Berufliche Reha und Altersdiskreminierung

von
wildwasser

Hi Forum,

bin zur Zeit in einer LTA-Maßnahme.
Lieder ist diese micht so zielführend. Versuche einen verbesserten Plan meinem Reha Berater zu erläutern.
Da ich erst 52 Jahre alt bin bekomme ich immer wieder deutlich zu hören, dass diese oder jenes wegen meines Alters nicht mehr genehmigt würde. Es handet sich um eine 18 Monate Vertiefung meiner bisherigen Kenntnisse. Nach AGG iist das eine Diskriminierung.
Frage: Wieso ist das bei den Reha Berater so in den Köpfen drin. Schult die DRV die Berater nicht zeitgemäß! Wenn aus gesundheitlichen Gründen etwas nicht geht ok. Aber so.
Gibt es eine neutrale Beschwerdestelle! Kann ich den Berater wechseln und wen kann man beim DRV diesbezüglich ansprechen.
Experten Meinung wäre ganz willkommen.

von
Schorsch

Dass man Ihnen mit 52 Jahren keine 18-monatige Maßnahme mehr bewilligt, ist nicht "diskriminierend" sondern nur vernünftig.

Zumal die Solidargemeinschaft der Versicherten mit Recht erwartet, dass mit ihren Beiträgen sparsam gehaushaltet wird.

Seien Sie froh, dass man Ihnen überhaupt noch eine LTA-Maßnahme bewilligt hat!

von
Gacki

Zitiert von: Schorsch

Dass man Ihnen mit 52 Jahren keine 18-monatige Maßnahme mehr bewilligt, ist nicht "diskriminierend" sondern nur vernünftig.

Zumal die Solidargemeinschaft der Versicherten mit Recht erwartet, dass mit ihren Beiträgen sparsam gehaushaltet wird.

Seien Sie froh, dass man Ihnen überhaupt noch eine LTA-Maßnahme bewilligt hat!

Sagen Sie mal "Schorsch", sind Sie eigentlich noch ganz bei Troste?! Ihr Beitrag erweckt den Eindruck, dass Menschen über 50 nichts wert und LTA-Maßnahmen für diese Altersgruppe sowieso nur rausgeschmissenes Geld sind? Und, wie soll ´s dann weitergehen, Ihrer unwerten Meinung nach? Vielleicht die "Ablebenspille" für Kranke und Gebrechliche und Menschen über 70? Keine Arztversorgung mehr ab 60, weil zu alt und deshalb sinnlos oder was?!
Ihre Aussage ist wirklich empörend!!!!!!!!!

von
wildwasser

Hi Forum,

ich bin immer wieder erstaunt, wie die Gefühlslage so ist. Von und zu Schorsch. Der Kommentar ist es nicht Wert zu beantworten. Der deutliche Hinweis von Gacki beschreibt es sehr treffend. Danke Gacki.

von
W*lfgang

Zitiert von: Gacki
(...)
Gacki,

warum muss ich hier Ihrem Beitrag mal zustimmen (als ich Schorch's Beitrag las, er vermeintlich 'vernünftig' argumentierte) ...vernünftig ist, jeder Altersklasse LTA-Maßnahmen zu ermöglichen und sie am 1. Arbeitsmarkt wieder teilhaben zu lassen.

Doch, ich verkenne nicht die Realität, die die potentiellen Möglichkeiten für eine Rückkehr/Wiedereingliederung zwar vehement auf die politischen Fahnen webt - nur die reellen Chancen sind nachwievor von den Beteiligten ganz ganz klein gehalten, wenn es an die praktische Umsetzung geht.

Gruß
w.

von
Achill

Eine Maßnahme dieses Umfangs, kostet ca. 150.000-200.000 Euro.

Wenn Sie damit feritg sind, sind Sie ca. 54 Jahre alt. Das heißt Sie zahlen bis zum 67 Lebensjahr, früherer Rentenbeginn möglich Beiträge.

Ich gehe mal von 40.000 Euro Brutto im Jahr aus, dass sind mit dem Arbeitgeber zusammen jährlich 7480,00 Euro Beiträge.

7480,00 Euro * 13 Jahre= 97.240,00 Euro Beiträge bis zum Rentenbeginn.

Somit ist es Sinnvoll für die Solidargemeinschaft eben keine Maßnahme in diesem Ausmaß zu finanzieren.

von
???

"Es handet sich um eine 18 Monate Vertiefung meiner bisherigen Kenntnisse."

Wenn das so stimmt, würden Sie ja nur wieder in Ihrem alten Beruf arbeiten können. Und das geht ja aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Damit ist eine Förderung dieser "Vertiefung" ausgeschlossen. Es muss sich schon um eine Maßnahme handeln, die Ihre Fähigkeiten irgendwie erweitert, so dass Sie entweder in einem neuen Beruf oder in der alten Branche, aber gesundheitlich passend arbeiten können.

