Benachteiligung von Schwerbehinderten bei den Renten

von
Wim

Hallo,

ich bin Geburtsjahr 1959 und Schwerbehindert; 50% mit Merkmal "G". Ich habe keine 35 Versicherungsjahre in meinem Versicherungsverlauf und somit kommt für mich in erster Instanz nur die Regelalterrente in Betracht. Ein positiver Effekt das ich eine Schwerbehinderung habe und somit eher in Rente gehen könnte zählt nicht wegen dem fehlen der 35 Versicherungsjahre.

Eine Person die jedoch 35 Versicherungsjahre voll hat kann (mit Abschlägen)in Rente gehen, egal ob Schwerbehindert oder nicht. Dasselbe für jemand mit Schwerbehinderung. Wo liegt da die Berücksichtigung das jemand Schwerbehindert ist? Beide Personen werden gleich behandelt!

In meinem Fall sogar noch drastischer: Da ich die 35 Versicherungsjahre nicht voll habe kann ich nur die Regelaltersrente in Anspruch nehmen. Ein vorzeitiger Bezug von Rente (auch mit Abschlägen) wegen meiner Schwerbehinderung ist nicht möglich.

Fazit: Egal ob Schwerbehindert oder nicht, 35 Versicherungsjahre sind Voraussetzung auf eine vorzeitige Rente. Der Faktor Schwerbehindert spielt keine Rolle.
Das wird besonders deutlich wenn jemand keine 35 Versicherungsjahre voll hat. Da ist der ausschließlich das Erreichen der Regelaltersrente maßgebend.
Ich denke das ist Diskriminierend und wird dem Gesetz nicht gerecht weil in beiden Fällen die Schwerbehindertheit keine Rolle spielt.

Ich überlege einen Rentenantrag zu stellen mit Einbeziehung das ich Schwerbehindert bin. Da dieser mit Sicherheit wegen Fehlen der 35 Jahre abgelehnt wird werde ich überlegen von einem Gericht klären lassen ob das rechtlich überhaupt zulässig ist oder einfach willkürlich, weil nach meiner Meinung die Berücksichtigung der Schwerbehindertheit de facto keine Rolle spielt... obwohl nach außen so getan wird.

Experten-Antwort

Zitiert von: Wim
Hallo,

ich bin Geburtsjahr 1959 und Schwerbehindert; 50% mit Merkmal "G". Ich habe keine 35 Versicherungsjahre in meinem Versicherungsverlauf und somit kommt für mich in erster Instanz nur die Regelalterrente in Betracht. Ein positiver Effekt das ich eine Schwerbehinderung habe und somit eher in Rente gehen könnte zählt nicht wegen dem fehlen der 35 Versicherungsjahre.

Eine Person die jedoch 35 Versicherungsjahre voll hat kann (mit Abschlägen)in Rente gehen, egal ob Schwerbehindert oder nicht. Dasselbe für jemand mit Schwerbehinderung. Wo liegt da die Berücksichtigung das jemand Schwerbehindert ist? Beide Personen werden gleich behandelt!

In meinem Fall sogar noch drastischer: Da ich die 35 Versicherungsjahre nicht voll habe kann ich nur die Regelaltersrente in Anspruch nehmen. Ein vorzeitiger Bezug von Rente (auch mit Abschlägen) wegen meiner Schwerbehinderung ist nicht möglich.

Fazit: Egal ob Schwerbehindert oder nicht, 35 Versicherungsjahre sind Voraussetzung auf eine vorzeitige Rente. Der Faktor Schwerbehindert spielt keine Rolle.
Das wird besonders deutlich wenn jemand keine 35 Versicherungsjahre voll hat. Da ist der ausschließlich das Erreichen der Regelaltersrente maßgebend.
Ich denke das ist Diskriminierend und wird dem Gesetz nicht gerecht weil in beiden Fällen die Schwerbehindertheit keine Rolle spielt.

Ich überlege einen Rentenantrag zu stellen mit Einbeziehung das ich Schwerbehindert bin. Da dieser mit Sicherheit wegen Fehlen der 35 Jahre abgelehnt wird werde ich überlegen von einem Gericht klären lassen ob das rechtlich überhaupt zulässig ist oder einfach willkürlich, weil nach meiner Meinung die Berücksichtigung der Schwerbehindertheit de facto keine Rolle spielt... obwohl nach außen so getan wird.

