Begutachtung Erwerbsminderungsrente

von
Renate Hoffmann

Hallo,
ich bekomme seit 2007 Erwerbsminderungsrente. Diese wurde zuerst für 1 1/2 Jahre bewilligt und dann in der ersten Verlängerung wieder für 1 1/2 Jahre. Nun läuft der zweite Verlängerungsantrag und ich muss demnächst zum Gutachter. Der erste Verlängerungsantrag wurde ohne erneute Begutachtung bewilligt.

Hierzu habe ich jetzt ein paar Fragen. Zum einen hat mir der Gutachten mit dem Termin zur Begutachtung einen 3-seitigen Fragebogen geschickt. Da fragt er u.a. Dinge, die ich bereits im Antrag an die Rentenversicherung mitgeteilt habe, z.B. wer meine behandelnden Ärzte sind und warum ich den Antrag gestellt habe und auch, ob ich schon Rente bekomme.
Das verwirrt mich etwas, denn ich dachte, die Rentenversicherung teilt ihm mit, weshalb er mich begutachten soll und schickt ihm auch die bei ihr vorliegenden Unterlagen über mich mit. Soll ich ihm jetzt alles mitbringen, was ich der Rentenversicherung schon geschickt habe? Das ist schließlich beim 2. Verlängerungsantrag ein ganzer Berg und den kann er doch dann ich erst im Begutachtungstermin bekommen? Da meine Rente aufgrund meiner psychischen Probleme gezahlt wird, weiß ich nicht, wie ich ihm das alles in diesem Termin erzählen soll. Was bekommt der Gutachter denn für Unterlagen von der Rentenversicherung mitgeschickt?

Dann bin ich auch noch wegen etwas ganz anderem total verunsichert. Ich wollte den Gutachter natürlich anrufen und fragen, was ich denn mitbringen soll und was er vorliegen hat. Da läuft aber nur ein Anrufbeantworter, den man zwar besprechen kann aber der keine Sprechzeiten nennt. Daraufhin wollte ich dann in die Praxis fahren und dort die Arzthelferin fragen und musste jetzt feststellen, dass es sich gar nicht um eine Praxis handelt, sondern um ein ganz normales Einfamilienhaus, wo auch nichts von einem Arzt oder so draußen dransteht. Ist das denn normal? Der Gutachter, zu dem ich bei der ersten Antragstellung musste, hatte eine normale Praxis mit normalen Sprechzeiten und einer Arzthelferin. Ist es normal, dass eine Begutachtung bei einem Gutachter zu Hause stattfindet? Ich habe ihn auch mit keiner Praxiseintragung unter einer anderen Adresse gefunden. Ich bin mir auch ganz sicher, dass die Adresse richtig ist, denn sowohl die Rentenversicherung, als auch der Gutachter haben mir die gleiche Anschrift mitgeteilt.

Mir macht das irgendwie Angst. Ich denke zwar, dass die Rentenversicherung ihre Gutachter ja kennt aber irgendwie kommt mir das schon komisch vor.

Würde mich sehr freuen, wenn mir hier ein Experte weiterhelfen könnte.

Danke
Renate

von
RFn

1. Es ist normal, dass ein Gutachter seinen Fragebogen schickt.
2. Die Rentenversicherung übersendet dem Gutachter nur einen Auftrag zur Begutachtung und legt ggf. andere med. Unterlagen bei.
Auf keinen Fall erhält er den Antrag bzw. die komplette Akte med. Akte.
3. Mitnehmen brauchen Sie nur das, was der Gutachter von Ihnen abfordert. Er will ja nicht wissen, wie es Ihnen vor drei Jahren ging, sondern er soll feststellen wie es Ihnen jetzt geht.

Experten-Antwort

Hallo Frau Hoffmann,
der Rentenversicherungsträger versendet mit der Erteilung des Auftrags zur Begutachtung normalerweise nicht die vorliegenden Unterlagen über Sie. Wegen Ihrer Zweifel bezüglich der richtigen Adresse des Gutachters sollten Sie sich mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen. Danach können Sie dann abklären, welche Unterlagen zur Begutachtung mitzubringen sind.

von
Arnold

Das der Gutachter ihnen einen Fragebogen zugesandt hat ist durchaus normal. Das mache zwar nicht alle Gutachter, aber doch einige. Füllen Sie den Fragebogen einfach aus und gut ist es.

An ihrer Stelle würde ich eine Mappe mit allen ihnen vorliegenden ärztlichen Unterlagen ( in Kopie natürlich nur ) der letzten 2 Jahre zusammenstellen und diese dem Gutachter dann übergeben.

Diese Mappe können Sie auch schon einige Tage vor dem Begutachtungstermin übergeben und nicht erst am Begutachtungstag. Ob der Gutachter sich vorab natürlich dann wirklich in die Unterlagen einliesst oder nicht, bleibt ihm überlassen.

Manche machen dies ganz bewusst nicht, um sich während der Begutachtung erstmal ein eigene, neutrale und damit unvorbelastete Meinung zu bilden !

Im Nachhinein schaut er sich dann - in der Regel - natürlich auch die Berichte der ärztlichen Kollegen an, um sich entweder in seiner Meinung über Sie dann bestätigt zu sehen oder eben nicht.

Das ein Gutachter nicht über eine normale Arztpraxis ( mit Arzthelferin etc. ) verfügt, ist ebenfalls nicht so ungewöhnlich und sollte Sie nicht beunruhigen. Gerade bei Psychiatern / Psychologen ist dies nicht mal so selten der Fall.

Auch ein Bekanmnter von mir wurde in einer quasi Privatwohnung von einer Psychiaterin im Auftrag der RV begutachtet.

von
Renate Hoffmann

Hallo,
danke für die vielen Antworten. Ich hatte immer gedacht, der Gutachter kriegt die gesammelten Unterlagen, die die Rentenversicherung von mir hat.

Hat die Tatsache, dass ich jetzt beim 2. Verlängerungsantrag wieder zum Gutachter muss, eigentlich zu bedeuten, dass die DRV mir nicht mehr glaubt? Ich verstehe das nicht so ganz, denn auch meine Ärztin hat ja in ihrem Bericht geschrieben, dass sich nichts verändert hat und beim letzten Antrag hat ihr Bericht ausgereicht.

Mir macht das alles so viel Sorgen, mir geht es immer noch genauso schlecht und ich habe panische Angst, dass der Gutachter das nicht so sieht und ich dann diesen ganzen Stress mit Widerspruch etc. habe. Ich kann jetzt schon wegen des Gutachtertermins kaum noch schlafen. Wie soll ich da noch mehr durchstehen.

Danke
Renate