Berechnung von Sonderzahlung als Rentenabzugsusgleich

von
derstromer

Ich möchte im Juli 2024 mit 63 Jahren als langjährig versicherter mit 12,6% Abzug in Rente gehen. Als besonders langjährig versicherter könnte ich ab Januar 2028 abzugsfrei in Rente gehen. Gibt es eine Möglichkeit die 12,6% Rentenabzug auszugleichen? Kann ich eventuell trotz Renetnbezug weiter in die Rentenkasse einzahlen?

von
Schade

Ja Sie können die Abschläge mit Geld ausgleichen, fordern Sie eine entsprechende Berechnung oder Auskunft an.

Faustformel:für 100 € mehr Rente müssen Sie 24-25.000 € aufwenden.

Und ob Sie als Rentner dann 2024 oder 2028 noch freiwillig zahlen können, das klären Sie wenn es dann soweit ist. Da sollten Sie sich halt irgendwann die Zeit zur persönlichen Beratung nehmen.

von
W*lfgang

Zitiert von: derstromer
Gibt es eine Möglichkeit die 12,6% Rentenabzug auszugleichen? Kann ich eventuell trotz Renetnbezug weiter in die Rentenkasse einzahlen?

Hallo derstromer,

beides ist möglich.

Sie können sowohl Ausgleichszahlungen zur Vermeidung der Rentenminderung leisten, als auch bei bereits laufender vorgezogener Altersrente weiterhin freiwillige Beiträge einzahlen - sofern hier nicht durch Weiterbeschäftigung bereits Pflichtbeiträge das ausschließen.

Thema in Summe ist nicht ganz einfach und lässt sich am Besten individuell in der nächsten Beratungsstelle vor Ort darstellen, auch, wann sich das 'rechnet' – wobei hier auf etwaige steuerliche Aspekt nicht eingegangen werden kann. Bringen Sie schon mal ein paar 10T EUR für die Ausgleichszahlung mit – bitte in kleinen Scheinen - die Berater werden dann um so gesprächiger ;-)

Gruß
w.
PS: Erstinformation, was diese Ausgleichszahlung kosten könnte, können Sie hier nachlesen/Seite 35:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2018_1.html

Experten-Antwort

Guten Tag derStromer,
Sie können Beiträge zum Ausgleich der Rentenminderung von 12,6 % einzahlen. Dazu müssen Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger eine entsprechende Auskunft über die Höhe dieser Beiträge beantragen. Dazu gibt es das Formular V0210 im Internet unter
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/V0210.pdf?__blob=publicationFile&v=22
Diese Beiträge können frühestens ab dem 50. Lebensjahr eingezahlt werden. Sie können als Einmalzahlung oder Teilzahlungen (maximal 2 Teilzahlungen pro Jahr) gezahlt werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Internetangebot der Deutschen Rentenversicherung:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/01_grundwissen/03a_flexirente/03_ausgleich_von_rentenabschlaegen.html
Wer eine vorgezogene Altersrente erhält, kann bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze freiwillige Beiträge zahlen.
Seit 1. Juli 2017 können Bezieher einer vorgezogenen Altersrente als Arbeitnehmer oder Selbständige bis zu 6.300 Euro brutto pro Kalenderjahr ohne Rentenkürzung hinzuverdienen. Das ist – auf das Jahr gerechnet – zwar derselbe Betrag wie vorher. Den darf man jetzt aber auch innerhalb weniger Monate verdienen. Ein über den Betrag von 6.300 Euro hinausgehender Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Ist die Summe aus der gekürzten Rente und dem Hinzuverdienst höher als das bisherige Arbeitseinkommen, gilt: Der darüber liegende Hinzuverdienst wird zu 100 Prozent auf die verbliebene Rente angerechnet. Dabei wird das höchste Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre zugrunde gelegt. Diese Hinzuverdienstbeschränkung gilt bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze
Bei einer Beschäftigung als Arbeitnehmer bleibt der Rentenbezieher bis zum Erreichen seiner Altersgrenze weiterhin in der Rentenversicherung pflichtversichert und es müssen Pflichtbeiträge gezahlt werden.
Diese wirken sich mit Erreichen der Regelaltersrente erstmalig rentensteigernd aus.
Weitere Infos dazu finden Sie im Internetangebot der Deutschen Rentenversicherung unter
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/01_allgemeines/03a_flexirentengesetz/00_flexirente_index_node.html

oder in der Broschüre „Flexirente – Das ist neu für Sie“ unter
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/flexirente_das_ist_neu_fuer_sie.pdf?__blob=publicationFile&v=17
Im Übrigen können Sie sich zu diesem Themengebiet auch in der für Sie nächstgelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle beraten lassen. Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html