Beitragsbemessungsgrenze, sind Zusatzbeiträge möglich

von
HansW

Hallo,
ich habe zunächst die Forensuche bemüht (Beitragsbemessungsgrenze, Bemessungsgrenze, Zusatzbeitrag), leider ohne ein Ergebnis.
Dahinter verbirgt sich aber der Grund meiner Anfrage.
Wenn man in Altersteilzeit geht, hat man aus meiner Sicht folgende Einbußen bei der späteren Rente:
- geringeres Einkommen während der ATZ-Phase, somit weniger Entgeltpunkte
- der Grundgedanke von ATZ ist ja, vorgezogener Renteneintritt mit 63, dadurch wird ja die spätere Rente je früheren Renteneintrittsmonat reduziert.
- desweiteren werden ja durch das frühere Ausscheiden aus dem Arbeitsleben weniger Entgeltpunkte erarbeitet

Auf Grund dieser drei Negativpunkte entsteht die Frage:
Ist es möglich über die Beitragsbemessungsgrenze hinaus Zusatzbeiträge zu leisten, um mehr Entgeltpunkte zu erwirtschaften?

LG Hans

von
Rentenschmied

Hallo,
kurz und bündig: Nein es geht nicht.
Mit besten Grüßen

von
Berater

Die Beitragsbemessungsgrenze ist genau dafür da, um Beitragszahlungen zu begrenzen. Ausnahmen sind da nicht vorgesehen. Warum auch?

von
suchenwi

Mein Arbeitgeber hat in der ATZ die RV-Beiträge bis BBG aufgestockt.
Zudem habe ich mit Vordruck V0210 Auskunft über freiwillige Beiträge zum Ausgleich der Rentenminderung (Abschlag) angefordert und erhalten.
Nach Einzahlung der frw.Beiträge 2018 hat die DRV sie bestätigt, und das Finanzamt diese Bestätigung als steuermindernd anerkannt.
Ging also.

von
senf-dazu

Während einer beitragspflichtigen Beschäftigung sind keine weiteren Beiträge (Pflicht jenseits der BBG oder freiwillig) möglich.

Alternativen sind
- Ausgleichszahlung für den Abschlag
- nach Rentenbeginn bis zur Regelaltersgrenze (ggf. mit Teilrente) freiwillige Beiträge zahlen, um dadurch später die Rente zu erhöhen
- wenn nach der ATZ keine weitere Anstellung möglich ist, als Selbstständiger mit Pflicht auf Antrag Beiträge zahlen
- ...

Vielleicht lassen Sie sich mal beraten, wie und auf welchen Wegen ihr gewünschtes Ziel erreicht werden kann.

Experten-Antwort

Hallo HansW,

senf-dazu hat die möglichen Alternativen zur Aufstockung des Rentenbetrages genannt.
Eine persönliche Beratung in einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung wäre ebenfalls sinnvoll.

von
HansW

Vielen Dank für Eurer Informationen.

von
W°lfgang

Hallo HansW,

Ergänzend zu den Vorbeiträgen:

der AG muss - unabhängig vom ausgezahlten ATZ-Entgelt - RV-Beiträge auf Basis des letzten Einkommens zahlen, und zwar 'gemittelt' 90 %. Die möglichen max. EP in dieser Zeit gehen daher nur um 10 % runter ...ist zu verschmerzen/max. 6,80 EUR/ATZ-Jahr weniger Rentenzuwachs, sofern die BBG erreicht wurde, sonst noch weniger.

Wie von @suchenwi erwähnt, gibt es sogar ('große') Arbeitgeber, die die RV-Beiträge auf 100 % aufstocken. Interessant ist in dem Zusammenhang auch die von @suchenwi angesprochene Ausgleichszahlung, dann könnten Sie Ihren Rentenanspruch noch mal deutlich erhöhen ...mit allen Vorteilen/Risiken. Wurde vor ein paar Tagen hier thematisiert:

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/justus.html

Gruß
w.