Hallo Wim,

Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen besteht bei Jahrgang 1959 mit Abschlag frühestens ab einem Alter von 61 Jahren und 2 Monaten (ohne Abschlag ab 64 Jahren und 2 Monaten).

Eine Altersrente für langjährig Versicherte kann dagegen mit Abschlag frühestens ab 63 in Anspruch genommen werden ohne Abschlag sogar erst mit 66 Jahren und 2 Monaten).

Insofern haben Personen, die die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren erfüllen und bei Rentenbeginn schwerbehindert sind, den Vorteil, doch deutlich früher und ggf. mit einem niedrigeren Abschlag in Rente gehen zu können.

Da Sie aber nach Ihren Angaben die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren nicht erfüllen, bleibt Ihnen tatsächlich nur die Möglichkeit der Regelaltersrente ab 66 Jahren und 2 Monaten.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Valzuun

Sie widersprechen sich dich selbst.
Zutreffend führen Sie an mehren Stellen aus, dass Sie genauso behandelt werden wie jemand ohne eine Schwerbehinderung.
Außerdem haben Schwerbehinderte -theoretisch- die Möglichkeit vorzeitig/mit geringeren Abzügen in Rente zu gehen. Ein klarer Vorteil, freilich nur für diejenigen die die 35 Jahre geschafft haben.

Fazit: Was Sie beklagen ist keine Diskriminierung, erst recht werden Sie nicht benachteiligt. Was Sie wirklich wollen ist eine Bevorzugung.

Und wenn Sie gegen alle Institutionen Klagen möchten bei denen Ihre Schwerbehinderung keine Rolle spielt, dann haben Sie viel vor.

von
Guten Morgen

Zitiert von: Wim
Hallo,

ich bin Geburtsjahr 1959 und Schwerbehindert; 50% mit Merkmal "G". Ich habe keine 35 Versicherungsjahre in meinem Versicherungsverlauf und somit kommt für mich in erster Instanz nur die Regelalterrente in Betracht. Ein positiver Effekt das ich eine Schwerbehinderung habe und somit eher in Rente gehen könnte zählt nicht wegen dem fehlen der 35 Versicherungsjahre.

Eine Person die jedoch 35 Versicherungsjahre voll hat kann (mit Abschlägen)in Rente gehen, egal ob Schwerbehindert oder nicht. Dasselbe für jemand mit Schwerbehinderung. Wo liegt da die Berücksichtigung das jemand Schwerbehindert ist? Beide Personen werden gleich behandelt!

In meinem Fall sogar noch drastischer: Da ich die 35 Versicherungsjahre nicht voll habe kann ich nur die Regelaltersrente in Anspruch nehmen. Ein vorzeitiger Bezug von Rente (auch mit Abschlägen) wegen meiner Schwerbehinderung ist nicht möglich.

Fazit: Egal ob Schwerbehindert oder nicht, 35 Versicherungsjahre sind Voraussetzung auf eine vorzeitige Rente. Der Faktor Schwerbehindert spielt keine Rolle.
Das wird besonders deutlich wenn jemand keine 35 Versicherungsjahre voll hat. Da ist der ausschließlich das Erreichen der Regelaltersrente maßgebend.
Ich denke das ist Diskriminierend und wird dem Gesetz nicht gerecht weil in beiden Fällen die Schwerbehindertheit keine Rolle spielt.

Ich überlege einen Rentenantrag zu stellen mit Einbeziehung das ich Schwerbehindert bin. Da dieser mit Sicherheit wegen Fehlen der 35 Jahre abgelehnt wird werde ich überlegen von einem Gericht klären lassen ob das rechtlich überhaupt zulässig ist oder einfach willkürlich, weil nach meiner Meinung die Berücksichtigung der Schwerbehindertheit de facto keine Rolle spielt... obwohl nach außen so getan wird.

