Berufliche Reha und volle EM-Rente

von
Verunsicherter

Ich beziehe zur Zeit eine volle EM-Rente (befristet) und denke über eine Rückkehr ins Berufleben nach. Eine Möglichkeit ist die Beantragung einer beruflichen Reha-Maßnahme, dies hat allerdings den Nachteil, dass der Antrag in meinem Fall bei der RV-Bund zu stellen wäre, welche auch meine EM-Rente zahlt.

Eine solche berufliche Reha wird soweit ich informiert bin von der RV-Bund nur bewilligt, wenn ich in meinem "alten" Beruf nicht mehr arbeiten kann. In meinem Fall will ich aber in meinem alten Beruf wieder arbeiten, nur wird dies nix, da mir als Rentenbezieher kein Arbeitgeber abkauft, dass ich wieder arbeiten kann.

Einfach mal eben auf die Rente zu verzichten geht auch nicht, da mich die Agentur für Arbeit bei Selbstverzicht auf die EM-Rente nicht für arbeitsfähig hält und insofern keine Leistungen erbringen wird. Selbst bei Nicht-Beantragung der Folgerente bei Ablauf des Befristungszeitraumes besteht dasselbe Problem : es liegt kein Beweis der Arbeitsfähigkeit aus Sicht der AA vor - also wird erst mal geprüft (vom AA-Arzt) und nix gezahlt.

Der Punkt ist: in einer beruflichen Reha werden zumindest grundlegende berufliche Fähigkeiten dokumentiert, wie eben 8h im Büro sitzen oder sich selbst zu organisieren. Kombiniert mit entsprechender Fachkenntnis sind dann die Einstellungschancen besser als aus dem Rentenbezug heraus.

Meine Frage ist also : kann ich eine berufiliche Reha trotzdem machen, also eine solche Reha für eine Rückkehr in meinem alten Beruf bewilligt bekommen ? Oder gibt für eine Rückkehr in den alten Beruf noch Alternativen zur beruflichen Reha oder dem "kalten" Aufschlag bei der Agentur für Arbeit ?

Besten Dank für kompetente Antworten.

von
??

Zitiert von: Verunsicherter

Ich beziehe zur Zeit eine volle EM-Rente (befristet) und denke über eine Rückkehr ins Berufleben nach. Eine Möglichkeit ist die Beantragung einer beruflichen Reha-Maßnahme, dies hat allerdings den Nachteil, dass der Antrag in meinem Fall bei der RV-Bund zu stellen wäre, welche auch meine EM-Rente zahlt.

Eine solche berufliche Reha wird soweit ich informiert bin von der RV-Bund nur bewilligt, wenn ich in meinem "alten" Beruf nicht mehr arbeiten kann. In meinem Fall will ich aber in meinem alten Beruf wieder arbeiten, nur wird dies nix, da mir als Rentenbezieher kein Arbeitgeber abkauft, dass ich wieder arbeiten kann.

Einfach mal eben auf die Rente zu verzichten geht auch nicht, da mich die Agentur für Arbeit bei Selbstverzicht auf die EM-Rente nicht für arbeitsfähig hält und insofern keine Leistungen erbringen wird. Selbst bei Nicht-Beantragung der Folgerente bei Ablauf des Befristungszeitraumes besteht dasselbe Problem : es liegt kein Beweis der Arbeitsfähigkeit aus Sicht der AA vor - also wird erst mal geprüft (vom AA-Arzt) und nix gezahlt.

Der Punkt ist: in einer beruflichen Reha werden zumindest grundlegende berufliche Fähigkeiten dokumentiert, wie eben 8h im Büro sitzen oder sich selbst zu organisieren. Kombiniert mit entsprechender Fachkenntnis sind dann die Einstellungschancen besser als aus dem Rentenbezug heraus.

Meine Frage ist also : kann ich eine berufiliche Reha trotzdem machen, also eine solche Reha für eine Rückkehr in meinem alten Beruf bewilligt bekommen ? Oder gibt für eine Rückkehr in den alten Beruf noch Alternativen zur beruflichen Reha oder dem "kalten" Aufschlag bei der Agentur für Arbeit ?

Besten Dank für kompetente Antworten.


Ja,Ja so ist das. Erst die Rente erhalten und wird's Dir langweilig.

von
???

