beide arbeiten - trotzdem Rentenanspruch auf Elternzeit?

von
Kilian

Meine Frau und ich arbeiten beim gleichen Arbeitgeber. Wir haben beide vollzeit weitergearbeitet nach der Geburt unseres Sohnes. Der Arbeitgeber wies uns darauf hin, dass wir die Kindererziehung bis zu 3 Jahre bei der Rentenversicherung gelten machen sollten. Wir sollen uns überlegen was finanziell für uns besser sei - es beim Mann bzw. bei der Frau anzurechnen. A) wenn beide elternteile arbeiten, kann man dann auch diese Zeit anrechnen lassen? B) welchen vorteil oder nutzen ergibt sich daraus? Hat man dann mehr eingezahlt, da Kindererziehung zusätzlich zu den rentenbeiträgen bezahlt wird? C) wonach richtet sich die einzahlung? Nach dem Gehalt des Vaters / Mutters oder ist das ein festbetrag?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

von
bekiss

Besser als die hier möglichen kurzen Ausführungen zu Ihrer Frage erklärt das alles die Broschüre der Deutschen Rentenversicherung. Die finden Sie unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_15182/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/02__info__broschueren/04__vor__der__rente/kindererziehung__plus__f_C3_BCr__die__rente,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/kindererziehung_plus_f%C3%BCr_die_rente

von
Schiko.

Bei geburt eines kindes bis 31.12. 1991 erhält die
mutter automatisch einen entgelpunkt, für geburten
ab 1992 je geburt sogar drei EP. auf rentenkonto
gutgeschrieben.

Nachdem ja durch die jährliche bemessungsgrenzen-
gleichbleibend- oder auch erhöht vom staat fest-
gesetzt werden, sind die gesamt erreichbaren EP. eines
jahres nach oben begrenzt.
Als rechengröße gilt - auch vom staat fesgelegt-
der durchschnittsverdienst aller beschäftigten-
für 2008 30084 euro, in 2007 waren es 29.488.

Die bemessungsgrenze wurde von 63000 auf 63600
erhöht. Verdient jemand in 2008 genau 63.600 ergibt
dies ( 63.600 : 30084) 2,1141 EP. a/ 26,27 rentenwert
und 55.54 E. rentengutschrift.

Wäre der verdienst ab 2008 35.000 versicherungspflich-
tig ergeben sich ( 35.000 : 30084) 1,1634 EP. plus
+ 1 EP. 2,1634 EP. begrenzt auf 2,1141 EP.

Dies ist auch der grund, warum bei drei EP. für geburten
ab 1992 dies. für geburt 4,1634 EP. , angerechnet aber
nur 2,1141 höchst e EP. auch auf 3 jahre verteilt werden.

Man stelle sich vor, 35.000 brutto und , somit 1,1634 EP.
plus 3,00 EPentgeltpunkte möglich.

In ausnahme fällen können die entgeltpunkte dem vater zu-
gerechnet werden, erspare mir vorerst hierzu einzelheiten.

Zusätzlich gelten für geburten auch anrechnungszeiten, die
genannten werte gelten für die alten bundesländer.

MfG.

Experten-Antwort

Zeiten der Kindererziehung führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht, wenn sie ihr Kind in Deutschland erziehen und gewöhnlich auch dort mit ihm leben. Erziehen Mutter und Vater ihr Kind gemeinsam, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, müssen die Eltern für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung abgeben.
Für ein Jahr der Kindererziehung ergibt sich fast 1 Entgeltpunkt, was (fast) dem Wert entspricht, den ein Versicherter erhält, dessen Beitragsbemessungsgrundlage dem Durchschnittsentgelt aller Versicherten in diesem Kalenderjahr entspricht.
Sie sollten umgehend eine Beratung eines Rentenversicherungsträgers, z. B. durch eine Auskunfts- und Beratungsstelle, beanspruchen, damit keine Fristen verstrichen werden.

Experten-Antwort

Zeiten der Kindererziehung führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht, wenn sie ihr Kind in Deutschland erziehen und gewöhnlich auch dort mit ihm leben. Erziehen Mutter und Vater ihr Kind gemeinsam, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, müssen die Eltern für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung abgeben.
Für ein Jahr der Kindererziehung ergibt sich fast 1 Entgeltpunkt, was (fast) dem Wert entspricht, den ein Versicherter erhält, dessen Beitragsbemessungsgrundlage dem Durchschnittsentgelt aller Versicherten in diesem Kalenderjahr entspricht.
Sie sollten umgehend eine Beratung eines Rentenversicherungsträgers, z. B. durch eine Auskunfts- und Beratungsstelle, beanspruchen, damit keine Fristen verstrichen werden.

von
Schiko.

Damit aus dem " fast" kein amtsgeheimnis wird, ganz genau
für 1 kind 0.0833 monatlich x 12 monate damit 0,9996
entpunkte. , 26,27 RW. x 0,9996 sind damit nur 26,26 statt
26,27 rentengutschrift.

MfG.

von
Kilian

Vielen Dank an Schiko, Bekiss und die Experten. Ich fasse zusammen:

Wenn ich mehr als 63.600 euro p.a. verdiene dann ist es egal, ob mir die Kinderzeit zugerechnet wird oder nicht, da ich sowieso an der Obergrenze der anrechenbaren Leistung bin.

Wenn meine Frau auch mehr als 63.600 verdient, dann verfällt die Anrechnung insgesamt. Sollte meine Frau etwas weniger als 63.600 euro verdienen, dann wird durch die Kindererziehung (bzw. deren Anrechnung) ihr rentenbeitrag auf ihre maximalen beitragsbemessunsgrenze von 2,1141 EP hochgezogen. Der rest verfällt.

Danke für die Info

von
Kritikaster

Die Art der Aussage, User Schiko, ist wahrlich keine Glanzleistung

Dies ist auch der grund, warum bei drei EP. für geburten
ab 1992 dies. für geburt 4,1634 EP. , angerechnet aber
nur 2,1141 höchst e EP. auch auf 3 jahre verteilt werden.

von
Schiko.

Sie haben ihren namen gerecht richtiges ge-
schrieben.
Hauptsache aber, der an-
fragende hat dies schein-
bar richtig verstanden.

Danke für den hinweis.

MfG.