Beitragsnachzahlung nach Arbeitsunfall

von
Tommy

Hallo, ich habe folgende Frage zu meinem Fall:

Hatte im August 2014 einen Arbeitsunfall/Wegeunfall. Der Unfallgegner hat die Schuld auch anerkannt. Nach der Lohnfortzahlung übernimmt die zuständige BG ja meine Rentenbeiträge. Leider nur auf Grundlage meines Verletztengeldes, ca. 75% vom letzten Netto-Lohn. Das bedeutet, dass auch nur Rentenversicherungsbeiträge von den 75% gezahlt werden.
Nun meine Frage: Habe ich die Möglichkeit die fehlenden 25% igen Rentenversicherungsbeiträge nachzuzahlen?
Natürlich werde ich versuchen diese Kosten bei der gegnerischen Versicherung einzufordern.

Vielen Dank schon mal im Vorraus für die Bearbeitung

von
-/-

Es gibt die Möglichkeit des RV-Trägers Regreßansprüche direkt beim Unfallgegner bzw. dessen Versicherung geltend zu machen.
Rufen Sie einfach mal bei Ihrem RV-Träger an und lassen sich mit den zuständigen MitarbeiterInnen verbinden.

Experten-Antwort

Hallo Tommy,

selbst können Sie den Beitragsausfall nicht ausgleichen. Allerdings hat der Rentenversicherungsträger die Möglichkeit die ausgefallenen Beiträge in einem sog. Regressverfahren einzufordern.

Wurde der (Beitrags-)Schaden durch einen Dritten verursacht, geht der Anspruch auf „Ersatz der schadensbedingt nicht entrichteten Beiträge“ regelmäßig unmittelbar auf den Rentenversicherungsträger über. Mit dem Übergang ist allein der Rentenversicherungsträger berechtigt, die Erfüllung des Beitragsanspruchs zu betreiben (sog. Beitragsregress nach § 119SGB X).

Bei der Prüfung und Durchsetzung des Beitragsregresses werden die Rentenversicherungsträger von den anderen Sozialleistungsträgern unterstützt. Das betrifft insbesondere die Krankenkassen und die Unfallversicherungsträger, wenn sie Sozialleistungen zahlen, die durch eine Schädigung Dritter verursacht wurden. Bei Feststellung eines solchen Sachverhalts haben diese den zuständigen Rentenversicherungsträger zu unterrichten - Sie selbst müssen hier also grundsätzlich nicht tätig werden.

Soweit Sie sicher gehen wollen, dass ein entsprechendes Regressverfahren eingeleitet wurde, können Sie sich zunächst an Ihren Unfallversicherungsträger wenden und nachfragen, ob eine entsprechende Meldung an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger abgegeben wurde. Darüber hinaus können Sie auch Verbindung mit Ihrem Rentenversicherungsträger aufnehmen und dort den Stand des Verfahrens erfragen.

von
Verweisung

Senden Sie das Formular R870 mit den betreffenden Angaben an Ihren Rentenversicherungsträger und beantragen Sie den Beitragsregreß.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/R0870.html

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