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Bei der Reha und nicht überzeugt

von
Quasi

Guten Tag,

derzeit bin ich bei einer Reha der DRV für mehrere Wochen.

Leider fühle ich mich in dieser Klinik nicht richtig wohl. Ärzte, Schwestern, weiteres Personal ist alles sehr nett und hilfsbereit.

Doch es krankt an einigen Dingen, die auch dazugehören. Die Räume sind sehr dunkel, auch das Zimmer, dass man hier hat. Das Essen kommt von einem Caterer und schmeckt furchtbar. Vieles ist in die Jahre gekommen und nicht so ganz taufrisch. An den Abenden sitzt man in einer großen dusteren Lobby herum. Ziemlich einsam. Anschluss findet man hier kaum, dazu ist auch die Struktur der Patienten einfach zu ungeeignet. Vom Gefühl her bin ich in der falschen Klinik.

Tagsüber jagt ein Termin den anderen, man ist ständig von einer Therapie zur nächsten unterwegs, ohne das dazwischen viel Zeit, die Dinge zu verarbeiten. Dabei fehlt vor allem auch Einzeltherapie. Für diese sind 30 min da.

Was kann ich tun? Ein Abbruch meinerseits hätte sicher gravierende Folgen. Ich habe lange für diese Maßnahme gekämpft.

Doch die Umstände hier kann ich nicht ändern.

Was würden Sie mir empfehlen? Welche Konsequenzen hätte ein Abbruch der Reha durch mich?

Vielen Dank.

von
Saskia

Keine Konsequenzen, außer, dass es keine andere Reha gibt.

Aber..Sie haben es doch nocht gut getroffen, wenn Sie Ihre Therapien usw. erhalten. Nehmen Sie die mit und dann werden Sie nach Abschluß der Reha schon sehen, ob es geholfen hat.

Meine Reha ist da bei weitem schlechter gelaufen, ich habe so gut wie keine Therapien gehabt, sind ständig ausgefallen, weil Therapeuten krank usw. Wenn ich in der Woche auf ca. drei Termine gekommen bin, war das viel.

Dafür waren die Zimmer toll, das Essen klasse und die Umgebung super.

Ich weiß jetzt nicht, was besser ist.

von
W*lfgang

Zitiert von: Quasi
Anschluss findet man hier kaum
Quasi,

eine Reha ist kein Flirt-Zentrum für Leibesertüchtigungen ;-)

Wenn die Begleitumstände des täglichen Leben natürlich 'mau' sind, schlägt das sicher etwas aufs Gemüt. Ich sehe es aber auch wie Saskia, die Reha an sich soll mir helfen ...alles perfekt wäre natürlich besser.

Es steht Ihnen frei, nach Abschluss der Reha ein 'Bericht' an Ihre DRV zu senden, wie Sie die örtlichen Begleitumstände empfunden haben. Es gibt sicher auch im Netz ein 'Bewertungs-Portal', wo Sie ihre Gedanken hinterlegen können. Googlen Sie mal nach 'Bewertung Reha Kliniken' oder 'Forum Rehakliniken'.

Gruß
w.

von
Quasimodo

Für Leute mit soz. Phobie und Einsamkeit könnte es hilfreich sein, nicht nur auf Strickrunden zu treffen und in leeren Lobbys und toten Kleinstädten rumzuhängen

von
Nahla

Auf seine Reha muss man sich natürlich auch einlassen (wollen), sonst findet man immer irgendwas schlecht.

Das Problem mit der sozialen Phobie ist sicher etwas für die Einzel- oder Gruppengespräche. Und auch in Strickrunden kann man durchaus nette Leute treffen und sich gut unterhalten, selbst wenn man nicht strickt. Man muss dem ganzen nur eine Chance geben.

von
Herz1952

Von den sogenannten Rehas wird oft zu viel erwartet, sowohl von den Patienten ("da wird mir sicher geholfen") als auch von den Kostenträgern ("sie müssen das machen, da wird ihnen sicher geholfen").

Das stimmt leider nicht so ganz. Dazu sind die Krankheiten (auch "die gleichen") und die Patienten viel zu verschieden.

Jede Reha ist letzten Endes freiwillig. Es dürfen keine Sanktionen verhängt werden, wenn Sie eine Reha ablehnen oder abbrechen.

Eines ist sicher. Ein angenehmes Umfeld ist für eine Reha immer von Vorteil. Der Körper (und auch die sog. "Psyche") kann keine zusätzlichen unangenehmen Umstände so richtig vertragen. Das schreckt nur ab und man kann sie auch nicht daran "gewöhnen". Der Reha-Erfolg ist in Frage gestellt, oder zumindest beeinträchtigt.

Ein praktischer Rat: Sprechen Sie mit den zuständigen Mitarbeitern, die für die knappe Einteilung der Termine zuständig sind, dass Sie das belastet. Vielleicht auch mit dem Arzt. Vielleicht können Sie wenigstens von der Hektik entlastet werden.

Andererseits werden die Reha-Einrichtungen gezwungen von den Kostenträgern bestimmte Mindestanforderungen zu erfüllen. Dies ist insbesondere schwierig, wenn mehrere Beeinträchtigungen der Gesundheit bestehen. Manchmal entstehen daraus wirklich paradoxe Situationen, die einem Erfolg der Reha entgegenstehen. Die Ärzte stehen allerdings selbst unter Erfolgszwang. Sie versuchen auch möglichst den Reha-Erfolg positiv darzustellen, obwohl es objektiv anders ist.

Machen Sie das beste draus. Wenigstens scheinen die Anwendungen einen gewissen Erfolg zu Versprechen. Krankheit und Gesundheit, sind leider viel zu komplex, um alles "über einen Kamm" zu scheren. Damit ist das ganze System überlastet.

Ansonsten befolgen Sie den Rat des Experten.

Viel Erfolg.

Experten-Antwort

Hallo Quasi,

im Rahmen Ihrer Rehabilitationsmaßnahme hatten Sie sicherlich Kontakt zu einem Arzt der jeweiligen Klinik. Hier sollten Sie Ihre Probleme ansprechen. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass hier nur bei gesundheitlichen Problemen Abhilfe geschaffen werden kann. Das subjektive Empfinden (dunkle Räume etc.) ist bei jeder Person unterschiedlich und wird ggf. von anderen Patienten nicht wahrgenommen. Bei einer Maßnahme zur Rehabilitation steht die medizinische Versorgung des Patienten im Vordergrund und nach Ihren Schilderungen scheint es genügend Anwendungen zu geben, damit sich Ihr Gesundheitszustand bessert.