Beitragsgeminderte Zeit in Polen

von
Kristof

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich des nachfolgenden Sachverhaltes würde ich mich sehr über eine Rückmeldung freuen.
Ich bin Spätaussiedler und bin im Jahr 1990 von Polen nach Deutschland gekommen.
Für mich gilt das deutsch-polnische Rentenabkommen von 1975.

Auf Grund eines Arbeitsunfalls habe ich in Polen von 1973- 1990 einen GdB von 40% und eine Rente erhalten.
Von 1973-1978 konnte ich meinem Beruf nicht nachgehen und habe zunächst nur die Rente erhalten. Parallel habe ich die Technikerschule absolviert.
Die Zeit 1973-1978 wurde mir als Anrechnungszeit wegen Zurechnungszeit oder Rentenbezugs anerkannt. Hier habe ich den vollen Gesamtleistungswert erhalten.

Ab 1978-1990 konnte ich wieder eine Vollzeitbeschäftigung (in einer Behindertenwerkstatt) aufnehmen, ich habe jedoch weiterhin die o.g. Rente bezogen.
Diese Zeit wurde mir als Pflichtbeitragszeit während Rentenbezugs angerechnet, nicht als beitragsgeminderte Zeit.
Hier habe ich nur den Punktewert im Vergleich zum Durchschnittsverdienst erhalten, nicht den Gesamtleistungswert.

Nun stellt sich mir die Frage, ob die Zeit 1978-1990 nicht hätte als beitragsgeminderte Zeit nach §54 Abs. 3 gewertet werden müssen und somit die Entgeltpunkte nach der Gesamtleistungsbewertung berechnet werden müssten?

Wenn ja, würde diese beitragsgeminderte Zeit dann den vollen Gesamtleistungswert erhalten?

Über Ihre Expertise würde ich mich sehr freuen. Mit Dank im Voraus und vielen Grüßen

Experten-Antwort

Hallo Kristof,
ich würde vordergründig Ihre Argumentation unterstützen wollen und auch zu einer beitragsgeminderten Zeit kommen.
Hier muss allerdings bitte etwas genauer und einzelfallbezogener auf Ihren persönlichen Lebenslauf geschaut werden.

Bei fortbestehenden Restzweifeln sollte eine Prüfung des Versicherungsverlaufes nebst ggf. Korrekturrentenberechnung initiiert werden.