Berrechnung Erwerbsminderungsrente

von
bug

Arbeitnehmer A arbeitet 40 Jahre bis zu seinem 63. Lebensjahr mit einem Gehalt über Beitragsbemessungsgrenze und dann wird volle Erwerbsminderung festgestellt.

Arbeitnehmer B arbeitet 35 Jahre bis zu seinem 58. Lebensjahr mit einem Gehalt über Beitragsbemessungsgrenze, wird krank und verliert seinen Arbeitsplatz. Er erhält 1,5 Jahre Krankengeld. Danach gesund und erhält 2 Jahre ALG1, anschließend wieder krank und nochmals 1,5 Jahre Krankengeld. Dann wird volle Erwerbsminderung festgestellt.

Beide erhalten also mit 63 Jahre eine volle Erwerbsminderungsrente. Ergibt sich auch für beide die gleiche Rentenhöhe?

von
W°lfgang

Hallo bug,

zu 99,9999 % nein!

Hängt mit dem altersmäßigen Beginn der Beschäftigung - auch wenn beiderseits sofort BBG-Entgelte erzielt worden sind - zusammen, da die BBG über die Jahrzehnte unterschiedlich hohe Max-EP erreichte ...von der 2. Vergleichsberechnung zu 'schlechten' Zeiten/EP am Ende mal abgesehen, und vom Eintritt des Leistungsfalles/Rentenbeginn ganz abgesehen.

Der somit individuelle Gesamtleistungswert für die Zurechnungszeit sowie die unterschiedlichen Abschlage auf die EMRT lasse ich ganz außen vor ...

Gruß
w.
PS: It's Not a Bug, It's a Feature ;-)

von
Siehe hier

[quote=336144]...
Hängt mit dem altersmäßigen Beginn der Beschäftigung - auch wenn beiderseits sofort BBG-Entgelte erzielt worden sind - zusammen, …
...quote]

@ W*lfgang: Sind die beiden nicht gleicher Jahrgang? Und nur die letzten 5 Jahre vor Erreichen 63 werden anders "verbracht"? Sie haben sogar die gleiche Schul- und Studienzeit??

Das geht m.E. aus der Fragestellung noch nicht eindeutig hervor...

von
bug

Zitiert von: Siehe hier

Sind die beiden nicht gleicher Jahrgang? Und nur die letzten 5 Jahre vor Erreichen 63 werden anders "verbracht"? Sie haben sogar die gleiche Schul- und Studienzeit??

Das geht m.E. aus der Fragestellung noch nicht eindeutig hervor...

Ja so war die Frage zu verstehen,
der einzige Unterschied von A und B ist der Verlauf der letzten 5 Jahre vor der Erwerbsminderungsrente.

von
W°lfgang

Zitiert von: Siehe hier
@ W*lfgang: Sind die beiden nicht gleicher Jahrgang? Und nur die letzten 5 Jahre vor Erreichen 63 werden anders "verbracht"? Sie haben sogar die gleiche Schul- und Studienzeit??

Das geht m.E. aus der Fragestellung noch nicht eindeutig hervor...

Uneindeutig eben alles ...so habe ich das gesehen/verstanden, dass HEUTE der eine 63, der andere 58 ist und EMRT jetzt festzustellen wäre. Insofern habe ich viele Wenns/Abers in die Antwort mit eingebaut.

> @Bug: Ja so war die Frage zu verstehen,
der einzige Unterschied von A und B ist der Verlauf der letzten 5 Jahre vor der Erwerbsminderungsrente.

AHA - dann bitte den Sachverhalt eindeutig(er) formulieren ...die Rentenberechnung für vermeintlich den gleichen Sachverhalt - ohne konkretere Rahmendaten zum Tag X/hier Geburtsdatum + gleicher VV bis dato, kann entscheidend abweichen.

Und ja, hier geht es dann nicht nur um die letzten 5 Jahre allein ...hatte ich vergessen, das oben schon zu erwähnen? ;-)

Gruß
w.

von
Siehe hier

[quote=336163 ...Und ja, hier geht es dann nicht nur um die letzten 5 Jahre allein ...hatte ich vergessen, das oben schon zu erwähnen? ;-)[/quote]

Ich möchte ja nichts in die Frage des Fragestellers hineininterpretieren.... Aber ich vermute, dass die beiden betroffenen Personen "zufällig" am selben Tag Geburtstag haben, beide im gleichen Bundesland arbeiten, sogar in der selben Stadt, keiner von beiden hatte jemals einen Auslandsaufenthalt mit dortiger Arbeit, noch sind beide entweder glücklich ledig oder auch glücklich weiter verheiratet, es wurde also in beiden Fällen kein Versorgungsausgleich gemacht. Kindererziehungszeiten wurden ordnungsgemäß den entsprechenden Müttern zugerechnet und das soll auch so bleiben, also alles total identisch. Sogar die 1,5 wöchige Pause wegen einer stärkeren Erkältung 2003, die aber ja unter Lohnfortzahlung nicht im VV erscheint....

