Befunde bei Rehaantrag

von
apache

Ich habe einen Antrag auf eine med.Reha direkt bei der Geschäftsstelle der DRV abgegeben.

Drei Facharztbefunde wollte ich mit abgeben-der freundliche Herr am Empfang sagte mir aber, dass dies nicht notwendig sei, da notwendige Befunde sowieso von der DRV angefordert würden.

Bin jetzt unsicher, ob ich da zu gutgläubig war und die Befunde auf jeden Fall hätte abgeben sollen?!

von
Skatrentner

Falls Sie sich nicht ganz sicher sind, schicken Sie die Befunde mit einem kurzen Anschreiben unter Angabe Ihrer Versicherungsnummer doch ganz einfach noch hinterher. Und schon ist die Sache erledigt.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: apache

Ich habe einen Antrag auf eine med.Reha direkt bei der Geschäftsstelle der DRV abgegeben.

Drei Facharztbefunde wollte ich mit abgeben-der freundliche Herr am Empfang sagte mir aber, dass dies nicht notwendig sei, da notwendige Befunde sowieso von der DRV angefordert würden.

Bin jetzt unsicher, ob ich da zu gutgläubig war und die Befunde auf jeden Fall hätte abgeben sollen?!

Nun, die DRV hält nicht viel von der Beachtung gesetzlicher Bestimmungen und umgeht permanent die Vorschrift, dass die die Datenerhebung beim Betroffenen Vorrang hat. Stammt noch aus alten BfA und LVA-Zeiten, wo Versicherte als Bittsteller angesehen wurden.

Mein Tip: Packen Sie Ihre Befunde in einen verschlossenen Umschlag und schreiben mit Unterschrift drauf: Nur zu öffnen von einem Arzt des Sozialmedizinischen Dienstes, Schweigepflicht nach § 203 StGB, und packen das nebst einem Anschreiben mit Ihrer Antragsnummer oder anderen Identifikationsangaben in einen weiteren Umschlag und adressieren den an Ihren zuständigen RV-Träger.

Und dann wenden Sie sich an Ihre Ärzte, widerrufen Ihre pauschale Schweigepflichtentbindung und bitten diese Sie darüber zu informieren, wenn Anfragen von der DRV kommen.

Mit Ihren Ärzten besprechen Sie dann, was diese dann an die DRV bzw. deren Ärzte antworten.

Wenn Sie dann eine Reha bewilligt bekommen, machen Sie die Ärzte der Reha-Klinik schriftlich vor Ihrer Abreise darauf aufmerksam, dass deren ärztliche Schweigepflicht auch gegenüber der DRV gilt und eine Zustimmung zur Übersendung des Reha-Entlassungsberichtes erst nach Vorliegen und Prüfung Ihrerseits erforderlich ist, andernfalls Sie sich vorbehalten von en rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch zu machen.

Es ist nicht die Regel, dass ntlassungsberichte inhaltlich und medizinisch falsch sind, aber wenn, dann sind die Folgen prinzipiell irreversibel.

Deshalb gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

Experten-Antwort

Hallo apache,
reichen Sie die Befunde ruhig bei der DRV nach mit der Bitte, dass diese bei Ihrem Antrag berücksichtigt werden.

von
RFn

Der Sozialrechtler kann es nicht lassen. Alle seine in der Vergangenheit gegebenen Ratschläge laufen darauf hinaus:
Erst einmal alle Ärzte nicht von der Schweigepflicht entbinden, die ärztlichen Berichte durchsehen und auf die Ärzte einwirken dass sie nur das schreiben, was dem Patienten gefällt und alles weglassen, was die Gewährung einer Leistung (Reha oder EM-Rente) gefährden könnte. Nur vom Patienten zensierte Berichte sollen weitergeleitet werden.
Irgendwie liegt hier die Grenze zur Aufforderung zum Betrug sehr nahe.
Abgesehen von seinen in der Vergangenheit geäusserten negativen Auffassungen über Gutachter als Erfüllungsgehilfen der Rentenversicherung und die teilweise beleidigenden Äusserungen über die Mitarbeiter der Rentenversicherung, einschliesslich des medizinischen Dienstes.
Zutreffend sind aber die gegebenen Hinweise zur Versendung der medizinischen Unterlagen.
-------------------------------
Wenn es Ihr Wunsch ist, können Sie die in Ihrem Besitz befindlichen Facharztbefunde natürlich einschicken, aber üblicherweise werden bei der Antragsbearbeitung aktuelle und ausführliche Befundberichte mit speziellen Vordrucken angefordert.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: RFn