Beantragen Sie Ihren "Pan" einfach schriftlich und fordern Sie einen rechtsmittelfähigen Bescheid. Dann können Sie sehen, ob die Ablehnung tatsächlich nur am Alter liegt. Es kann passieren, dass Sie bei diesem Vorgehen aus der aktuellen Maßnahme rausfliegen (fehlendes Interesse). Da die aber aus Ihrer Sicht nicht sinnvoll ist, sollte das ja für Sie kein Problem sein.

Und: In dieses Schreiben können Sie gleich mit aufnehmen, dass Sie einen neuen Berater wollen.

von
Schilas Mama

Hallo Wildwasser,

im Zusammenhang mit Ihrem Posting sind bei mir noch Fragen offen.

Wie lange nehmen Sie schon an der laufenden Maßnahme teil ?

Warum ist die Maßnahme nicht zielführend ?

Ich verstehe leider auch nicht, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr vollschichtig ausführen können, warum eine Verteifung des Kenntnisstandes wünschenswert wäre.

Um welchen speziellen Beruf handelt es sich ?

Bedenken muss man auch, dass sich eine
Umschulung am Arbeitsmarkt orientieren muss.

Und es hat aus meiner Sicht auch Nichts mit Altersdiskriminierung zu tun, wenn Ihr Sachbearbeiter sagt, geht nicht , dafür sind sie zu alt.
Es handelt sich um eine reale Einschätzung der Arbeitsmarktsituation.

MfG
Christina

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Wildwasser,
zu Ihrer Anfrage möchte ich Ihnen folgendes mitteilen:

1) Wenn Ihre aktuell laufende LTA nicht zielführend ist, dann ist Ihr eingeschlagener Weg, nämlich mit Ihrem Reha-Berater nach alternativen/besseren Möglichkeiten zu schauen, sicherlich grundsätzlich der richtige. Wieso und warum Sie hier aktuell mit Ihrem Reha-Berater keine Einigung erzielen können vermag ich ohne Kenntnis des Einzelfalls nicht zu vermuten.

2) Ihre Argumention zum AGG läuft schon aus dem Grunde etwas in´s Leere, da wir ja eben grundsätzlich eine Maßnahme für Sie und mit Ihnen durchführen. Diese Leistung hätte -nach Ihrer Argumentation- ja eigentlich "altersbedingt" nicht durchgeführt werden dürfen. Ich denke, dass die Altersdiskriminierungsargumentation in diesem Zusammenhang etwas unpassend ist.

3) Einen Beraterwechsel kann man sicherlich jederzeit schriftlich und begründet einfordern. Unter Menschen kann es immer mal wieder vorkommen, dass 2 Leute "nicht miteinander können". Allerdings sei auch angemerkt, dass ein Beraterwechsel mit der Begründung "mein Berater bewilligt mir nicht das was ich gerne hätte" vermutlich nicht zielführend ist.

4) Beschwerdestellen (sowie ein internes Beschwerdemanagement) sind bei jedem Rententräger eingerichtet. Schreiben Sie Ihren Rententräger und dann die Beschwerdestelle bzw. die Abt. Beschwerdemanagement an.

von
Schorsch

Zitiert von: Gacki

Sagen Sie mal "Schorsch", sind Sie eigentlich noch ganz bei Troste?! Ihr Beitrag erweckt den Eindruck, dass Menschen über 50 nichts wert und LTA-Maßnahmen für diese Altersgruppe sowieso nur rausgeschmissenes Geld sind? Und, wie soll ´s dann weitergehen, Ihrer unwerten Meinung nach? Vielleicht die "Ablebenspille" für Kranke und Gebrechliche und Menschen über 70? Keine Arztversorgung mehr ab 60, weil zu alt und deshalb sinnlos oder was?!
Ihre Aussage ist wirklich empörend!!!!!!!!!

Auch wenn Sie meine Aussagen empörend finden, stehe ich dazu.

Ich bin ebenfalls über 50 und weiß aus eigener Erfahrung, dass es in diesem Alter fast unmöglich ist, einen qualifizierten Arbeitsplatz zu bekommen.

An dieser Tatsache ändern selbst die teuersten Qualifizierungsmaßnahmen nichts und wären daher rausgeworfenes Geld.

