Beenden v. "AL ohne Leistungsbezug" - Auswirkungen?

von
Dieter

Hallo zusammen!

Ich bin z. Zt. arbeitslos und beziehe keinerlei Leistung von der Agentur für Arbeit. Auch kein Hartz IV!

Nun weiss ich, dass die AL-Zeit von der Agentur an die DRV gemeldet wird.

bis 31.12.2006 waren in der Wartezeitauskunft für mich folgende Zeiten gespeichert:

"Wartezeit:
48 Monate Beitragszeit
96 Anrechnungszeit

Rente wg. Erwerbsminderung:
Wartezeit nicht erfüllt: 48 Monate
es fehlen 12 Monate

Altersrente:
Wartezeit mit 144 Monate nicht erfüllt, es fehlen 276 Monate"

Die AL-Zeit für 2007 und 1.Quartal 2008 sind in dieser Auskunft noch nicht berücksichtigt.

Meine Fragen:
Welche Auswirkungen hat eine "Abmeldung" bei der Arbeitsagentur, ohne eine sich anschließende Pflichtversicherung oder freiwillige Versicherung?

von
Schiko..

Ohne mich auf feinheiten einzulassen die ich nicht kenne,
lese ich folgendes ab.

Mit 48 monate beitragszeit und 96 monate anrechnungs-
zeit sind für sie 144 monate erfüllt, für 35 jahre
pflichtbeiträge fehlen noch 276 monate um die zahl von
420 monate zu erreichen.
Für eine erwerbsminderungsrente sind vor beantragung
60 monate nachzuweisen, es sind aber nur 48 vorhanden,
fehlen also noch 12 monate .

Deshalb EMR. fehlanzeige.

Sich als bei der arbeitsagentur abzumelden ist immer
schlechter als dies nicht zu tun, da solche zeiten an-
rechnung auf die 35 erforderlichen jahre finden.

Mit freundlichen Grüßen.

Experten-Antwort

Wenn an die Alo keine Pflichtbeiträge folgen sollen ist zunächst zu fragen auf welche Tätigkeiten sich das Vermittlungsgesuch bei der Agentur für Arbeit richtet?
Zur Rentenversicherung: Die weitere "Meldung bei der Agentur für Arbeit" bringt nur dann einen Anspruch auf Altersrente wenn 35 Versicherungsjahre erreicht werden; dass dies ein langer Weg wäre hat Schico schon aufgezeigt. Andere Rentenansprüche sind nicht erreichbar.
Sofern innerhalb von zwei Jahren nach dem Ende einer Ausbildung eine Beschäftigung aufgenommen wurde und sich die genannte Arbeitslosigkeit an diese Beschäftigung anschließt besteht Anspruch auf medizinische Reha-Maßnahmen (§ 11 Abs.2 Ziff.2 SGB VI).
Bei Arbeitslosigkeit (auch ohne Leistungsanspruch) besteht ein eigener Anspruch auf die "Riester"-Zulage.

von
Rosanna

Hallo Dieter,

da für die Wartezeit von 5 Jahren für die Regelaltersrente nur Beitragszeiten zählen, macht es meiner Meinung keinen Sinn, sich weiter arbeitslos zu melden. Da Sie ja nicht einmal diese Wartezeit erfüllt haben und die Wartezeit von 35 Versicherungsjahren vermutlich bis zur Altersgrenze auch nicht mehr erfüllen können.

Je nachdem, wann Sie die Altersgrenze erreichen (Ihr Geburtsdatum haben Sie leider nicht angegeben!), können Sie zur Erfüllung der Wartezeit von 60 Kalendermonaten entweder noch 12 freiwillige Beiträge zahlen oder, wenn Sie eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen, auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Dadurch hätten Sie wieder vollwertige Beitragszeiten und könnten somit die Wartezeit erfüllen.

MfG Rosanna.

von
Dieter

Ihnen Allen zunächst einmal vielen Dank!

@Rosanna
mein Jahrgang: 1965

@Experte
Ziel d. Vermittlungsgesuchs an BA:
Führungsposition mit Option bzgl. Nachfolgeregelung

Aber keine Unterstützung durch BA, daher
Ziel nach AL:
Selbstständige Tätigkeit

Da die Altersgrenze für meinen Jahrgang sowieso auf 67 Jahre festgelegt wurde, wäre meinen Berechnung nach die Wartezeit mit 35 Jahre für mich NOCH erreichbar.

Was ich aber nicht verstehe:
Rosanna spricht von eine Wartezeit einmal von 5 Jahren und dann von einer Wartezeit von 35 Jahren. Wo ist der Unterschied?
5 Jahre > Erwerbsminderungsrente
35 Jahre > Altersrente?

Die fehlenden 12 Monate (für die 5 Jahre) werde ich sicherlich in Zukunft noch irgendwie voll bekommen.

Leider stehe ich zeitlich ziemlich unter Druck, so dass ich auf die Schnelle natürlich keinen DRV Beratungstermin bekomme. Deshalb ist ein Weg für mich, dieses Forum.

Deshalb nochmals:
Vielen Dank!

von
no name

Die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren (= 60 Monate) ist Voraussetzung für:
- Regelaltersrente (in Ihrem Fall mit 67)
- Erwerbsminderungsrente
- Witwen-/Witwerrente
- Halb-/Vollwaisenrente
Auf diese Wartezeit werden nur Beitragszeiten angerechnet.

Die Wartezeit von 35 Jahren (= 420 Monate) ist Voraussetzung für:
- Altersrente für langjährig Versicherte
- Altersrente für Schwerbehinderte
Auf diese Wartezeit werden alle rentenrechtlichen Zeiten angerechnet (Beitragszeiten, Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten, Zurechnungszeiten, Berücksichtigungszeiten).

Es gibt auch noch die Wartezeit von 15 Jahren, was für Sie aber nicht relevant ist, da diese nur für die Altersrente für Frauen und für die Altersrente nach Arbeitslosigkeit/Altersteilzeit notwendig sind. Diese Rentenarten sind für Ihren Jahrgang nicht mehr möglich.

von
no name

Die Wartezeit von 5 Jahren ist auch Voraussetzung für die Erziehungsrente.

von
Rosanna

Hallo Dieter,

ich weiß nicht warum, aber ich bin davon ausgegangen, dass Sie schon ein bißchen älter sind! Sorry! :-))

@no name hat Ihnen ja schon die Wartezeiten für die verschiedenen Rentenarten erläutert.

Wenn Sie bedenken, dass Sie das 65. Lebensjahr im Jahr 2030 vollenden, können Sie bis zu diesem Zeitpunkt keine 35 Versicherungsjahre mehr erfüllen! Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen z.B. könnte frühestens mit 62 Jahren und 10,8 % Abschlag (aber Wartezeit von 35 Versicherungsjahren bis dahin nicht erfüllt!) oder mit 65 ohne Abschlag in Anspruch genommen werden. Aber nur, wenn außer der WZ die übrigen Voraussetzungen (bei Rentenbeginn 50 % schwerbehindert) ebenfalls erfüllt sind.

Und die Altersrente für langjährig Versicherte (mit WZ von 35 Jahren) könnten Sie ebenfalls erst mit 67 OHNE Abschlag beanspruchen (mit Abschlag von 14,4 % ab dem 63. Lebensjahr - wieder Wartezeit nicht erfüllt!). Dann reicht aber auch die WZ von 60 KM für die Regelaltersrente!

Diese Angaben sind nur noch als kleiner Denkanstoß gedacht.

MfG Rosanna.

von
Dieter

Also langsam klärt sich mein Bild - hoffe ich ;-)

@Rosanna
Nein, soooo alt bin ich dann doch (noch) nicht.... :-D

Kann ich also zusamenfassen:(?)

noname schrieb:
"Die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren (= 60 Monate) ist Voraussetzung für:
- Regelaltersrente (in Ihrem Fall mit 67)
- Erwerbsminderungsrente
- Witwen-/Witwerrente
- Halb-/Vollwaisenrente
Auf diese Wartezeit werden nur Beitragszeiten angerechnet."

Meine Folgerung:
Mir fehlen also hierzu nur noch 12 Monate Beitragszeit. Gut.

noname schrieb:
"Die Wartezeit von 35 Jahren (= 420 Monate) ist Voraussetzung für:
- Altersrente für langjährig Versicherte
- Altersrente für Schwerbehinderte
Auf diese Wartezeit werden alle rentenrechtlichen Zeiten angerechnet (Beitragszeiten, Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten, Zurechnungszeiten, Berücksichtigungszeiten)." und der Beitrag von Rosanna

Folgerung:
Für mich "lohnt" es sich eigentlich nicht, mir über die Regelaltersrente mit 67 hinaus irgendetwas von der DRV zu "erhoffen" (ist ja auch klar - hab ja nicht "geklebt"). Und für diese Regelaltersrente sind eben die erwähnten 12 Monate Beitragszeit noch notwendig.

Abschließende(?) Fragen:
1. Meines Wissens kann man doch freiwillig in die DRV einzahlen. Stimmt das? Hierbei Rentabilität mal aussen vor lassen.

2. Was für eine rentenrechtliche Zeit ist denn eigentlich die AL o. Leistungsbezug? Anerkennungszeit, Ersatzzeit, oder....?
Weil, wie in meinem ersten Beitrag geschrieben, es fehlen noch 15 Monate AL, die noch nicht gespeichert sind.

von
Dieter

Hallo!

Noname schrieb in seinem Beitrag:
"Die Wartezeit von 35 Jahren (= 420 Monate) ist Voraussetzung für:
- Altersrente für langjährig Versicherte
- Altersrente für Schwerbehinderte
Auf diese Wartezeit werden alle rentenrechtlichen Zeiten angerechnet (Beitragszeiten, Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten, Zurechnungszeiten, Berücksichtigungszeiten)."

In Wikipedia ist zum Stichwort Regelaltersrente das Folgende zu lesen:
" Altersgrenze 65 für besonders langjährig Versicherte

Unabhängig davon können Arbeitnehmer, die eine Wartezeit von 45 Jahre zurückgelegt haben, auch weiterhin mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen (neue Altersrente für besonders langjährig Versicherte). Die 45-jährige Wartezeit kann nur durch Pflichtbeitragszeiten aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung und durch Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Pflege erfüllt werden, nicht dagegen z.B. durch Anrechnungs- oder Beitragszeiten aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Bezugs von Arbeitslosengeld."

Meine Frage daher:
Wird nun bei der Altersgrenze 65 für besonders langjährig Versicherte die Arbeitslosigkeit berücksichtigt oder nicht?

von
Schade

nein, bei diesen 45 Jahren zählen nur Pflichtbeiträge!

Über diese Rentenart brauchen Sie mit Ihrem bisherigen Versicherungsverhältnis gar nicht nachzudenken.

Sie haben 96 Monate an Anrechnungszeiten, es sind also 8 Jahre ab 17 belegt.
Somit können Sie vor 67 gar nicht auf 45 Arbeitsjahre kommen!

von
Rosanna

Hallo Dieter,

wenn das Geburtsjahr nicht angegeben ist, kommen halt solche Fehleinschätzungen heraus. Sorry. :-)))

>>Folgerung:
Für mich "lohnt" es sich eigentlich nicht, mir über die Regelaltersrente mit 67 hinaus irgendetwas von der DRV zu "erhoffen" (ist ja auch klar - hab ja nicht "geklebt"). Und für diese Regelaltersrente sind eben die erwähnten 12 Monate Beitragszeit noch notwendig. - RICHTIG!

>>Abschließende(?) Fragen:
1. Meines Wissens kann man doch freiwillig in die DRV einzahlen. Stimmt das? Hierbei Rentabilität mal aussen vor lassen. - Ja, durch die Entrichtung 12 freiwilliger Beiträge können Sie Wartezeiten (hier für die Regelaltersrente) erfüllen.

>>2. Was für eine rentenrechtliche Zeit ist denn eigentlich die AL o. Leistungsbezug? Anerkennungszeit, Ersatzzeit, oder....?
Weil, wie in meinem ersten Beitrag geschrieben, es fehlen noch 15 Monate AL, die noch nicht gespeichert sind. - Arbeitslosigkeitszeiten ohne Leistungsbezug sind Anrechnungszeiten nach § 58 Abs. 1 Ziff. 3 SGB VI. Sie sind aber nur anrechenbar, wenn durch sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder selbst. Tätigkeit UNTERBROCHEN ist. Da dies vermutlich bei Ihnen nicht der Fall ist, würden die Anrechnungszeiten gar nicht angerechnet. Und da Sie die große Wartezeit von 35 Versicherungsjahren nach meinen Berechnungen eh nicht vor dem 65. Lebensjahr erfüllen können, erübrigt sich meiner Meinung nach die Arbeitslosmeldung.

Frohe Ostern
Rosanna