Belehrung fehlt

von
Fred

Guten Tag,

Vor einigen Jahren bekam ich ein Schreiben, daß mir die Schulzeiten vom 16-17 Lebensjahr als Anrechnungszeiten gestrichen werden.
Gesetzliche Änderung.
Einspruchsfrist 4 Wochen.
Letzte Woche hatte ich einen Termin bei der DRV.
Kontenklärung.
Da sagte man mir erstmals, daß sich dadurch meine Wartezeiten verlängern.

Bei dem Schreiben der DRV war keine Belehrung dabei, daß diese Kürzung Einfluß auf die Wartezeiten hat.
Kann ich nachträglich deshalb Einspruch einlegen, weil ein systematischer Fehler begangen wurde ?

Danke
Fred

von
hegehosa

Zitiert von: Fred

Da sagte man mir erstmals, daß sich dadurch meine Wartezeiten verlängern.

Hallo Fred,
zunächst einmal hat diese Gesetzesänderung und die daraus resultierende Minderung Ihrer Anrechnungszeiten keine Auswirkungen auf die Länge der Wartezeiten. Es sind lediglich 12 Monate an Anrechnungszeiten weniger vorhanden, die auf die Wartezeit von 35 Jahren angerechnet werden könnten.

Ich verstehe nur nicht, welche besondere Belehrung Sie sich gewünscht hatten. Es liegt doch in der Natur der Sache, dass bei Streichung von 12 Monaten zwingend 12 Monate weniger vorhanden sind, die auf die Wartezeit anzurechnen sind.

Allenfalls hätte ein Hinweis erfolgen müssen, dass Sie berechtigt sind, für diesen Zeitraum freiwillige Beiträge nachzuzahlen. Sollte ein solcher Hinweis unterblieben sein und Ihnen aus der unterbliebenen Beitragsnachzahlung ein rentenrechtlicher Nachteil entstanden sein, wäre unter Umständen im Rahmen eines sozialrechtlichen Herstellungsanspruches auch heute noch die Nachzahlung der Beiträge zuzulassen. Das kann man aber in so einem Forum nicht beurteilen. Da ist der Einzelfall ganz genau zu beleuchten.

Sollten Sie allerdings noch nicht das 45. Lebensjahr vollendet haben, sind Sie ohnehin zur Beitragsnachzahlung berechtigt.

von
Fred

Zitiert von: hegehosa

zunächst einmal hat diese Gesetzesänderung und die daraus resultierende Minderung Ihrer Anrechnungszeiten keine Auswirkungen auf die Länge der Wartezeiten.

Aber genau das hat man mir bei der DRV gesagt ???????????????

Zitiert von: hegehosa

Allenfalls hätte ein Hinweis erfolgen müssen, dass Sie berechtigt sind, für diesen Zeitraum freiwillige Beiträge nachzuzahlen.

Das lese oder höre ich Heute das Erste mal.
Ich habe immer hier gelesen, daß die Nachzahlungsfristen in die DRV sehr kurz sind.

Zitiert von: hegehosa

Sollten Sie allerdings noch nicht das 45. Lebensjahr vollendet haben, sind Sie ohnehin zur Beitragsnachzahlung berechtigt.

Das habe ich auch noch nie gelesen oder gehört, daß es da eine Altersgrenze geben sollte. ??????????????

Woher soll ein normalsterblicher wissen was für Konsequenzen die Streichungen haben wenn er nicht belehrt wird ?
Nur die Wenigsten sind in Deutschland Sozialexperten.
Wer jeden Tag angestrengt arbeiten muß, hat für so was sowieso keine Zeit.
Also muß man doch wenigstens ausführlich belehrt werden.

Gruß
Fred

von
Bär

Zitiert von: Fred

Zitiert von: hegehosa

zunächst einmal hat diese Gesetzesänderung und die daraus resultierende Minderung Ihrer Anrechnungszeiten keine Auswirkungen auf die Länge der Wartezeiten.

Aber genau das hat man mir bei der DRV gesagt ???????????????

Zitiert von: hegehosa

Allenfalls hätte ein Hinweis erfolgen müssen, dass Sie berechtigt sind, für diesen Zeitraum freiwillige Beiträge nachzuzahlen.

Das lese oder höre ich Heute das Erste mal.
Ich habe immer hier gelesen, daß die Nachzahlungsfristen in die DRV sehr kurz sind.

Zitiert von: hegehosa

Sollten Sie allerdings noch nicht das 45. Lebensjahr vollendet haben, sind Sie ohnehin zur Beitragsnachzahlung berechtigt.

Das habe ich auch noch nie gelesen oder gehört, daß es da eine Altersgrenze geben sollte. ??????????????

