Berufliche Rehabilition

von
Diana

Guten Tag,

Anfang Februar des nächsten Jahres darf ich 60 Jahre alt werden. Durch einen Unfall mit 9 Jahren höre ich schlecht und habe den Schwerbehindertenaus GdB50. Seit 2012 bin ich arbeitslos, habe seit 2014 einen Minijob als Zustellerin.

Meine Fallmanagerin vom Jobcenter könnte mich nicht mehr in Massnahmen verweisen, daher solle ich nun einen beruflichen Reha-Antrag stellen. