Befreiung als Selbständiger

von
flohpapa

Hallo,

meine Frau hat einen kleinen Friseurladen.
Diesen betreibt sie in Elternzeit auf 300 Euro Basis, damit sie über mich krankenversichert ist und keine Rentenbeiträge zahlen muß.

Wir haben nun gehört, dass wenn man 18 Jahre in der Rente voll hat, kann man sich befreien lassen oder einen mindestbetrag zahlen.

1. Werden Kinder für die 18Jahre angerechnet?
2. Wie hoch ist der Mindestbetrag?
3. Wie werden Kinder angerechnet?
4. Wie ist dann die Einkommensgrenze aus sicht der Rentenversicherung und aus sicht der Krankenkasse?

Ich weiß dass das viele Fragen sind und hoffe dass Ihr mir helfen könnt.

Danke

von
Tschacka

grundsätzlich kann sich Ihre Frau nur von der Versicherungspflicht als Gewerbetreibende (Handwerkerin) befreien lassen, wenn Sie überhaupt der Versicherungspflicht unterliegt. Das ist jedoch bei einem Gewinn unter 400 EUR nicht der Fall. Ja, die Kindereziehungszeiten (soweit anrechenbar) zählen mit zu den 18 Jahren. Ich gehe mal davon aus, dass Ihre Frau von der DRV angeschrieben wurde um genau dieses klären zu lassen. Schicken Sie einfach den V 010 zurück und tragen bei der Frage nach dem Einkommen ein, dass sie nicht mehr als 400 EUR Gewinn hat. Sie bekommen dann sowieso einen Bescheid. Vorerst keine VP, da geringfügig selbständig tätig. Sobald mehr als 400 EUR muss sich Ihre Frau dann wieder melden um evtl. die Befreiung zu beantragen. Eine freiwillige Versicherung kann sinnvoll sein (Mindestbeitrag) muss es aber nicht! Ich empfehle Ihnen daher dringend sich einfach an die zuständige Rentenversicherung zu wenden um das zu klären.

MfG
Tschacka

p.s. im Rahmen der Prüfung der Versicherungspflicht wird auch die Kontenklärung durchgeführt. Somit auch die Kindererziehungszeiten und evtl. fehlende Schulzeiten!

von Experte/in Experten-Antwort

Sollte Ihre Frau als Gewerbetreibende im Handwerksbetrieb selbständig tätig sein und 18 Jahre Pflichtbeiträge vorliegen, kann sie sich gerne von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Versicherungsfreiheit muss beantragt werden. Die Befreiung würde unabhängig davon ausgesprochen, dass aktuell Geringfügigkeit vorliegt, weil es "praktikabel" ist.

Soweit für die selbst erzogenen Kinder Pflichtbeiträge wegen Kindererziehung nach § 56 SGB VI angerechnet wurden, sind auch diese Monate mit zu berücksichtigen. Monate der Kindererziehung, die in der Zukunft liegen, können heute noch nicht beachtet werden.

Grundsätzlich werden für Kindererziehung bei Geburten ab 01.01.1992 je Kind 36 Monate Pflichtbeiträge ab Folgemonat der Geburt anerkannt, sofern die Kinder überwiegend durch den antragstellenden Elternteil erzogen wurden.

Einkommensgrenzen sind bei ausgesprochener Befreiung aus Sicht der Rentenversicherung nicht mehr zu beachten. Die Befreiung gilt nur in Bezug auf die gesetzliche Rentenversicherung, nicht für die Krankenkasse. Die dort gültigen Einkommensgrenzen sind meines Wissens auch weiterhin zu beachten.

Grundsätzlich ist ein freiwilliger Mindestbeitrag möglich. Aktuell beläuft sich dieser auf 79,60 Euro. Ob er zum gewünschten oder gedachten Ergebnis führt, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel auch von der individuellen Erwerbsbiografie. Vereinbaren Sie zur Abklärung bitte einen Beratungstermin bei der nächstgelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle Ihrer Region.