Den zweiten Teil Ihrer Ausführungen werde ich nicht näher kommentieren, da das Ihre unverschämten Unterstellungen nicht wert sind.

von
wildwasser

Viele Kommentare.
Werde nach und nach einige beantworten.
zu Achil:
Bin erstaunt woher die Zahl kommt. Wau. Hier fehlt die Division durch die Anzahl der Teilnehmer.
Somit wird der Betrag deutlich geringer.
Will aber auch nicht die Augen verschliessen, dass es Geld kostet und der Erfolg in der Tat schwierig ist.
Aber rechfertigt es, kein LTA zu erhalten. Ich finde nicht. Jeder hat ene Chance. Wie immer diese genutzt wird.

von
wildwasser

Zum Experten Kommentar:
Es ist schwierig hier den ganzen Sachverhalt darzustellen. Hier nur ein kleiner Einblick.
Der erste Reha-Berater war gut. Alle Vor- und Nachteile auf den Tisch gelegt und ohne Einschränkung erst einmal geschaut, was der richtige Weg sein könnte. Es war immer rezeptvoll, obwohl hart am Wind gesprochen wurde.
Nun Vorort ist der Wind eisig geworden:
Sinngemäße Gesprächsführung mit dem Berater:
- Wenn ich zu entscheiden gehabt hätte, wären sie mit ihrem Alter nicht hier.
- Es doch sehr sinnvoll gewesen, dass das BFW von sich aus die 2 Jahre auf 1 Jahr gekürzt hat. (Habe schon eine Ausbildung. Von daher die Reduzierung!) Wie gesagt, aus meiner Sicht wären sie gar nicht hier und lacht.
- Was wollen sie denn bloß, sie sind doch alt und echt richtig krank.
Usw.
Der Reha Berater vor Ort ist Psychiater, Neurologe sowie Internist in einer Person.
Wie überheblich der Berater ist.
Die Reduzierung hat nicht funktioniert. Sinngemäß kam ich in den fortgeschrittenen Jahrgang, wo ich dann voll eingestiegen bin. Jedoch fehlte eben in einigen wichtigen Fächer eben das erste Jahr. BfW hat es auch gemerkt und zugegeben, dass die Entscheidung nicht so gelungen war.
Und nun einen neuen Weg suchen. Diesen neuen Weg versuche ich mit den „Super“ Berater zu erarbeiten, was aber nicht gehen wird. Werde den Expertenrat annehmen und einen entsprechenden Antrag stellen.

,

von
Sonderschulmeister

Zitiert von: Schorsch

Zitiert von: Gacki

Sagen Sie mal "Schorsch", sind Sie eigentlich noch ganz bei Troste?! Ihr Beitrag erweckt den Eindruck, dass Menschen über 50 nichts wert und LTA-Maßnahmen für diese Altersgruppe sowieso nur rausgeschmissenes Geld sind? Und, wie soll ´s dann weitergehen, Ihrer unwerten Meinung nach? Vielleicht die "Ablebenspille" für Kranke und Gebrechliche und Menschen über 70? Keine Arztversorgung mehr ab 60, weil zu alt und deshalb sinnlos oder was?!
Ihre Aussage ist wirklich empörend!!!!!!!!!

Auch wenn Sie meine Aussagen empörend finden, stehe ich dazu.

Ich bin ebenfalls über 50 und weiß aus eigener Erfahrung, dass es in diesem Alter fast unmöglich ist, einen qualifizierten Arbeitsplatz zu bekommen.

An dieser Tatsache ändern selbst die teuersten Qualifizierungsmaßnahmen nichts und wären daher rausgeworfenes Geld.

Den zweiten Teil Ihrer Ausführungen werde ich nicht näher kommentieren, da das Ihre unverschämten Unterstellungen nicht wert sind.

Setzen 6- und Ihr Betragen ist unter aller Kanone. Vorrücken selbst in der Sonderschule gestrichen!

von
Gacki

Zitiert von: Schorsch

Den zweiten Teil Ihrer Ausführungen werde ich nicht näher kommentieren, da das Ihre unverschämten Unterstellungen nicht wert sind.

Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Gehen Sie in den Keller und schämen Sie sich. Der einzige Unverschämte hier sind Sie schon selbst.

von
Fliegenklatsche

Zitiert von: wildwasser

Aber rechfertigt es, kein LTA zu erhalten. Ich finde nicht. Jeder hat ene Chance. Wie immer diese genutzt wird.

Aber nicht, wenn die Chancen auf einen entsprechenden Arbeitsplatz gleich null sind.

In Ihrem Fall wären Einarbeitungszuschüsse die einzige sinvolle LTA.

Wie sollte wohl sonst ein Arbeitgeber davon überzeugt werden, dass er ausgerechnet einen Fast-Rentner einstellen soll, wenn er die freie Auswahl hat?

von
Achill

Zitiert von: wildwasser

Viele Kommentare.
Werde nach und nach einige beantworten.
zu Achil:
Bin erstaunt woher die Zahl kommt. Wau. Hier fehlt die Division durch die Anzahl der Teilnehmer.
Somit wird der Betrag deutlich geringer.

Wenn ich das richtig verstanden habe geht es hier um eine Maßnahme mit Übergangsgeld, Schulungskosten evtl. Unterbringung in dieser Einrichtung Verpfelgungskosten ect. da sind 150.000 bis 200.000 pro Person anzusetzen.

Eine Umschulung kostet zumindest pro Person so viel. Deshalb wird es eben ab einem bestimmtem Alter nicht mehr genehmigt, da hier niemals mehr Beiträge wieder eingezahlt werden können.