Da scheinen Ihnen aber etliche Jahre zu fehlen, dass Sie das in nächster Zeit nicht erreichen. Die Erfüllung einer Wartezeit ist neben dem Eintrittsalter halt Bedingung. Dabei zählen nicht nur reine Arbeitsjahre, es wird etliches mehr angerechnet. Es gibt auch schwer Kranke, die keine EMR erhalten, weil sie schlicht die versicherungstechnisch en Voraussetzungen nicht erfüllen.

von

Dann viel Freude auf Ihrem Klageweg und teilen Sie uns bitte in drei Jahren mit, warum das BSG Ihre Klage abgewiesen hat.

von
Wim

Zitiert von: Valzuun
Sie widersprechen sich dich selbst.
Zutreffend führen Sie an mehren Stellen aus, dass Sie genauso behandelt werden wie jemand ohne eine Schwerbehinderung.
Außerdem haben Schwerbehinderte -theoretisch- die Möglichkeit vorzeitig/mit geringeren Abzügen in Rente zu gehen. Ein klarer Vorteil, freilich nur für diejenigen die die 35 Jahre geschafft haben.

Fazit: Was Sie beklagen ist keine Diskriminierung, erst recht werden Sie nicht benachteiligt. Was Sie wirklich wollen ist eine Bevorzugung.

Und wenn Sie gegen alle Institutionen Klagen möchten bei denen Ihre Schwerbehinderung keine Rolle spielt, dann haben Sie viel vor.

Das ist falsch!
Ich möchte das meine Schwerbehindertheit berücksichtigt wird, unabhängig von Versicherungsjahren!
Und sorry, wer lesen kann ist im Vorteil, Sie anscheinend nicht! Ich will keine Bezugung, sondern das Recht was der Gesetzgeber den Schwerbehinderten gegenüber gesunden Menschen einräumt.

von
Schlaubi

Ihre Schwerbehinderung wird berücksichtigt!
Nur gibt es für alle eine vorgezogene Altersrente nur, wenn 35 Versicherungsjahre vorliegen.
Es gibt hier für keinen eine Ausnahme. Auch nicht für Sie!

von

Zitiert von: Wim
Zitiert von: Valzuun
Sie widersprechen sich dich selbst.
Zutreffend führen Sie an mehren Stellen aus, dass Sie genauso behandelt werden wie jemand ohne eine Schwerbehinderung.
Außerdem haben Schwerbehinderte -theoretisch- die Möglichkeit vorzeitig/mit geringeren Abzügen in Rente zu gehen. Ein klarer Vorteil, freilich nur für diejenigen die die 35 Jahre geschafft haben.

Fazit: Was Sie beklagen ist keine Diskriminierung, erst recht werden Sie nicht benachteiligt. Was Sie wirklich wollen ist eine Bevorzugung.

Und wenn Sie gegen alle Institutionen Klagen möchten bei denen Ihre Schwerbehinderung keine Rolle spielt, dann haben Sie viel vor.

Das ist falsch!
Ich möchte das meine Schwerbehindertheit berücksichtigt wird, unabhängig von Versicherungsjahren!
Und sorry, wer lesen kann ist im Vorteil, Sie anscheinend nicht! Ich will keine Bezugung, sondern das Recht was der Gesetzgeber den Schwerbehinderten gegenüber gesunden Menschen einräumt.

Typischer Fall von beratungsresistenz. Tun Sie was Sie für richtig halten aber wundern Sie sich nicht, wenn Sie dabei den Kürzeren ziehen.

von
W°lfgang

Zitiert von: Wim
Und sorry, wer lesen kann ist im Vorteil, Sie anscheinend nicht! Ich will keine Bezugung, sondern das Recht was der Gesetzgeber den Schwerbehinderten gegenüber gesunden Menschen einräumt.

...der Gesetzgeber räumt den schwerbehinderten Menschen einen früheren Altersrentenanspruch ein, als den nicht Schwerbehinderten. Beiden unter gleichen Bedingungen: 35 Versicherungsjahre.

Geht doch hier um gesetzliche Altersrente - oder?!!

Insofern werden Sie in diesem Punkt bevorzugt!!!

Eine weitere Möglichkeit - OHNE VERSICHERUNGLEISTUNGEN in der DRV - haben Sie nicht.

Mal nachdenken: Rente = (Mindest)Versicherungszeiten = zu wenig davon, gehöre 'ich wohl' nicht in das Versorgungssystem!

