Berufliche Reha

von
Flabbes

Berufliche Reha wurde gewährt/
Alter 55 Jahre und Arbeitslos/
Unternehmer soll Eingliederungszuschuss erhalten/
macht diese Reha Sinn, oder besser BU Rente beantragen ?

von
N B G F U N

Hallo,
ein "Eingliederungszuschuß" ist noch keine Reha im klassischen Sinn, auch wenn ein entsprechender Bescheid ihnen zugegangen ist.
Ein Gespräch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle oder Sprechtag bei der Deutschen Rentenversicherung in ihrer Nähe wäre ratsam, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen können und nicht gleich "mit Kanonen auf Spatzen schießen".

von
???

Anhand Ihrer Angaben lässt sich nicht erkennen, ob Sie als Facharbeiter (oder höherwertig) beschäftigt waren. Nur dann könnte ein Berufsschutz bestehen. Allerdings wird die Verweisbarkeit auf andere Berufe noch geprüft. Die Entscheidung über eine Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit ist immer eine Einzelfallentscheidung. Wenn Sie wissen wollen, wie's bei Ihnen ausgeht, müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen. Bedenken sie außerdem, dass Sie nur eine teilweise Rente erhalten können. Ob das Ihnen zum Leben reicht, ist fraglich.

Inwieweit der Bescheid über den Eingliederungszuschuss bei Ihnen sinnvoll ist, kann so auch nicht beantwortet werden. Im Speckgürtel von München herrscht Vollbeschäftigung, da können Sie vielleicht etwas kriegen. Bei schlechteren Arbeitsmarktverhältnissen wohl eher nicht. Wenn man es nicht probiert, kann es aber auf alle Fälle nichts werden.

von
Nix

Was heisst hier: Macht diese Reha Sinn oder nicht?

Es kommt ganz darauf an, ob Sie arbeiten gehen möchten oder nicht bzw. ob Sie sich gesundheitlich in der Lage fühlen, vollschichtig arbeiten zu gehen oder nicht.

Unter diesem Umständen macht so ein Eingliederungszuschuss an den Arbeitgeber, der Sie möglichst in ein Dauerarbeitsverhältnis nach Ende des Eingliederungszuschusses aufnehmen soll, durchaus Sinn.

Sollten Sie natürlich einem dieser Arbeitgeber "auf den Leim" gegangen sein, die sich an dem Lohnzuschuss nur bereichern wollen und Ihre Arbeitskraft nur als billige Arbeitskraft betrachten und Sie nach Auslaufen des Lohnzuschusses "vor die Tür" setzen, dann haben Sie eben Pech gehabt.

Ich rate Ihnen, die Stelle anzunehmen und zu arbeiten. Erst nach einer möglichen Entlassung würd eich an Ihrer Stelle über eine mögliche Erwerbsminderungsrente nachdenken.

Viele Grüsse
Nix

von
Flabbes

Ich habe keine Arbeit,die muß ich mir zuerst noch suchen.
Bisher ist aber noch kein Arbeitgeber an mir interessiert.
Ich würde gerne arbeiten,aber wo ?
Auch das Arbeitsamt wollte in der Vergangenheit schon Lohnzuschüsse an den Arbeitgeber zahlen.

von
Nix

Hallo Flabbes!
Sie haben recht.
Sie sind 55 Jahre alt.
Wenn Ihnen der RV-Träger eine Umschulung bewilligt hätte, wären Sie am Ende der Massnahme 57 Jahre alt = 2 Jahre Umschulung. Und mit 57 nimmt Sie - auch - kein Arbeitgeber mehr....nicht nur wegen mangelnder Berufserfahrung im Umschulungsberuf.

Tatsächlich erscheint unter diesen Umständen Ihre Lage ausweglos, einen geeigneten Arbeitsplatz zu suchen.

Sie haben sich schon ausrechnen lassen, wie hoch Ihre Berufsunfähigkeitsrente zum jetzigen Zeitpunkt wäre?

Eine Überlegung wäre dieser Schritt sicher wert.

Lassen Sie sich bei der Auskunft- und Beratungsstelle zu diesem Thema ausführlich beraten.

Viele Grüsse
Nix

von
Flabbes

Meine jetzige Erwerbsminderungsrente würde 1198 Euro betragen.
die 10,8% sind da schon abgezogen/
Eine halbe wäre n dann ca. 600 Euro
minus 9,45% für Krankenversicherung und Pflegeversicherung/
Zusätzlich würde ich noch ca. 60 Euro Betriebsrente erhalten/
Das ist nicht viel,aber es würde mir weiter helfen.

von
Nix

Hall Flabbes!
Sie wissen nun um Ihre Situation bescheid und müssen selbst entscheiden, ob Sie besser einen Rentenantrag stellen oder sich mit der Arbeitssuche noch eine Weile die Zeit vertreiben wollen.

Viele Grüsse
Nix

Experten-Antwort

Hallo „Flabbes“,

die Frage, was in Ihrem Fall sinnvoller wäre, kann nicht pauschal festgestellt werden.

Der Eingliederungszuschuss als Leistung an einen potentiellen Arbeitgeber soll einen Ausgleich herstellen zwischen der anfänglichen Minderleistung des Einzuarbeitenden und der angestrebten vollen Leistung; damit soll die Bereitschaft zur möglichst dauerhaften Einstellung eines potentiellen Arbeitgebers gefördert werden. Ob die Suche nach einem derartigen Arbeitgeber erfolgreich ist, hängt natürlich von vielen Faktoren, insbesondere auch den Gegebenheiten des regionalen Arbeitsmarktes ab. Unbestritten ist aber auch, dass die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt eine Suche schwierig macht; ist sie jedoch erfolgreich- und auch dafür gibt es Beispiele- macht ein Eingliederungszuschuss natürlich Sinn.

Bei einer dauerhaft erfolglosen Suche wäre damit die Rentenantragstellung ein mögliche Alternative- vor weiteren Schritten wäre aber unbedingt eine Beratung in einer Servicestelle der DRV empfehlenswert.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.10.2010, 09:12 Uhr]