Also könnten doch beide eigentlich die Tabellen zur Beitragsbemessungsgrenze und Rentenwert der letzten Jahre nehmen und haben so also zufällig per sagen wir mal letzten Monat die gleichen EP-Werte erwirtschaftet.
Nun geht der eine schwerfällig weiter zur Arbeit, der andere stellt fest, eigentlich bin ich krank und meldet sich dann auch krank...

"bug" mag bitte gern dazu sagen, wo ansonsten Unterschiede zu berücksichtigen sind, aber es ist tatsächlich ansonsten zu viel Hypothese und schwer "einfach" zu beantworten.

von
KSC

Ganz einfache Antwort:
Die 2 sollen doch beide eine Rentenauskunft anfordern und die Werte vergleichen.
Dann wissen beide was Sie kriegen.

:)

von
Wilhelm Tells Lehrling

A: 2.671€
B: 2.602€

von
Kaiser

Man fragt sich, was jemanden veranlasst, eine derartige Frage zu stellen, die (wie man auch an den Antworten erkennen kann) nur äußerst spekulativ beantwortet werden kann.

Experten-Antwort

Hallo bug,

selbst davon ausgehend, dass es sich bei den von Ihnen genannten Arbeitnehmern A und B eigentlich um EINEN Arbeitnehmer handelt, der nur hypothetisch in den letzten 5 Jahren vor Rentenbeginn voneinander abweichende Versicherungsbiografien hat, werden die jeweils zu erwartenden Renten nicht identisch sein.

Dies liegt daran, dass schon die Beitragsbemessungsgrundlagen (und damit die erworbenen Entgeltpunkte) ab dem Zeitpunkt des Eintritts der unterschiedlichen Erwerbsbiografien (Krankengeld- und Arbeitslosengeldbezug versus Arbeitsentgelt) divergieren. Einzig für den Fall, dass in beiden hypothetischen Fällen ein Leistungsfall (Eintritt der Erwerbsminderung) vor dem Beginn der unterschiedlichen Erwerbsbiografien festgestellt werden würde, hätte dies zunächst keinen Einfluss auf die zu erwartende Rentenhöhe einer Erwerbsminderungsrente.

von
bug

Danke,

wie schon oben beschrieben ist der einzige Unterschied von A und B, der Verlauf der letzten 5 Jahre vor Erhalt der vollen Erwerbsminderungsrente.

Führen also die Beiträge zur Rentenversicherung, welche von der Arbeitsagentur bzw. der KK geleistet werden, zu einer geringeren Rente?

Werden zur Rentenberechnung nicht die 4 letzten Jahre (falls geringere Beitragszahlungen) ausgeblendet?

von
König

Zitiert von: Kaiser
Man fragt sich, was jemanden veranlasst, eine derartige Frage zu stellen, die (wie man auch an den Antworten erkennen kann) nur äußerst spekulativ beantwortet werden kann.
Wahrscheinlich hat der Max 5 Euro mehr als der Moritz, obwohl beide(angeblich) nichts unterscheidet.

von
Siehe hier

Zitiert von: bug
Danke,

wie schon oben beschrieben ist der einzige Unterschied von A und B, der Verlauf der letzten 5 Jahre vor Erhalt der vollen Erwerbsminderungsrente.

Führen also die Beiträge zur Rentenversicherung, welche von der Arbeitsagentur bzw. der KK geleistet werden, zu einer geringeren Rente?

Werden zur Rentenberechnung nicht die 4 letzten Jahre (falls geringere Beitragszahlungen) ausgeblendet?

Ja, unter dem Stichwort "Rente - Erwerbsminderungsrente" steht das so im Text
"Außerdem werden die letzten vier Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung bei der Bewertung der Zurechnungszeit nicht berücksichtigt, wenn dies für den Versicherten günstiger ist. Das heißt: Wer wegen seiner Erkrankung keine Überstunden mehr machen konnte, in Teilzeit gewechselt ist oder lange Krankheitszeiten hat, muss sich keine Sorgen machen, dass sich dies negativ auf die Rentenhöhe auswirkt."