Woher soll ein normalsterblicher wissen was für Konsequenzen die Streichungen haben wenn er nicht belehrt wird ?
Nur die Wenigsten sind in Deutschland Sozialexperten.
Wer jeden Tag angestrengt arbeiten muß, hat für so was sowieso keine Zeit.
Also muß man doch wenigstens ausführlich belehrt werden.

Gruß
Fred

Hallo Fred,

lesen bitte sämtliche von der Rentenversicherung erhaltenen Versicherungsverläufe bzw. Feststellungsbescheide seit dem Jahr 1996 genau durch.

Dort sind die entsprechenden Textpassagen enthalten.

von
B2

Zitiert von: Fred

Zitiert von: hegehosa

zunächst einmal hat diese Gesetzesänderung und die daraus resultierende Minderung Ihrer Anrechnungszeiten keine Auswirkungen auf die Länge der Wartezeiten.

Aber genau das hat man mir bei der DRV gesagt ???????????????

Zitiert von: hegehosa

Allenfalls hätte ein Hinweis erfolgen müssen, dass Sie berechtigt sind, für diesen Zeitraum freiwillige Beiträge nachzuzahlen.

Das lese oder höre ich Heute das Erste mal.
Ich habe immer hier gelesen, daß die Nachzahlungsfristen in die DRV sehr kurz sind.

Zitiert von: hegehosa

Sollten Sie allerdings noch nicht das 45. Lebensjahr vollendet haben, sind Sie ohnehin zur Beitragsnachzahlung berechtigt.

Das habe ich auch noch nie gelesen oder gehört, daß es da eine Altersgrenze geben sollte. ??????????????

Woher soll ein normalsterblicher wissen was für Konsequenzen die Streichungen haben wenn er nicht belehrt wird ?
Nur die Wenigsten sind in Deutschland Sozialexperten.
Wer jeden Tag angestrengt arbeiten muß, hat für so was sowieso keine Zeit.
Also muß man doch wenigstens ausführlich belehrt werden.

Gruß
Fred

§ 207 Nachzahlung für Ausbildungszeiten
(1) Für Zeiten einer schulischen Ausbildung nach dem vollendeten 16. Lebensjahr, die nicht als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden, können Versicherte auf Antrag freiwillige Beiträge nachzahlen, sofern diese Zeiten nicht bereits mit Beiträgen belegt sind.
(2) Der Antrag kann nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Bis zum 31. Dezember 2004 kann der Antrag auch nach Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie versicherungsfrei waren und für die sie nachversichert werden, sowie Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie von der Versicherungspflicht befreit waren, können den Antrag auch innerhalb von sechs Monaten nach Durchführung der Nachversicherung oder nach Wegfall der Befreiung stellen. Die Träger der Rentenversicherung können Teilzahlungen bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren zulassen.
(3) Sind Zeiten einer schulischen Ausbildung, für die Beiträge nachgezahlt worden sind, als Anrechnungszeiten zu bewerten, kann sich der Versicherte die Beiträge erstatten lassen. § 210 Abs. 5 gilt entsprechend.

von
Fred

Zitiert von: B2

§ 207 Nachzahlung für Ausbildungszeiten
(1) Für Zeiten einer schulischen Ausbildung nach dem vollendeten 16. Lebensjahr, die nicht als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden, können Versicherte auf Antrag freiwillige Beiträge nachzahlen, sofern diese Zeiten nicht bereits mit Beiträgen belegt sind.
(2) Der Antrag kann nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Bis zum 31. Dezember 2004 kann der Antrag auch nach Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie versicherungsfrei waren und für die sie nachversichert werden, sowie Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie von der Versicherungspflicht befreit waren, können den Antrag auch innerhalb von sechs Monaten nach Durchführung der Nachversicherung oder nach Wegfall der Befreiung stellen. Die Träger der Rentenversicherung können Teilzahlungen bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren zulassen.
(3) Sind Zeiten einer schulischen Ausbildung, für die Beiträge nachgezahlt worden sind, als Anrechnungszeiten zu bewerten, kann sich der Versicherte die Beiträge erstatten lassen. § 210 Abs. 5 gilt entsprechend.

Danke für die gesetzliche Grundlage.

Na klasse, inzwischen bin ich 48 Jahre alt.
Mir wurden einfach 12 Monate weggestrichen.
Warum war das nicht in dem Änderungsbescheid gestanden, daß man nachzahlen kann bis 45 ?

Fred

von
unbekannt

warum willst du denn überhaupt nachzahlen?
das lohnt sich doch sowieso nicht...

da zahlts du knapp 80 EUR für 30 Cent Erhöhung...

da gibts sicher ne bessere Verwendung!

von
KSC

lieber Fred,

wenn Sie dieses Schreiben vor einigen Jahren erhielten, hätten Sie sich ja auch schon vor einigen Jahren kümmern können.
:)
Aber nein, jetzt sucht man natürlich einen Grund, dass wieder mal die anderen Schuld sind......

