Bericht über Rente mit 67

von
Schwarzwälder

Man hat tatsächlich eine Befragung von 14000 Bürgern und wahrscheinlich ein Heer an "Sachverständigen" gebraucht um festzustellen, das zwei Jahre mehr Beitragszahlungen mehr Rente bringen.
Wow.
Das ist Deutschland, Du bist Deutschland...
Ohne Anhebung auf 67 und trotzdem weiterer Beitragszahlung wären die Erhöhungen um 12 % höher gewesen (wage ich jetzt mal zu prognostizieren, bevor da noch jemand eine Untersuchungskommission für einsetzt).

von
Happy

Hallo Schwarzwälder,

ja, der Bericht lässt auch mich *schmunzeln* ;-)))

Mag ja sein, dass (logischerweise) die Altersrenten höher ausfallen, aber hat denn irgendjemand auch mal daran gedacht, wie "leistungsfähig" man mit 67 noch ist???
Bitte, es soll sich niemand angegriffen fühlen. Ich sehe das ganz realistisch.
In meinem Beruf (so wie in fast allen) muss ich mich sehr regelmäßig mit immer wieder neuen Rechtsprechungen und Gesetzen auseinandersetzen.
Ob ich dass "Kopftechnisch" auch noch mit 67 schaffe???

Vielleicht halte ich ja durch bis 67 und darf dann "endlich" in Rente.
Hoffentlich lebe ich dann auch noch lange, um die "superprognostizierte" Rente auch zu erhalten! ;-))

(jaja, ich weiß das ich früher gehen könnte. Muss es mir aber auch leisten können oder?)

Also ein Hoch auf alle schlauen Rentenausrechner und freuen wir uns auf zahlreiche weitere Beitragsjahre...

LG
Happy

von
Rosanna

Selbst wenn die Rente mit 67 ein paar Euro höher ausfallen sollte, so weiß ich schon jetzt, dass bei mir spätestens mit 65 Schluß mit Arbeiten ist. Da gibt´s dann nämlich die "neue" AR für BESONDERS langjährig Versicherte, und das sogar ohne Abschlag! Denn ich kann mir nicht vorstellen, gerade bei den sich immer wieder verändernden Gesetzen in der RV, den technischen Neuerungen, da noch mithalten zu können/wollen. Ich kann schon gar nicht mehr mitzählen, wieviele Rentenreformen, neue Gesetze etc. es in den letzten 40 Jahren gegeben hat!!!

Irgendwann ist mal Schicht im Schacht. :-))

Außerdem sollte man den Platz auch mal für die Jüngeren freimachen, oder nicht?

In diesem Sinne noch ´nen schönen Arbeitstag.
Rosanna

von
Peter Podschuß

Von wegen "keine Rentenkürzung", sondern "höhere Rente": Der Rentner lebt ja nicht automatisch zwei Jahre länger, nur weil er zwei Jahre länger gearbeitet hat.
Mal angenommen, die biologische Uhr lässt sich durch Arbeit nicht aufziehen (es soll sogar Arbeit geben, die zu einem körperlichen Verschleiß führen soll - für Beamte undenkbar), dann beträgt die lebenslang bezogene Rente für einen Durchschnittsverdiener, der bis 67 gearbeitet hat, eben rund 24.000 Euro weniger (die "erhöhte Rentenzahlung" schon eingerechnet) als für einen Rentner, der nur bis 65 gearbeitet hat.

von
Peter Podschuß

Fraglich ist auch, ob die angebliche Rentenerhöhung brutto oder netto gemeint ist. Die Rentnerjahrgänge, die bis 2040 verrentet werden, verschlechtern sich steuerlich mit jedem Jahr des späteren Renteintritts gegenüber dem früher maßgeblichen Renteneintrittsalter. Zwei Prozentpunkte höherer Besteuerungsanteil kann für einen Durchschnittsverdiener immerhin rund 250 Euro weniger Rente pro Jahr ausmachen. Dann freut sich wenigstens der Fiskus über die durch den späteren Renteneintritt "erhöhte" Rente - aber netto bleibt dem Rentner wohl nicht viel davon übrig, zumal dadurch auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung steigen.
Wäre mal gut, wenn die Redaktion eine Komplettberechnung anstellen würde.

Experten-Antwort

Hallo,

die Ergebnisse der Studie AVID 2005 können Sie unter der Internetseite www.altersvorsorge-in-deutschland.de einsehen. Die Studie enthält auch zahlreiche Berechnungen.

Experten-Antwort

Kleiner Nachtrag:

Zur gestrigen Diskussion um die Frage einer Rentenkürzung durch die "Rente mit 67" schreibt der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Professor Bert Rürup, im Beitrag für eine Fachzeitschrift:

"Gleichermaßen ist es unzutreffend, in der "Rente mit 67" nichts anderes als eine verkappte Rentenkürzung zu sehen. Denn dieses Argument übersieht, dass in der Rentenanpassungsformel der Nachhaltigkeitsformel integriert ist ... Als Folge dieser Rückwirkung einer höheren Altersgrenze über die Rentenanpassungsformel führt die "Rente mit 67" dazu, dass im Vergleich zur "Rente mit 65" die Renten des Jahres 2030 um etwa 1,4 Prozent und das Rentenniveau um 0,6 Prozent höher ausfallen . Für die Arbeitnehmer, die ihre Erwerbsphase mit der Anhebung der Altersgrenze verlängern, sinkt deren Rentenbezugsdauer, aber es erhöht sich ihr monatlicher Rentenzahlbetrag (um etwa 2,2 Prozent pro zusätzlichem Beitragsjahr). Die eindeutigen Verlierer dieser Maßnahme sind diejenigen Arbeitnehmer, die ihre Erwerbsphase nicht verlängern können oder wollen. Diese Gruppe muss in der Tat abschlagsbedingte Kürzungen ihrer Rentenzahlbeträge hinnehmen."