1. LTA gibt es nur, wenn man in seinem alten Beruf nicht mehr arbeiten kann bzw. sollte.
2. Das Ziel von LTA ist, dass Sie wieder einen gesundheitlich passenden Arbeitsplatz haben.
Sie sehen, was Sie möchten, funktioniert nicht. Entweder haben Sie keinen Anspruch auf LTA (weil Sie in Ihrem alten Beruf arbeiten können) oder Ihr alter Beruf ist gesundheitlich nicht passend und die Beschäftigungsaufnahme dort nicht förderfähig.
Sie können sich jedoch jederzeit auf dem Arbeitsmarkt ausprobieren. Was hält Sie davon ab, ein Praktikum bei einem Arbeitgeber zu machen? Wie steht es mit einem stufenweisen Einstieg, z.B. erst geringfügige Beschäftigung und bei gutem Verlauf Steigerung der Arbeitszeit? Vielleicht finden Sie auch eine Stelle, wo Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erstmal ehrenamtlich testen können. Werden Sie aktiv und probieren Sie sich aus. Wenn man zu Hause ist, geht es vielen gesundheitlich erst mal besser. Das kann sich aber ganz schnell ändern, wenn man wieder arbeiten geht, Stress hat und man auf gesundheitliche Probleme keine Rücksicht mehr nehmen kann.

von
Verunsicherter

@ ???: das mit dem Ausprobieren ist nicht so einfach. Ich bin ja verpflichtet, die Aufnahme einer Beschäftigung (also auch ein Praktikum) der RV Bund unverzüglich mitzuteilen.

Ehrenamtlich wird kein Arbeitgeber machen, allein aus Gründen der Unfallversicherung.

Wenn ich also ein sagen wir 3-monatiges Praktikum mache, wird die RV Bund bei 3 oder mehr Stunden pro Tag die Rente sofort einziehen oder mich auf Teilrente runterstufen. Einfach 2,5 h in den Vertrag schreiben und regelmäßig mehr arbeiten ist wie gesagt aus Gründen der UV nicht opportun.

Auch eine Selbständigkeit während des Praktikums hilft nicht weiter : dann wird generell ohne Prüfung der 3h volle Arbeitsfähigkeit unterstellt und die Rente ist auch sofort weg.

Ganz wichtig : für ein selbst eingefädeltes Praktikum wird die Agentur für Arbeit keine Zuschüsse zahlen (die wird der Arbeitgeber aber haben wollen), dass die RV Bund solche Zuschüsse für Praktika während des Rentenbezuges zahlt ist mir nicht bekannt.

Vielleicht hat ja jemand noch weitere Ideen ?

von
???

"Wenn ich also ein sagen wir 3-monatiges Praktikum mache, wird die RV Bund bei 3 oder mehr Stunden pro Tag die Rente sofort einziehen oder mich auf Teilrente runterstufen."
Wissen Sie das sicher oder ist das Ihre Vermutung? Ein Praktikum zum Ausprobieren Ihrer Belastungsfähigkeit ist keine Erwerbstätigkeit in diesem Sinne. Meines Wissens passiert während eines Praktikums, solange kein Entgelt bezogen wird, gar nichts. Und Arbeitgeber haben nichts dagegen, wenn jemand ohne Lohn für sie arbeiten will. Sie würden nur UV-Versicherung und die Pauschalabgaben kosten.
Je nachdem, was Ihr Beruf ist, können Sie in sozialen Bereich jederzeit ehrenamtlich tätig werden. Vereine, Kirchen, Umwelt- und Tierschutz, Parteien ... die Auswahl ist groß.
Was sind denn Ihre Alternativen? Es gibt 2 Möglichkeiten:
Sie sind noch erwerbsgemindert und werden dann auf Kosten Ihrer Gesundheit arbeiten. Die Rente kann dann nicht entzogen werden, ein evtl. erzieltes Einkommen führt zur Kürzung der Rente. Klingt doch in Ordnung, oder?
Sie sind nicht mehr erwerbsgemindert. Dann können Sie die Weitergewährung Ihrer Rente beantragen wie Sie wollen - der Antrag wird abgelehnt. Es ist dann schon sinnvoll, sich bereits jetzt bei AG zu präsentieren und Ihr Können zu zeigen. Sie können aber auch abwarten, bis die DRV Sie aus dem Rentenbezug rausschmeist und dann auf die Unterstützung der DRV oder der AfA rechnen.
Die Frage ist wohl eher: Sind Sie wirklich wieder erwerbsfähig oder wollen Sie nur wieder arbeiten?

von
Verunsicherter

Die RV Bund fragt in ihren Fragebögen nach dem "Ausüben einer Beschäftigung".

