Berechnung der Mutterschutzzeit in der ehemaligen DDR

von
Helga

Mein Sohn wurde im März 1973 in der ehemaligen DDR geboren.
Dannach war ich, wie damals üblich, ein halbes Jahr im Babyurlaub. Ab September musste ich wieder arbeiten. In meinem SV-Ausweis ist die Ausfallzeit vor und nach der Geburt mit insgesamt 118 Arbeitsausfalltagen bescheinigt.
Bei meiner Rentenberechnung wurden nun diese 118 Tage durch 5 geteilt, mit 7 multipliziert und an das Ende des Jahres 1972 gestellt. Die Arbeitsverdienst die vor und nach der Freistellung erzielte wurden, wurde dadurch auf die Zeit der Freistellung, wo ich ja gar nicht arbeitete, aufgeteilt. Die Mutterschutzfrist vor der Geburt gibt es dadurch auch nicht bei der Rentenberechnung . Also wurde die zeit vor der Geburt nicht als beitragsgeminderte Anrechnungszeit bewertet.
Ist das wirklich so richtig?

von
senf-dazu

Hallo Helga!

Es ist eben so geregelt worden, dass die aufsummierten Zeiten statt der möglicherweise vorhandenen detaillierten DAten verwendet werden.
Es wird zwar nicht der reale Zeitraum, sondern ein pauschaler Zeitraum mit gleicher Länge erfasst, der aber auch als Anrechnungszeit verwendet wird und ähnlich wie eine Mutterschutzzeit wirkt.

Experten-Antwort

Hallo Helga,

sind für die Zeiten des Mutterschutzes im Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung Arbeitsausfalltage eingetragen, sind diese auch so zu übernehmen.

Arbeitsausfalltage werden als Anrechnungszeiten nicht für die Zeit des tatsächlichen Arbeitsausfalls (z.B. Mutterschutz) berücksichtigt, sondern immer am Ende des Jahres.

von
Jonny

Nur mal so zur Info.
Unterstellt, der Sohn wurde am 10.03.1973 geboren, dann hätte das in den alten Bundesländern eine Schutzfrist und anschließender Mutterschutz vom 27.01.-05.05.1973 bedeutet. Die 3 Monate FEB bis APR wären also beitragsfrei, die 2Monate JAN und MAI beitragsgemindert. Beitragsgemindert bedeutet: Es hätte nur den Unterschied zwischen dem Gesamtleistungswert und den vorhandenen Beiträge gegeben.

In Ihrem Fall ergeben die 118 Arbeitsausfalltage * 7 / 5 einen Zeitraum vom 19.07.-31.12.1973, d.h. 5 beitragsfreie und einen beitragsgeminderten Monat.

Raten Sie mal was günstiger ist?

von
Helga

Da Rate ich mal, dass es günstiger ist vor der Geburt eine Anrechnungstzeit zu haben, denn von den anderen Beitragsgeminderten Montaten werden ja die Entgeltpunkte für Kindererziehung abgezogen, sodass also keien zusätzlichen Entgltpunkte mehr dafür bleiben. Das ist ja das Ärgerliche!

von
Jonny

Zitiert von: Helga
Da Rate ich mal, dass es günstiger ist vor der Geburt eine Anrechnungstzeit zu haben, denn von den anderen Beitragsgeminderten Montaten werden ja die Entgeltpunkte für Kindererziehung abgezogen, sodass also keien zusätzlichen Entgltpunkte mehr dafür bleiben. Das ist ja das Ärgerliche!

Ja, wenn man die Kindererziehungszeit noch berücksichtigt, haben Sie natürlich Recht. Dann gibt es für den Fall in den alten Bundesländern ja jedenfalls noch den JAN als beitragsgemindert und den FEB und MRZ als beitragsfrei. APR und MAI fallen ja auch wegen des hohen Wertes für die Kindererziehungszeit als beitragsgemindert dann unter den Tisch, wenn es sich um eine Versicherte handelt, die einen Gesamtleistungswert von nicht mehr als 0,0833 / Monat hat.
In Ihrem Fall ist ja die gesamte Zeit vom JUL-DEZ 1973 wegen des Zusammentreffens mit der Kindererziehungszeit nur beitragsgemindert.
Vielleicht sollte der Gesetzgeber das doch wieder ändern und eine Gleichbehandlung von Fällen in den alten und neuen Bundesländern anstreben. Das gäbe zwar für viele Fälle in den neuen Bundesländer mit nur kurzen Krankheitszeiten vor 1984 gar keine beitragsgeminderten Zeiten mehr (wie bei Zeiten in den alten Bundesländern), weil nicht der erforderliche volle Kalendermonat vorläge. Für Zeiten ab 1985 gäbe es dann auch in den neuen Bundesländern vielmehr beitragsgeminderte Zeiten (statt nur eines beitragsgeminderten Monats und weiteren beitragsfreien Monaten). Bei der Gelegenheit könnte der Gesetzgeber dann auch für alle Krankheitszeiten einen einheitlichen auf 80 % begrenzten Wert einführen (statt wie jetzt bei Arbeitsausfalltagen den 100 %-Wert). Und das bisschen Extraarbeit für die Sachbearbeitung bei der DRV, um die Einzelzeiten erfassen zu können, wird man wohl in Kauf nehmen müssen. Fragt sich nur, ob das für diejenigen auch noch geregelt werden sollte, die schon eine Rente haben.
Denken Sie mal drüber nach, was wohl ärgerlicher wäre!