Allein der Status GdB 50+ löst für Sie keinen Sozialleistungsanspruch/vorgezogenen Rente, aus (dafür gibt es ggf. ergänzende andere Sozialleistungen/Vergünstigungen). Eventuell schon eine durchaus frühere Erwerbsminderungsrente bei _wesentlich geringeren_ Versicherungszeiten ...nur, wenn auch das bei Ihnen nicht gepasst hat, müssen Sie sich nicht bei der DRV 'beschweren' - sondern sind mit dieser Situation schon seit Jahren oder Jahrzehnten konfrontiert worden. Der 'Aufschrei' heute soll dann was bewirken?

Gruß
w.

von
Satire

Zitiert von: Wim
Hallo,

ich bin Geburtsjahr 1959 und Schwerbehindert; 50% mit Merkmal "G". Ich habe keine 35 Versicherungsjahre in meinem Versicherungsverlauf und somit kommt für mich in erster Instanz nur die Regelalterrente in Betracht. Ein positiver Effekt das ich eine Schwerbehinderung habe und somit eher in Rente gehen könnte zählt nicht wegen dem fehlen der 35 Versicherungsjahre.

Eine Person die jedoch 35 Versicherungsjahre voll hat kann (mit Abschlägen)in Rente gehen, egal ob Schwerbehindert oder nicht. Dasselbe für jemand mit Schwerbehinderung. Wo liegt da die Berücksichtigung das jemand Schwerbehindert ist? Beide Personen werden gleich behandelt!

In meinem Fall sogar noch drastischer: Da ich die 35 Versicherungsjahre nicht voll habe kann ich nur die Regelaltersrente in Anspruch nehmen. Ein vorzeitiger Bezug von Rente (auch mit Abschlägen) wegen meiner Schwerbehinderung ist nicht möglich.

Fazit: Egal ob Schwerbehindert oder nicht, 35 Versicherungsjahre sind Voraussetzung auf eine vorzeitige Rente. Der Faktor Schwerbehindert spielt keine Rolle.
Das wird besonders deutlich wenn jemand keine 35 Versicherungsjahre voll hat. Da ist der ausschließlich das Erreichen der Regelaltersrente maßgebend.
Ich denke das ist Diskriminierend und wird dem Gesetz nicht gerecht weil in beiden Fällen die Schwerbehindertheit keine Rolle spielt.

Ich überlege einen Rentenantrag zu stellen mit Einbeziehung das ich Schwerbehindert bin. Da dieser mit Sicherheit wegen Fehlen der 35 Jahre abgelehnt wird werde ich überlegen von einem Gericht klären lassen ob das rechtlich überhaupt zulässig ist oder einfach willkürlich, weil nach meiner Meinung die Berücksichtigung der Schwerbehindertheit de facto keine Rolle spielt... obwohl nach außen so getan wird.

Genau, dass muss aufhören! Entweder gehen alle Schwerbehinderten mit 62 in Rente, oder keiner. Egal wieviele Arbeitsjahre. Ich weiß noch etwas besseres, alle Schwerbehinderten gehen nach 20 Jahren in Erwerbsminderung, nicht nur WfbM - Beschäftigte. Das ist Diskriminierung! Diejenigen Behinderten, die 35 Jahre geschafft haben, brauchen diesen Bonus nicht mehr, es gibt Freibier für alle.

von
Valzuun

Dann nennen Sie mir doch mal bitte ein Argument dafür, dass Schwerbehinderte unabhängig von der Art der Behinderung sowie der Art und Dauer der Beschäftigung künftig pauschal zwei Jahre früher in Rente gehen dürfen.

Und da Sie die Dose der Pandorra ja ohnehin geöffnet haben:
Ist die jetzige pauschale rentenrechtliche Bevorzugung eigentlich noch zeitgemäß?
Arbeitslose, Altersteilzeitler und Frauen hat’s da ja in den letzten Jahren bzgl. der jeweilige „Extrawürste“ schon erwischt...

Übrigens hat auch mal jemand geklagt, weil die Besteuerung von Pensionären gegenüber der Rentnern so furchtbar ungerecht war. Recht hat er bekommen. Dazu Morddrohungen und Polizeischutz. Und die Rentner freuen sich seit dem über jährlich steigende Steuern (während sich für die Pensionäre nichts geändert hat).
Wollen Sie den Schwerbehinderten jetzt ein ähnlichen Pyrrhussieg bescheren?