Befreiung von der Versicherungspflicht als selbstständiger mit einem Auftraggeber

von
Steffen

Ich arbeite in der Versicherungsbranche als selbstständiger Hauptvertreter mit einem Auftraggeber.
Momentan habe ich noch eine Angestellte in Teilzeit, welche sozialversicherungspflichtig angestellt ist. Somit greift meine Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Zum 28.2. hört meine Mitarbeiterin bei mir auf . Ich bin natürlich bestrebt, schnell eine neue Arbeitskraft zu finden. Werde ich automatisch versicherungspflichtig, wenn ich nicht sofort ab dem 1. März einen neuen Mitarbeiter einstelle ?

von
W*lfgang

Hallo Steffen,

es gibt 'Übergangsfristen', die gerade im Nachweis des 'Bemühens' um eine neue SV-Angestellte begründet sind und die die Befreiungswirkung auch weiterhin bestehen lassen. Ein Experte/ein mehr wissender Mitleser, wird sich morgen/heute im Detail dazu äußern.

Gruß
w.

von
DRV

Nach meinem Kenntnisstand werden Sie mit Wegfall der Befreiungsvoraussetzung sofort versicherungspflichtig und haben dies auch innnerhalb einer Frist von 3 Monaten zu melden.

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_190AR4

Ich lasse mich aber gerne durch den Experten eines Besseren belehren.

von
Manuel

Hallo!

Damit keine Versicherungspflicht für Selbständige mit einem Auftraggeber eintritt ist ein regelmäßiges Arbeitsverhältnis nötig. Siehe auch http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_2R3.3.2

Wie der Arbeitsanweisung zu entnehmen ist sind Unterbrechungen bis zu 2 Monaten wegen Kündigung unschädlich. Auch darüber hinaus kann im Einzelfall, wenn ein Anstellungsverhältnis angestrebt wird, d.h. vermutlich wenn konkrete Ausschreibungen etc. unternommen werden, eine Unterbrechung weiterhin unschädlich sein.

Gruß
Manuel

von
Manuel

Hallo!

Damit keine Versicherungspflicht für Selbständige mit einem Auftraggeber eintritt ist ein regelmäßiges Arbeitsverhältnis nötig. Siehe auch http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_2R3.3.2

Wie der Arbeitsanweisung zu entnehmen ist sind Unterbrechungen bis zu 2 Monaten wegen Kündigung unschädlich. Auch darüber hinaus kann im Einzelfall, wenn ein Anstellungsverhältnis angestrebt wird, d.h. vermutlich wenn konkrete Ausschreibungen etc. unternommen werden, eine Unterbrechung weiterhin unschädlich sein.

Gruß
Manuel

Experten-Antwort

Hallo Steffen,

der Antwort von Manuel kann ich mich anschließen.

von
Steffen

Ich bedanke mich für die Antworten.

Hat mir sehr geholfen.

von
Steffen

Noch eine Anschlußfrage. Nur mal theoretisch.
Innerhalb von zwei Monaten Übergangsfrist findet sich kein neuer Angestellter. Die Prüfung des Bemühens ist ja eine subjektive Einschätzung des zuständigen Bearbeiters.

Also These : Man wird beitragspflichtig und entrichtet die Pflichtbeiträge ordnungsgemäß.

Habe ich richtig verstanden, dass dann die Beitragspflicht dauerhaft bestehen bleibt, auch wenn zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein Mitarbeiter eingestellt wird ?

von
KSC

sobald Sie wieder einen MA haben, sind Sie aus der Beitragspflicht wieder draußen.

von
Steffen

Und da bin ich mir nicht so sicher.

Wenn ich es richtig gelesen habe, dann ist man als Selbständiger, der versicherungspflichtig in der GRV wird, bis zum Ende der Selbständigkeit versicherungspflichtig.

von
Manuel

Hallo!

Ein Antrag auf Versicherungspflicht kann man nicht mehr zurück nehmen. Beim Personenkreis derjenigen die eine solche Erklärung abgegeben haben, besteht die Versicherungspflicht soweit die Selbständigkeit weiterbesteht (abgesehen von evtl. Geringfügigkeit).

Dagegen fällt bei der Versicherungspflicht von Gesetzes wegen, sobald der Ausschlussgrund mehr als geringfügiger Arbeitnehmer gegeben ist, diese Versicherungspflicht wieder weg.

Gruß Manuel

von
Steffen

Vielen Dank.

Jetzt kann ich das Ganze wirklich richtig einordnen.