Der Sozialrechtler kann es nicht lassen. Alle seine in der Vergangenheit gegebenen Ratschläge laufen darauf hinaus:
Erst einmal alle Ärzte nicht von der Schweigepflicht entbinden, die ärztlichen Berichte durchsehen und auf die Ärzte einwirken dass sie nur das schreiben, was dem Patienten gefällt und alles weglassen, was die Gewährung einer Leistung (Reha oder EM-Rente) gefährden könnte. Nur vom Patienten zensierte Berichte sollen weitergeleitet werden.
Irgendwie liegt hier die Grenze zur Aufforderung zum Betrug sehr nahe.
Abgesehen von seinen in der Vergangenheit geäusserten negativen Auffassungen über Gutachter als Erfüllungsgehilfen der Rentenversicherung und die teilweise beleidigenden Äusserungen über die Mitarbeiter der Rentenversicherung, einschliesslich des medizinischen Dienstes.
Zutreffend sind aber die gegebenen Hinweise zur Versendung der medizinischen Unterlagen.
-------------------------------
Wenn es Ihr Wunsch ist, können Sie die in Ihrem Besitz befindlichen Facharztbefunde natürlich einschicken, aber üblicherweise werden bei der Antragsbearbeitung aktuelle und ausführliche Befundberichte mit speziellen Vordrucken angefordert.

Sie erzählen, wie man im Norden sagt, Dünnschiß, denn das Gesetz sagt klipp und klar, was ein Arzt mitzuteilen hat:

Objektivierbare BEFUNDE und Tatsachen.

Meinungen = Diagnosen und sonstiger Unfug gehören nicht dazu und hier hat der Patient das Recht und die Pflicht korrigierend einzugreifen. Wenn Sie das Zensur nennen, dann ist es eine notwendige schadensabwehrende "Zensur".

Nehmen Sie an, dass Sozialrechtler eine Möglichkeit hätte, die Fehldiagnose Astrozytom aus seinen Akten bei der DRV herauszuklagen, würde der Sozialrechtler der DRV Zugriff auf den Arztbericht der Röntgenmediziner und anderer Ärzte, die den Bericht ohne Schweigepflichtentbindungserklärung RECHTSWIDRIG bekommen haben, erlauben?

In welchem Zeitalter leben Sie eigentlich? In dem der Postkutsche des BuPrä Scheel: "Hoch auf dem Gelben Wagen"?

von
RFn

Sehr geehrter Sozialrechtler, langsam verstehe ich Ihr Anliegen. Sie haben aus persönlichen Gründen kein Vertrauen in die Diagnosen (= Meinungen, wie Sie sagen) der Ärzte).
Ich gehe davon aus, dass, wenn ich gesundheitliche Probleme habe, mein Arzt im Ergebnis der Untersuchungen einschliesslich Laborbefunde zu einer Diagnose kommt, mir diese mitteilt und die Behandlung einleitet. Der folge ich auch, weil ich nicht die Fachkenntnisse des Arztes habe.
Soll ich z.B. , wenn ich Bauchschmerzen habe und der Arzt feststellt, das ist der Appendix und ich muss sofort unters Messer, weil sonst ein Darmdurchbruch droht, diese Diagnose anzweifeln und sagen: So schlimm wird es nicht sein, vielleicht liegt mir nur das letzte Essen schwer im Magen und ich lass mich nicht operieren. Nach 5 Tagen bin ich dann tot, aber lieber das, als dem Arzt zu vertrauen ?
Oder eine zweite Variante: Ich lasse mich ins Krankenhaus einweisen wegen den Bauchschmerzen, verbiete aber meinem Arzt, auf der Einweisung seine Diagnose anzugeben, weil sich die Krankenhausärzte ihre eigene Meinung=Diagnose bilden sollen (wodurch wieder kostbare Zeit verstreicht, und der Exitus rückt näher) ?
Und soviel ich mitbekommen habe,orientiert sich der medizinische Dienst der Rentenversicherungsträger bei Entscheidungen zur Erwerbsminderung nicht an Diagnosen, sondern am Inhalt der Befundberichte, Gutachten und sonstiger medizinischer Unterlagen wie CT-Bilder, EKG und EGK.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: RFn