Aber ganz ehrlich, entweder ist man so krank, dass man nicht oder teilweise nicht mehr in der Lage ist, seinen Erwerb zu sichern, oder man kann noch weiter arbeiten. "Berechnen" oder "planen" lässt sich das nicht. Es könnte ja auch sein, dass bei Ihrem Fall "B" gar keine Erwerbsminderung anerkannt wird... Oder auch bei Ihrem Fall "A", der dann urplötzlich, obwohl er immer ohne Einschränkung arbeiten konnte... Und dann?? Fall "B" bekommt dann eine geringere Rente, weil die Beiträge aus ALG und KG niedriger sind. Dieser "Vierjahresbonus" gilt (meines Wissens nach) nicht eine für Altersrente. Aber dieser letzte Satz ist ohne Gewähr!

von
bug

Danke,

d.h. es würde sich nur das 5.-letzte Jahr negativ auswirken.

bzw. würde "A und B" die Erwerbsminderungsrente bereits nach vier Jahren zuerkannt (1,5 Jahre krank + 2 Jahre ALG1 + 0,5 Jahre krank) wäre die Erwerbsminderungsrente identisch.

von
Kaiser

Zitiert von: bug
Danke,

d.h. es würde sich nur das 5.-letzte Jahr negativ auswirken.

bzw. würde "A und B" die Erwerbsminderungsrente bereits nach vier Jahren zuerkannt (1,5 Jahre krank + 2 Jahre ALG1 + 0,5 Jahre krank) wäre die Erwerbsminderungsrente identisch.

Das heißt letztendlich gar nichts, weil die Theorie nicht mit der Praxis übereinstimmt.

von
bug

Zitiert von: Kaiser

Das heißt letztendlich gar nichts, weil die Theorie nicht mit der Praxis übereinstimmt.

kannst du deine Aussage auch näher begründen oder zumindest erläutern?

von
FritzeFlink

Zitiert von: bug
Danke,

d.h. es würde sich nur das 5.-letzte Jahr negativ auswirken.

bzw. würde "A und B" die Erwerbsminderungsrente bereits nach vier Jahren zuerkannt (1,5 Jahre krank + 2 Jahre ALG1 + 0,5 Jahre krank) wäre die Erwerbsminderungsrente identisch.

A wäre immer höher als B, da bis zum Eintritt der EM im Falle A Höchstbeiträge in die Berechnung einfließen und im Falle B max. 80% der BBG-Beiträge
A: 2616€
B: 2670€

von
W°lfgang

Zitiert von: bug
Danke,

d.h. es würde sich nur das 5.-letzte Jahr negativ auswirken.

bzw. würde "A und B" die Erwerbsminderungsrente bereits nach vier Jahren zuerkannt (1,5 Jahre krank + 2 Jahre ALG1 + 0,5 Jahre krank) wäre die Erwerbsminderungsrente identisch.

Hallo bug,

auch das ist nicht ganz richtig bei gleichem Geburtsdatum. Die unterschiedliche Bewertung der Rest-ZZ - abhängig von der längeren/kürzeren Beschäftigungszeit mit ggf. höheren/kleineren max.-EP in dieser Zeit - hat Einfluss auf die Rente ...die 'Abhängigkeit' vom 5./schlechten Jahr mag da rechnerisch untergehen, könnte in beiden Fällen auf identische Rentenleistungen zulaufen - da die BBG in den letzten Jahren relativ stabil bei 2,05/2,06 war, können Sie das Ergebnis sicher selber gut einschätzen.

Und wenn die BBG wieder kontinuierlich in Richtung 2,14 hochfährt, oder (krisenbedingt anno 1974) auf unter 1,5 sinkt - genau in den entscheidenden Jahren von A und B -, sind die Differenzen doch etwas größer. Vergessen Sie dabei nicht, die unterschiedlichen Abschläge bei der EMRT - vom Eintrittsalter abhängig - zu berücksichtigen ...ist doch alles ganz einfach *g

Gruß
w.
PS: Verraten Sie uns den Zweck Ihrer Nachfrage – Diplomarbeit etwa/ich habe EM-Rentenberechnung nicht so ganz auf dem Schirm ;-), oder doch rein aus persönlichem Interesse/Betroffener mit 'Planung' eines EMRT-Beginns ...

von
bug

Danke W°lfgang,

du hast schon berücksichtigt, dass in beiden Fällen die Basis zur Ermittlung die Erwerbsminderungsrente die Hochrechnung einer Beitragszahlung zum erreichten 65 Lebensjahr ist?

Wäre dadurch dann im Fall B,
Genehmigung der Erwerbsminderungsrente nach 4 Jahren (krank 1,5Jahre, ALG1 2 Jahre, krank 0,5 Jahre) höher,
als wenn diese erst nach 5 Jahren (krank 1,5Jahre, ALG1 2 Jahre, krank 1,5 Jahre) erfolgt?

von
Siehe hier

https://deutsche-rentenversicherung.de/SiteGlobals/Forms/RentenBeginnUndHoehenRechner/RentenbeginnErgebnis/rentenbeginnrechner-ergebnis_form.html?resourceId=d9e5fa0d-31ca-45a5-a8bf-3d22b0481517&input_=047b1ca3-c2db-4e84-be57-ac27aeae4bce&pageLocale=de&auswahl_=Regelaltersrente+bei+Erreichen+der+Regelaltersgrenze%23regulaer%3F01.07.2023&submit=Weiter+zur+Rentenh%C3%B6henberechnung&emailText=

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