM mehr, als aus den von der KBS begrenzten Entgelten, für die auch nur Entgeltpunkte berechnet werden. Für diese 11.160,00 DM ergeben sich 0,4782 Entgeltpunkte, d.h. ein monatlicher Regelaltersrentenbetrag von 13,42 €, das sind 0,0055 Entgeltpunkte bzw. 0,15 € Regelaltersrente mehr als von der KBS berechnet.

Fazit:
Es wurde für mehr Entgelt Beiträge gezahlt als jetzt an Entgelt für die Rente wirksam berücksichtigt wird. Also entweder Beiträge zurück zahlen lassen oder Rente höher berechnen lassen.
Bei Berechnung mit der zutreffenden Beitragsbemessungsgrenze (Nr. 3) Beiträge zurückzahlen lassen und Rente höher berechnen lassen oder – wie in § 26 Abs. 1 SGB IV vorgesehen – aus allen 11.176,00 DM Entgeltpunkte für die Rente berechnen lassen.

In jedem Fall aber mal nachfragen, wie die begrenzten Beträge exakt berechnet worden sind.

von
L.S

abschließend
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Weil ich mit eigenem Berechnungsprogramm nicht auf übereinstimmende Werte für die ermittelten EGPT der angegebenen Zeiträume gekommen bin, war ich an Klärungsprozess interessiert.
Unter Zugrundelegung von 1/360 der BBG je Tag für 1976 bin ich auch auf die 0,4789 EGPT gekommen, die KBS aber nur auf 0,4727.
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Ihre Aussage: " danke, dass Sie nach 35 Jahren . . ."
hatte ich fälschlicherweise als Vorwurf auf mich bezogen, Sie hatten es aber als Text für die 'KBS' gedacht.
Erarum humanum est.
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Nochmals Danke für Ihre Darlegungen
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Brief an 'KBS' wird abgeschickt.
Wenn Sie an Reaktion interessiert sind, senden Sie mir einfach Ihre Mailadresse, Sie erhalten dann von mir Antwort.
Meine: >>Lothar.Schreiter@t-online.de