Ob nun der Spezialfall eines unentgeltlichen Praktikums bei Zahlung der UV durch den Arbeitgeber eine solche Beschäftigung darstellt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Dies kann evtl. einer der Experten der RV Bund klären. Sobald Geld an mich fließt, gehe ich mit Sicherheit davon aus, dass eine Beschäftigung im Sinne der RV Bund vorliegt.

Auch ist die Frage nach der Abstufung der Erwerbsminderung keine Alles oder Nichts Geschichte. Es dreht sich hier um das verbliebene Rest-Leistungsvermögen, und dieses wird in Stunden Arbeit pro Tag erfasst. Möglich sind 0h bis weniger als 3h, 3h bis weniger als 6h, und schließlich 6h oder mehr. Entsprechend gibt es 100%, 50 % oder 0% Erwerbsminderung.

Auch ist im Bereich 0h bis weniger als 3h die Ausübung eines Mini-Jobs nicht zwingend rentenschädlich. Es kann dann allerdings zu einer Überprüfung der Rente kommen.

Ich gewinne insgesamt inzwischen den Eindruck, dass wohl der Minijob mit 2,9h pro Tag vor Ort beim Arbeitgeber der Weg zum Ziel ist. Was ich zuhause in meiner Freizeit ergänzend zu diesen 3h noch so alles mache, ist dann mein Problem - dann brauche ich ja auch keine UV dafür und alle sind glücklich (dank EMail und Internet).

Dabei ist natürlich entscheidend, dass ich einen qualifizierten Hochschulabschluss in einem Mangelfach besitze und insofern geistige Arbeit am Computer verrichte, also z.Bsp. anspruchsvolle Fachkonzepte für einen Arbeitgeber entwerfe.

Bin auf die Meinung eines der Experten der RV Bund gespannt - insbesondere zu meiner Minijob-Idee.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Verunsicherter,

zunächst einmal: Wenn Sie gern eine Meinung eines Experten der DRV Bund hätten, dann müssten Sie sich bitte auch an die DRV Bund wenden (z.B. Chat unter: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/de/Inhalt/5_Services/01_kontakt_und_beratung/beratung/OnlineChat.html). Dort werden Sie aber - genau wie hier im Expertenforum der Regionalträger - nur allgemeine Auskünfte zu Ihrer Frage erhalten und keine individuelle verbindliche Zusage.

Angesichts Ihrer vielschichtigen Fragestellung und auch vielleicht einiger vorhandener Missverständnisse zum Thema LTA und EM-Rente wäre es aus meiner Sicht auch empfehlenswert, wenn Sie sich einmal ganz individuell in einer der Beratungsstellen der DRV beraten lassen würden.

Einige Hinweise möchte ich Ihnen aber geben:
- LTA muss nicht immer eine Umschulung in einen anderen Beruf sein. Die DRV kann auch vermittlungsunterstützende Leistungen oder z.B. technische Hilfen erbringen, um in den alten Beruf zurückzukehren.
- Natürlich würde dann zunächst geprüft werden, ob solche Leistungen unter Berücksichtigung Ihres aktuellen Gesundheitszustandes auch erfolgversprechend sind - oder auch, ob nicht mit Ablauf der Befristung von einem wiederhergestellten Leistungsvermögen auszugehen ist und damit die Agentur für Arbeit der zuständige Ansprechpartner wäre. Das kann Ihnen aber hier im Forum niemand sagen, da es ganz auf die sozialmedizinische Beurteilung ankommt.
- Eine EM-Rente fällt nicht quasi automatisch weg, sobald eine Beschäftigung über 3 Stunden/Tag hinausgeht. Die Rente fällt dann weg, wenn die sozialmedizinische Beurteilung zu dem Ergebnis kommt, dass Sie mehr als 3 Stunden arbeiten können (!!) - lässt Ihr Gesundheitszustand das objektiv gesehen eigentlich gar nicht zu, dann liegt eine sogenannte "Arbeit auf Kosten der Restgesundheit" vor und die Rente wird weiter gezahlt.
- Auf der "sicheren Seite" sind Sie natürlich bei einem Arbeitsplatz unter 3 Stunden und vielleicht ist ein langsamer Einstieg auch die bessere Möglichkeit. Natürlich kann das dann auch eine selbständige Tätigkeit sein - die Regelung, dass volle EM bei Selbständigkeit entfällt, gibt es schon seit Jahren nicht mehr.
- Bitte achten Sie aber darauf, dass das "was Sie in Ihrer Freizeit machen" (neben einem Minijob) nicht auch den Tatbestand der selbständigen Arbeit erfüllt - dann müssen Sie das auch der DRV Bund mitteilen.