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Bemessung Erwerbsunfähigkeitsrente

von
Jimmy

Ein guter Freund von mir ist querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Vor etwa 20 Jahren wurde ihm eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Basis eines Gesellengehaltes zuerkannt, er war zum Zeitpunkt des Unfall AZUBI und hat anschließend die Ausbildung beendet. Etwa 5 Jahre nach der Zuerkennung der Rente hat er ein Studium zum Elektroingenieur abgeschlossen und arbeitet seit 15 Jahren als Ing.. Er zahlt Rentenbeiträge auf Basis seines Ing.-Gehaltes. Nach wie vor wird ihm die Erwerbsunfähigkeitsrente aber nur auf Basis der Gesellenbemessung von vor 20m Jahren gewährt. Sprich, ist er mal länger als 6 Wochen krank greift diese Rente und er bekommt einen Bruchteil dessen, was er heute verdient und worauf er jeden Monat seine Rentenbeiträge zahlt. Wer kann mir sagen, ob dies so korrekt ist und wer könnte u. U. objektiv Hilfe leisten?

von
Paula

Hallo Jimmy,
wir müssen Ihren Beitrag in zwei Bereiche trennen.
1. Wenn Ihr Freund seit 20 Jahren eine Rente bezieht und der Unfall während der Zeit als AzuBi geschehen ist, müsste nach der damaligen Rechtslage die Rente auf der Basis von 90 Prozent des Durchschnittsverdienstes erfolgt sein, wobei zu den zurückgelegten wenigen Beitragsmonaten zusätzlich die Zeit bis zum 55. bzw. 60 Lebensjahr (Zurechnungszeit) abgerechnt worden ist.

2. Hier geht es um eine Frage im Krankenversicherungsbereich. Rentner wegen Erwerbsunfähigkeit haben nur einen Anspruch auf 6 Wochen Krankengeld. Dieser Zeitraum ist in der Regel duch die Lohnfortzahlung erfüllt. Danach gibt es kein Krankengeld mehr und in der Tat bleibt als einzige Einnahmequelle die Rente. Mit seiner Beitragsentrichtung zur Rentenversicherung hat dies aber nichts zu tun.

Paula

von
Jimmy

Danke für die Info Paula,
ich denke 1. ist i.O.

Zu 2. ist es denn korrekt, wenn 15 Jahre nach Feststellung der EU die Rente immer noch nach den damaligen Kriterien bemessen wird, obwohl es seit 15 Jahren quasi nicht mehr zur Auszahlung der EU kommt, Oberhalb der Hinzuverdienstgrenzen.
Wäre es denkbar, wenn man den Status EU wegfallen lässt und bei späterem neuen Eintritt einer EU dann die Rente neu berechnen lässt. Wie gesagt, 15 Jahre als Ing tätig mit nahezu konstant 25 Stunden pro Woche.

von
Rosanna

Hallo Jimmy,

ich verstehe Ihren Beitrag eigentlich gar nicht so richtig!

Es kann doch nicht sein, dass Ihr Bekannter IMMER NOCH ERWERBSUNFÄHIG ist und einen Volltagsjob als Ingenieur ausübt??? Die Obergrenze für eine EU-rentenUNschädliche Tätigkeit liegt bei 15 Stunden pro Woche (3 Std. täglich).

Es kann auch nicht sein, dass die EU-Rente wegen dem Verdienst nicht mehr ausgezahlt wird! Bei Bestandsrentnern, also bei Rentnern, die 2001 bereits eine &#34;alte&#34; EU-Rente bezogen, wird erst ab 2001 die Einkommensanrechnung nach § 96 a SGB VI angewandt.

Meines Erachtens ist die ganze Sache ein bißchen undurchsichtig. ICH hätte diese Konstellation - 25 Std. pro Woche tätig UND Erwerbsunfähig - schon längst überprüft....

Wie auch immer - sollte es tatsächlich zutreffen, dass die EU-Rente wegen der Einkommensanrechnung nicht zur Auszahlung gelangt, wird die &#34;nächste&#34; Rente, die Altersrente, unter Berücksichtigung der inzwischen NACH DEM ERSTEN LEISTUNGSFALL (!) gezahlten Beiträge berechnet.

Bei einer EU- oder EM-Rente werden immer nur die bis zum Eintritt dieses Leistungsfalles gezahlten Beiträge berücksichtigt.

Und zum 2. Punkt: Es ist mir neu, dass EU-Rentenbezieher Anspruch auf Krankengeld haben. Ich lasse mich aber gerne eines anderen belehren. Das mit der Lohnfortzahlung dürfte aber richtig sein.

MfG Rosanna.

von
Rosanna

.....dass die EU-Rente wegen dem Verdienst nicht mehr ausgezahlt wird!

Ich meine natürlich, dass sie seit 15 JAHREN nicht mehr ausgezahlt wird.

von
Agnes

Hallo Rosanna,
ich finde diese 6 Wochen Anspruch auf Krankengeld im SGB V auch nicht.
Ich kann mich dunkel erinnern, dass es so was mal gegeben hat.
Es betraf EU-Rentner, die nach Rentenbeginn eine Arbeit aufgenommen haben.

Agnes

Experten-Antwort

Die Erwerbsunfähigkeitsrente wurde nach den zum Zeitpunkt des Leistungsfalls gültigen Berechnungsvorschriften berechnet. Das bedeutet, dass danach eingezahlte Beiträge erst bei einem neuerlichen Leistungsfall, zum Beispiel bei der Altersrente, in die Rentenberechnung mit einfließen können. Eine Neuberechnung der Rente erfolgt vorher nicht.

Durch die damalige Rentenfestsetzung wurde Ihr Freund allerdings auch durch die sogenannte Zurechnungszeit so gestellt, als hätte er Rentenbeiträge bis über das 55. Lebensjahr hinaus gezahlt. Bei der Berechnung der Folgerente werden die nach Eintritts des Leistungsfalls tatsächlich gezahlten Beiträge als Ingenieur mit berücksichtigt.

Sofern Ihr Freund weitere Fragen zu seiner Rente hat, empfehlen wir Ihm bei der nächst gelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle einen Termin zu vereinbaren, damit er individuell beraten werden kann. Die Ihrem Wohnort nächst gelegene Beratungsstelle können Sie unter dem Link &#34;Service/Beratungsstellen&#34; ermitteln.

von
???

Sind Sie denn sicher, dass Ihr Freund eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält oder könnte es auch eine Unfallrente von der BG sein? Die Erwerbsminderung scheint ja während der Ausbildung eingetreten zu sein...