berufliche Reha ohne Antrag?

von
Lukas

Habe einen Antrag zur medizinischen Rehabilitation gestellt. Jetzt wurde mir jedoch eine berufliche Reha genehmigt, mit der Begründung, das diese für mich besser geeignet ist. Dabei habe ich die berufliche Reha gar nicht beantragt, sondern nur die medizinische. Dazu hätte ich im Formular "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" ankreuzen müssen. Habe jedoch nur "Leistungen zur medizinischen Rehabilitation" angekreuzt. Meine Frage: Wie kann es sein, das ein Antrag genehmigt wird, den ich überhaupt nicht gestellt habe? .

von
Schorsch

Sehen Sie es doch einmal positiv.
Die DRV hält eine medizinische Reha-Maßnahme offenbar nicht für sinnvoll und hat Ihren diesbezüglichen Antrag daher quasi abgelehnt und Ihnen gleichzeitig eine berufliche Reha bewilligt.

Man hat Ihnen sozusagen eine weitere Antragsstellung erspart aber nicht geschadet.

MfG

von
Lukas

Zitiert von: Schorsch

Sehen Sie es doch einmal positiv.
Die DRV hält eine medizinische Reha-Maßnahme offenbar nicht für sinnvoll und hat Ihren diesbezüglichen Antrag daher quasi abgelehnt und Ihnen gleichzeitig eine berufliche Reha bewilligt.

Man hat Ihnen sozusagen eine weitere Antragsstellung erspart aber nicht geschadet.

MfG

Ja, natürlich freue ich mich darüber. Hoffentlich hat das ganze auch Hand und Fuß. Bin nur etwas skeptisch, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, das diese Bewilligung Bestand hat. Um einen positiven Bescheid zu bekommen, muss m.E. zuvor ein entsprechender Antrag gestellt und eigenhändig unterschrieben werden. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Es wurde eben kein Antrag auf eine berufliche Reha gestellt. Außerdem wurden nicht die Vordrucke G130 eingereicht, welche jedoch laut Antragsformular für die berufliche Reha zusätzlich erforderlich sind. Währe ja noch schöner, wenn ich auf einmal einen Bewilligungsbescheid für Hartz IV, Altersrente, Kindergeld,Wohngeld e.t.c. bekommen würde, ohne diese Leistungen jemals beantragt zu haben *g* .Damit wollte ich nochmal zum Ausdruck bringen, wie absurd ich das finde.

von
W*lfgang

]Hallo Lukas,

wenn der med. Dienst der DRV eine LTA-Maßnahme für geeigneter hält, dann es es eben so - dazu müssen Sie keinen Antrag extra stellen ...das ergibt sich bereits aus Ihrem 'allgemeinen' Reha-Antrag "was will der Versicherte, was ist das Beste für Ihn – aha, eine Reha". Eine med. Reha scheint daher bereits ungeeignet, Ihr Leistungsvermögen zu erhalten/zu verbessern; sprich: aussichtslos.

Wenn Sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sind: Widerspruch einlegen, Akte anfordern, Entscheidungsfindung der DRV nachlesen - und ggf. Ihren Widerspruch pro med. Reha begründen.

Möglicherweise werden Sie erstaunt sein, warum eine med. Reha zwecklos ist/eine LTA hilfreicher. Wenn Sie unsicher mit dem Verfahren sind, schalten Sie einen Sozialverband (VdK, SoVD) oder einen Fachanwalt ein.

Die bloße Akteneinsicht können Sie aber auch in jeder DRV-Beratungsstelle oder Rathaus/Versicherungsamt erhalten - erwarten Sie aber keine 'med. Hilfestellung' ...Ihr Widerspruch kann da auch natürlich protokolliert werden - mit _Ihrer_ Begründung. Als med. Laie sind auch Sie da sicher etwas überfordert, um Erfolg zu haben.

Gruß
w.

von
Schorsch

Da die Entscheidung seitens der DRV plausibel begründet wurde, sollten Sie sich keine unnötigen Gedanken machen.
Zumal Sie den Bewilligungsbescheid doch schon erhalten haben.