Bedenken Sie aber, dass dieses eine Jahr in aller Regel nicht über "wohl und wehe" entscheidet, weil in diesem Zusammenhang eigentlich nur die 35 Versicherungsjahre interessant sind um die AR für langjährig Versicherte oder für Schwerbehinderte zu erreichen.
Und Männer sollten in aller Regel auch ohne dieses eine Jahr auf 35 Jahre kommen.

PS: mit Punkten bewertet wird die Schulzeit auch nicht - wo ist also Ihr "Schaden"?

von
Fragender

Zitiert von: Fred

Zitiert von: B2

§ 207 Nachzahlung für Ausbildungszeiten
(1) Für Zeiten einer schulischen Ausbildung nach dem vollendeten 16. Lebensjahr, die nicht als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden, können Versicherte auf Antrag freiwillige Beiträge nachzahlen, sofern diese Zeiten nicht bereits mit Beiträgen belegt sind.
(2) Der Antrag kann nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Bis zum 31. Dezember 2004 kann der Antrag auch nach Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie versicherungsfrei waren und für die sie nachversichert werden, sowie Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie von der Versicherungspflicht befreit waren, können den Antrag auch innerhalb von sechs Monaten nach Durchführung der Nachversicherung oder nach Wegfall der Befreiung stellen. Die Träger der Rentenversicherung können Teilzahlungen bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren zulassen.
(3) Sind Zeiten einer schulischen Ausbildung, für die Beiträge nachgezahlt worden sind, als Anrechnungszeiten zu bewerten, kann sich der Versicherte die Beiträge erstatten lassen. § 210 Abs. 5 gilt entsprechend.

Danke für die gesetzliche Grundlage.

Na klasse, inzwischen bin ich 48 Jahre alt.
Mir wurden einfach 12 Monate weggestrichen.
Warum war das nicht in dem Änderungsbescheid gestanden, daß man nachzahlen kann bis 45 ?

Fred

Glaub ich nicht, dass es dort nicht drinne gestanden hat.

von
Sozialröchler?

Zitiert von: Fred

Belehrung fehlt

Dass die Schulzeiten für das eine Jahr nicht mehr anzurechnen sind, hat sich der Gesetzgeber ausgedacht und an die Gesetze muss sich auch der Rentenversicherungsträger halten. Die Nachzahlung von freiwilligen Beiträgen für nicht mehr anzurechnende Schulzeiten lohnt sich im Regelfall nicht. Insofern haben Sie alles richtig gemacht und auch nichts verpasst. Schimpfen Sie mal nicht auf die Deutsche Rentenversicherung. Die hat Ihnen garantiert alles mitgeteilt, was Sie wissen mussten, damit Ihnen keine Nachteile entstehen.

von
Fred

Das nennt sich genau:
Aufhebungsentscheidungen und Abänderungsentscheidungen.
Da steht absolut nichts drin daß sich das auf die Wartezeiten auswirkt.
Das kam im Ausgust 2009 bei mir an, da war ich bereits 46 Jahre und 11 Monate alt.
Also hätte ich sowieso nichts mehr nachzahlen können.

Mir fehlen die 12 Monate bei der Wartezeit, weil ich inzwischen 90% schwerbehindert bin.
GDB 90.
Mein Rentenantrag wurde abgelehnt.
Ich werde aber trotzdem aufhören zu arbeiten, sobald ich die 35 Jahre für die Wartezeit voll habe.

Fred

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Fred,

den Ausführungen von „hegehosa“ und „B2“ schließen wir uns an. Auch wenn Sie nur wenig Zeit haben, empfehlen wir Ihnen zur individuellen Abklärung Ihrer Situation vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle zu vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link " Beratungsstellen" ermitteln. Bringen Sie alle Schreiben, Bescheide und Versicherungsverläufe die in diesem Zusammenhang Ihnen übersandt worden sind mit. Nur so kann festgestellt werden, ob und wann Sie die Wartezeit erfüllen werden. Vor allem kann man Ihnen eine Auskunft geben, wann Sie nach heutigem Rechtsstand aufgrund Ihrer Schwerbehinderung in Altersrente gehen können.

von
unbekannt

wenn Sie jetzt 48 Jahre alt sind, können Sie noch keine Altersrente aufgrund einer Schwerbehinderung bekommen...

und falls Sie die Erwerbsminderungsrente beantragt haben, wirken sich die fehlenden Schulzeiten auch nicht aus, hier kommt es auf die letzten 5 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung an...