Berufliche Rehabilitation

von
Theo

Berufliche Rehabilitation

Hallo,
mein Partner wird im September diesen Jahres „ausgesteuert“ sein. Er ist ungekündigt, kann aber seine Arbeit wegen einer psych. Krankheit nicht aufnehmen. Durch diese psych. Erkrankung gilt er als behindert nach SGB IX.
Im Januar, während der medizinischen Rehabilitation, stellte er einen Antrag auf berufliche Rehabilitation damit festgestellt wird inwieweit er belastbar und arbeitsfähig ist und welche berufl. Perspektiven für ihn gegeben sind.
Er wurde arbeitsunfähig aus der med. Rehabilitation entlassen und seine Arbeitsfähigkeit auf 3 bis unter 6 Std. täglich eingeschätzt.
Im Mai 2018 bekam er einen schriftlichen Bescheid über die Bewilligung zur Teilnahme an einem „Reha-Vorbereitungslehrgang als Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben“. Diese Leistung ist eine 3-monatige „Berufsfeststellung-/Orientierungsmaßnahme“.
Mich irritiert nun der „Hinweis zur Durchführung“: Die Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben endet mit dem letzten Tag der Teilnahme.
Stellt damit die Deutsche Rentenversicherung ihre Leistung insgesamt ein? Wie ist dieser Hinweis zu verstehen?
Abschliessend, es wurde bisher kein Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente gestellt und genau das macht mir große Sorgen, denn jetzt muss niemand eine Absage erteilen, oder sehe ich da etwas falsch?

Herzlichen Dank

Experten-Antwort

Hallo „Theo“,
bei einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben, werden die damit verbundenen Leistungen grundsätzlich nur während dem Zeitraum der Maßnahme gezahlt. Der von Ihnen genannte „Hinweis“ soll Ihnen demnach mitteilen, dass wir den letzten Anwesenheitstag als Ende der Maßnahme ansehen.
Unter Umständen kann nach Beendigung solch einer Leistung eine weitere erfolgen oder bei Erfüllung der Voraussetzungen ein sogenannten „Anschluss-Übergangsgeld“ gezahlt werden. Bitte teilen Sie Ihrem Partner mit, dass es sich gegebenenfalls mit seinem zuständigen Rehafachberater in Verbindung setzten kann. Evtl. weitere Leistungen sind individuell zu prüfen.

von
Theo

Ganz herzlichen Dank für die „Expertenantwort“, ich werde Ihre Antwort weitergeben.
Für mich bleibt eine weitere Frage:
Da die Deutsche Rentenversicherung den Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht unmittelbar in einen Rentenantrag umgewandelt hat und mein Partner diesen bisher nicht selbst gestellt hat, besteht dann dennoch für die Rentenversicherung die Verpflichtung dies zu tun wenn der Maßnahmeträger dies bei Abschluss der genehmigten Maßnahme empfehlen sollte oder aber muss mein Partner in jedem Fall selber einen Erwerbsunfähigkeitsrentenantrag stellen? Leider fällt das Aussteuerungsende in den Zeitraum der Maßnahme und aktuell weiß niemand welche Möglichkeiten mein Partner noch erfüllen kann, welche Potentiale noch vorhanden sind.

Experten-Antwort

Hallo „Theo“,
nach einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben wird in der Regel nicht automatisch ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente geprüft. Wenn Sie diesbezüglich aufjedenfall eine Prüfung wünschen, sollte Ihr Partner den Rentenantrag stellen.
Unabhängig davon, ob der Rentenantrag gestellt wird, sollten Sie sich rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit melden, da das Krankengeld im September ausläuft. Im Anschluss an ein Krankengeld besteht in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld.

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