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Berechnung Übergangsgeld LTA

von
L aus H

Liebes Expertenteam,

folgende Problematik: ich war seit November 2010 krankgeschrieben (also bin somit über der 3-Jahresfrist) und bin seit Februar in einer LTA.

Da mein alter Arbeitgeber inwischen insolvent ist, und dieser somit keine Bescheinigung über das aktuelle Entgelt ausstellen konnte, wurde als Berechnungsgrundlage ein Tarifentgelt genommen, was in keinster Weise meinem letzten Gehältern entspricht ( ca. 1/3 weniger brutto).
Inwischen habe ich aber den Insolvenzverwalter ausfindig gemacht, der mir ja theoretisch nachträglich diese Bescheinigung ausstellen könnte.

Nun meine Fragen:

1. Ich wohne in Hamburg, habe auch immer in Hamburg gearbeitet, zugrundegelegt wurde ein Tarifvertrag für Schleswig-Holstein.

2. Ich war immer der Auffassung, dass bei Differenzen zwischen Tarifentgelt und realem letzten Entgelt ein Abgleich gemacht.

Ich bitte einmal um genaue Aufklärung, wie genau sich nun mein Übergangsgeld berechnet, denn zwischen dem Tarifentgelt was zugrunde gelegt wurde und dem Reallohn liegt eine Differenz von knapp 1000 € brutto, was doch sehr schmerzlich ist.

von
???

Nachdem Sie zuletzt 2010 ein beitragspflichtiges Entgelt erzielt haben, wird Ihr LTA-Übergangsgeld nur noch aus dem Tariflohn berechnet. Wenn Sie mit dem derzeit zugrunde gelegten Tariflohn nicht einverstanden sind, müssen Sie eben nachweisen, dass der falsch ist und welcher der richtige wäre. Bescheinigungen können Sie z.B. vom früheren Arbeitgeber/Insolvenzverwalter, Gewerkschaften bekommen. Es kommt dabei nicht nur auf den "richtigen" Vertrag, sondern auch auf die richtige Einstufung an.
Was Sie beim Vergleich Ihres Echtlohnes mit dem Tariflohn nicht vergessen dürfen: Zahlungen für Überstunden werden z.B. nicht berücksichtigt. Dazu kommt dann vieleicht noch, dass Sie tatsächlich über Tarif entlohnt wurden und vielleicht noch ein paar kleinere Dinge (wie wurde z.B. das Weihnachtsgeld ausgezahlt?). Da kann sich manches summieren.

von
L aus H

ok, danke erstmal für die schnelle Antwort!!
Vielleicht muss ich doch mehr ins Detail gehen.

ich habe die letzten 10 Jahre als Teamleiterin im Direktmarketing/ Call-Center gearbeitet bei 3 verschiedenen Firmen, wo ich überall in etwa 3000 € brutto bekam. Mein letztes Arbeitsverhältnis dauerte 2 Jahre und 10 Monate. Ich habe dort weder Weihnachtsgeld noch Urlaubsgeld bekommen und eine Überstundenvergütung gab es auch nicht(das ist bei Führungskräften auch die Regel)
Nun ist es so, dass als Berechnungsgrundlage der TV Einzelhandel für Schleswig Holstein für gehobene Tätigkeiten zugrundegelegt wurde.
Ich hoffe, dass ich damit etwas konkreter werden konnte...

Experten-Antwort

Hallo L aus H,

sofern Sie in den letzten 3 Jahren vor Beginn der Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht mehr gearbeitet haben, ist die Bemessung des Übergangsgeldes nach dem Tariflohn, aus der Tätigkeit die Sie erlernt oder überwiegend ausgeübt haben, aber aus gesundheitlichen Gründen auf Dauer nicht mehr ausüben können, vorzunehmen. Ein Vergleich mit dem letzten tatsächlichen Entgelt wird nur dann vorgenommen, wenn es innerhalb der 3-Jahresfrist erzielt wurde.
Lassen Sie angesichts der geschilderten Sachlage über die Reha-Sachbearbeitung prüfen, welche Tarifdaten zugrunde gelegt wurden und bitten ggf. um Überprüfung, ob und inwieweit eventuell eine andere (günstigere) Tarifeinstufung möglich wäre.