MfG

von
Herz1952

Da Sie einen Antrag auf berufliche Reha stellen möchten, ist entweder die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung zuständig. Haben Sie bislang mehr als 15 Jahre Beitragszeiten zur Rentenversicherung zurückgelegt, senden Sie den Antrag bitte an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger, ansonsten an die Agentur für Arbeit.

Ist die Rentenversicherung zuständig gilt:
Bitte füllen Sie alle Vordrucke aus bzw. lassen Sie den Befundbericht von Ihrem Arzt ausfüllen und senden dann alle Vordrucke gemeinsam an den Rentenversicherungsträger. Ohne den Befundbericht kann keine Entscheidung getroffen werden, und es wird dann vom Träger automatisch ein Befund beim Arzt angefordert. Dies verursacht zusätzlichen Verwaltungsaufwand und damit auch zusätzliche Kosten.

Die Kosten für die Erstellung eines Befundberichtes werden vom Rentenversicherungsträger übernommen; sofern hierzu weitere Untersuchungen vom Arzt vorgenommen werden müssen bitte vorher erkundigen. Im Regelfall geht der Rentenversicherungsträger aber davon aus, dass dies nicht erforderlich sein wird.

von
Rentensputnik

Hallo Herz 1952. Was sollen Ihre Erläuterungen? Lukas hat doch schon einen bewilligten Bescheid für eine berufliche Reha.

Experten-Antwort

Hallo Lukas,

Da Sie einen Bewilligungsbescheid für eine berufliche Reha haben, empfehlen wir Ihnen sich mit einem Reha-Fachberater in Verbindung zu setzen. Mit diesem können sie dann auch gleich durchsprechen, wieso eine medizinische Reha nicht bewilligt wurde. Darüber hinaus könnten Sie auch gleich durchsprechen, ob und welche konkreten Maßnahmen für sie geeignet sein könnten. Sollten Sie dann immer noch der Meinung sein, dass die berufliche Reha die falsche Entscheidung ist, könnten Sie immer noch Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Vorsorglich können sie aber auch fristwahrend diesen Widerspruch einlegen und die Begründung ggfs. nach dem Gespräch mit dem Reha-Fachberater nachreichen.

von
KSC

Bei allem sollten Sie mit Ihren Ärzten ergebnisoffen in aller Ruhe darüber nachdenken was Ihnen, Ihrer Gesundheit und Ihren beruflichen Plänen hilft.

Ist eine med. Reha wirklich angezeigt und nötig, weil Sie z.B. Ihre bisherige Arbeit dann wieder machen können?

Oder ist ne med. Reha vielleicht gar nicht erforderlich und es ist tatsächlich so, dass nur berufliche Maßnahmen Ihnen weiterhelfen.

PS: es zwingt übrigens kein DRV Mitarbeiter einen Menschen in eine berufliche Reha, wenn dieser das nicht will.

Im schlimmsten Fall bekommen Sie keine med. Reha, machen auch keine berufl. Reha und finden selbst einen Job den Sie die nächsten Jahre ausüben können.

von
Rene

Zitiert von: KSC

PS: es zwingt übrigens kein DRV Mitarbeiter einen Menschen in eine berufliche Reha, wenn dieser das nicht will.

Im schlimmsten Fall bekommen Sie keine med. Reha, machen auch keine berufl. Reha und finden selbst einen Job den Sie die nächsten Jahre ausüben können.

Nein gezwungen wird niemand von der DRV. Die Gefahr geht immer von den anderen nachrangigen sekundären Leistungsträgern aus. Diese argumentieren dann so:

Dadurch, das z.B. jemand eine berufliche Reha nicht antritt, muss ggf. ein anderer Kostenträger wie z.B. das Arbeitsamt oder Jobcenter für den Lebensunterhalt einspringen. Gleichzeitig unterstellen einem dann die anderen Leistungsträger, das man seine Hilfebedürftigkeit durch die mangelnde Kooperation selber herbeigeführt hat, was dann zur Folge hat, das Gelder gestrichen werden. Deshalb hat auch der Ablehnungsgrund den die DRV in dem Ablehnungsbescheid reinschreibt, eine extrem hohe Bedeutung bei den sekundären Leistungsträgern.