Sehr geehrter Sozialrechtler, langsam verstehe ich Ihr Anliegen. Sie haben aus persönlichen Gründen kein Vertrauen in die Diagnosen (= Meinungen, wie Sie sagen) der Ärzte).
Ich gehe davon aus, dass, wenn ich gesundheitliche Probleme habe, mein Arzt im Ergebnis der Untersuchungen einschliesslich Laborbefunde zu einer Diagnose kommt, mir diese mitteilt und die Behandlung einleitet. Der folge ich auch, weil ich nicht die Fachkenntnisse des Arztes habe.
Soll ich z.B. , wenn ich Bauchschmerzen habe und der Arzt feststellt, das ist der Appendix und ich muss sofort unters Messer, weil sonst ein Darmdurchbruch droht, diese Diagnose anzweifeln und sagen: So schlimm wird es nicht sein, vielleicht liegt mir nur das letzte Essen schwer im Magen und ich lass mich nicht operieren. Nach 5 Tagen bin ich dann tot, aber lieber das, als dem Arzt zu vertrauen ?
Oder eine zweite Variante: Ich lasse mich ins Krankenhaus einweisen wegen den Bauchschmerzen, verbiete aber meinem Arzt, auf der Einweisung seine Diagnose anzugeben, weil sich die Krankenhausärzte ihre eigene Meinung=Diagnose bilden sollen (wodurch wieder kostbare Zeit verstreicht, und der Exitus rückt näher) ?
Und soviel ich mitbekommen habe,orientiert sich der medizinische Dienst der Rentenversicherungsträger bei Entscheidungen zur Erwerbsminderung nicht an Diagnosen, sondern am Inhalt der Befundberichte, Gutachten und sonstiger medizinischer Unterlagen wie CT-Bilder, EKG und EGK.

Sie irren, denn das angebliche Astrozytom - prognostizierter Tod bei nicht gegebener Operatibilität binnen 6 Monaten - konnte ich problemlos selbst binnen 18 Stunden (eine Nacht dazwischen und ärztliche Bibliothek dicht) als Fehldiagnose abhaken. Als Wissenschaftler kann man das anhand der vorhandenen Literatur im Einzelfall bei Kenntnis bestimmter Tatsachen sehr wohl (im CT nicht erkennbar, im MRT sehr wohl, aber keine Kontrastmittelaufnahme), wenn man etwas von Physik versteht.

Daß eine Diagnose eine Meinung ist, haben Richter festgestellt, nicht ich.

Daß Diagnosen falsch sein können, haben ebenfalls Richter festgestellt, was aber nicht dazu führt, daß Falschdiagnosen aus Akten entfernt werden müssen.

Woran sich Ärzte der DRV orientieren, weiß ich nicht, aber unsereins wäre dumm, würde er es erlauben den Ärzten der DRV unkontrolliert und gerichtlich nicht nachprüfbar unspezifische Daten zur Verfügung stellen.

Eines weiß ich jedoch:

Ärzte schreiben gerne ab und übernehmen "Diagnosen" ohne Überprüfung.
Und deshalb gilt:

Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser.