Beitragsrückerstattung Beamte

von
Jannik B

Hallo zusammen,
ich bin seit einigen Monaten Beamter auf Lebenszeit und würde mir gerne meine Beiträge erstatten lassen, die ich bisher in die RV eingezahlt habe.

Ich habe zwischen 2011 und 2017 in der Regel unter 450 Euro verdient und demnach auch keine Beiträge in die RV geleistet. In den Semesterferien jedoch oft auch mehr. Ich habe aber keine 60 Monate Beiträge gezahlt.

Berücksichtigt die Deutsche Rentenversicherung nur das komplette Jahr oder differenziert sie nach Monaten? Ich würde nämlich gerne die Rückerstattung in Anspruch nehmen.

Liebe Grüße
Jannik Berner

von
W°lfgang

Hallo Jannik B,

es gilt das Monatsprinzip.

Auch wenn Sie selbst keine Beiträge im Rahmen des Minijobs gezahlt haben, der AG schon. Entsprechend dem Minijob-Einkommen werden daraus auch Monate für die Wartezeit von 60 Monaten 'umgerechnet'.

Fordern Sie sich eine 'Wartezeitauskunft' von Ihrer DRV an, telef. oder schriftlich, dann erfahren Sie die tatsächlich zählbaren Monate für die 60 Monate.

Sie können auch den Weg online über eine Rentenauskunft gehen:

https://www.eservice-drv.de/SelfServiceWeb/

Erhalten Sie diese zugeschickt, sind bereits 60 Monate erreicht! ;-)

Bedenken Sie aber, dass mit einer Beitragserstattung sämtliche rentenrechtlichen Zeiten gelöscht/verloren gehen ...also auch schulische Ausbildungen ab 17. Lbj. + ggf. Studium. Bei etwaig späterer Rückkehr in die Privatwirtschaft mit dann doch (wieder) DRV-Rentenansprüchen *) könnte dann das Nichterreichen der ggf. immer noch erforderlichen 35 Versicherungsjahre für einen aktuell möglichen Altersrentenanspruch ab 63 wegen der paar 100/1000 € Beitragserstattung 'tragisch' sein ;-)

*) bei Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis ohne Versorgungsanspruch wird diese Zeit bei der DRV komplett nachversichert = der ehemalige Dienstherr muss rückwirkend Beiträge in Ihr Rentenkonto zahlen.

Vielleicht holen Sie sich doch besser vorher Informationen bei der nächsten Beratungsstelle ein, bevor Sie diesen 'Cut' machen ...

Gruß
w.

von
Mflfl

Es sei denn sie wird aus dem Beamtenverhältnis entfernt. Dann wird nichts nachversichert.

So wie es dem armen Steuerbeamten aus NRW ergangen ist. Nach fast 35 Jahren Beamter rückwirkend die Verbeamtung aberkannt. Pension verloren, keine Ansprüche gegen die Rentenversicherung und Rückforderung der Besoldung für 35 Jahre iHv mehreren hunderttausend Euro. Auf letzteres verzichtet der Dienstherr nun, da der arme Knopf Mittellos im Alter ist.

von
Jannik B

Danke für Ihre Antworten. Da es sich um Beträge von unter 5000 Euro handelt, wird das keinen großen Einfluss auf meine Rente haben.:)

von
Jannik B

Sorry, falsch gelesen. Ja ich lasse mich nochmal beraten :)

Experten-Antwort

Hallo Jannik B,

es gilt wie auch bereits angemerkt wurde, das Monatsprinzip.

Wie Sie ja auch bereits selbst angedacht haben, empfehlen wir Ihnen, sich direkt beim Rentenversicherungsträger beraten zu lassen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

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