Beantragung EMR aus dem EU-Ausland heraus

von
Szöce

Sehr geehrte Damen und Herren,
es läuft eine Beantragung auf Erwerbsminderungsrente ( keine Arbeitsmarktrente). Ich habe nur in Deutschland gearbeitet.
Diese ist noch im Genehmigungsverfahren / Prüfverfahren. Meine Wohnung ist zum 01.01.2021 gekündigt. Ich ziehe um in ein Haus nach Ungarn. Habe dort dann meinen Wohnsitz und nicht mehr in Deutschland. Ich weiss, dass ich ggf. vom medizinischen Dienst noch begutachtet werde und dort vorstellig sein muß.
Nun meine Frage:
Ist es ok, wenn ich im Ausland meinen Wohnsitz habe auch während der Beantragung in Deutschland auf Erwerbsminderungsrente?

Ich weiß, dass die Rente auch ins Ausland ausgezahlt werden kann. Darum geht es nicht.
Nur darum, ob ich im Ausland auch während der Beantragung meinen Wohnsitz haben darf.

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Szöce

von
EM

Teilen Sie Ihren Verzug nach Ungarn und Ihre Bedenken bezüglich einer Begutachtung unverzüglich Ihrem zuständigen Rententräger mit, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

von
W°lfgang

Zitiert von: Szöce
Ist es ok, wenn ich im Ausland meinen Wohnsitz habe auch während der Beantragung in Deutschland auf Erwerbsminderungsrente?

Hallo Szöce,

einfach: JA.

Der Wohnsitz ist nicht entscheidend, sondern, ob die soz.-med. Anspruchsvoraussetzungen dann vorliegen (die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen/die erforderlichen Beiträge mal unterstellt).

Sie können Ihren Antrag nicht auf eine 'Nichtarbeitsmarktrente' einschränken, das klärt die DRV selbst - auch hier gibt es im EU-Auslandswohnsitz diese Möglichkeit der 'Arbeitsmarktrente'.

Warten Sie die Entscheidung über Ihren Rentenantrag einfach ab.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Szöce,

die Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes/Wohnsitzes in das Ausland ist in jedem Fall ihrem Rentenversicherungsträger (und auch Ihrer Krankenkasse) anzuzeigen. Der Verzug steht bei Ihnen konkret an, so dass Sie sich umgehend mit Ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen sollten.

Sie dürfen auch während des laufenden Antragsverfahrens nach Ungarn verziehen, sollten aber folgendes beachten:

Auch wenn der Verzug wahrscheinlich keine Auswirkungen auf die Rentenhöhe oder auf die Frage hat, ob Sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, hat er dennoch Auswirkungen auf das Verwaltungsverfahren.

Insbesondere folgende Punkte sind zu beachten:

- Wird Ihr Versicherungskonto bei einem Regionalträger geführt, könnte sich die Zuständigkeit eines anderen Regionalträgers ergeben.

- Die Rechtsmittelfrist beträgt 3 Monate.

- Ändert sich die Bankverbindung? Es ist ggf. eine Zahlungserklärung auszufüllen. Der Renten Service, der die Renten auszahlt, fordert jährlich eine Lebensbescheinigung an, es sei denn, dass mit Ungarn ein Sterbedatenabgleich besteht. Ggf. braucht der deutsche Rentenversicherungsträger deswegen weitere Informationen.

- Kann die medizinische Begutachtung nicht in der Zeit durchgeführt werden, in der Sie noch in der BRD wohnen, könnte bei Wohnsitzwechsel nach Ungarn eine Begutachtung über den ungarischen Versicherungsträger veranlasst werden. Wenn Ihr deutscher Rentenversicherungsträger allerdings Kenntnis vom Verzug hat, könnte er sich in Ihrem Fall für eine bevorzugte Untersuchung einzusetzen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.10.2020, 11:51 Uhr]