Beitrag in die betriebliche Altersvorsorge

von
Wilfried Hennen

Ab dem 1.12.2014 beziehe ich eine abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren.
Gegen eine Erhöhung meiner Arbeitszeit in einem Minijob (450 EUR) entrichtet mein Arbeitgeber einen Betrag von 300 EUR monatlich in meine betrieblichen Altersvorsorge. Der Betrag wird direkt an die Unterstützungskasse geleistet. Der Arbeitgeber wird die Beiträge solange zahlen, wie ich einen Anspruch auf Arbeitsentgelt habe.
Führt dieser Beitrag zu einer Rentenkürzung?

von
Bertl

Ich kann mir nicht vorstellen das ein Arbeitgeber 300 Euro monatlich bei einem 450 Euro Job extra für eine betriebliche Altersvorsorge zahlt.

Fragen Sie besser nochmal beim Arbeitgeber nach.

von
Naomi Weber

Und denken sie daran, daß sie einmal auf ihre Rente speziell aus der betrieblichen Altersvorsorge ca. 18 % Sozialversicherungs-beiträge (Krankenversicherung, Pflegeversicherung) bezahlen werden.

Ferner werden sie die Rente aus betrieblichen Altersvorsorge höchstwahrscheinlich auch voll versteuern müssen.

Da können dann gut mal ca. 40 % aus der Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge schon gleich mal weg sein.

Ob es da nicht bessere Wege für ihren Arbeitgeber gibt, sich bei ihnen erkenntlich zu zeigen?

von
Wilfried Hennen

Zur Klarstellung:
Die Sache ist mit dem AG besprochen.
Es geht um die Frage: Muss die Beitragszahlung auf die Rente angerechnet werden (=Kürzung)?

von
Christina Nowak

Hallo Wilfried Hennen,

ich gehe derzeit allerdings davon aus, dass Sie diese Absprache zwar mit Ihrem AG getätigt haben, aber offensichtlich wurde wohl vergessen, mit dem Lohnbüro und dem Bereich Rechnungswesen und Controlling Rücksprache zu halten.

Generell gilt, bei betrieblicher Altersvorsorge handelt es sich um Entgeltumwandlung, damit der Arbeitnehmer Sozialbeiträge und Steuern spart.

Da es sich um eine Umwandlung des Gehaltes handelt, gehört es also zum Bruttoverdienst dazu und wird auf die Rente angerechnet.
Im Übrigen ist es damit auch kein Minijob auf 450,00 €-Basis mehr

Fragen Sie doch einfach mal Ihr Lohnbüro, Ihren Steuerberater oder ......

Experten-Antwort

Entgeltbestandteile, die durch Entgeltumwandlung für eine Unterstützungskassenversorgung verwendet werden, soweit sie 4 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze (West- 71400 Euro) der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen, sind dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt nicht zuzurechnen.
Wird ein höherer Betrag als 4 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze umgewandelt, stellt dieser beitragspflichtiges Arbeitsentgelt dar.
Sofern damit dann die zulässige Hinzuverdienstgrenze überschritten wird, kommt es zu einer
Rentenkürzung.
Dieses ist dem zuständigen Rentenversicherungsträger zu melden.
Erfolgt dagegen die betriebliche Altersversorgung in den genannten Durchführungswegen allein durch den Arbeitgeber, sind die Zuwendungen in unbegrenzter Höhe kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt im Sinne des § 14 SGB IV, da die Rückstellungen des Arbeitgebers keine Einnahmen im Sinne des Steuerrechts darstellen und ist damit dann auch nicht als Hinzuverdienst anzurechnen.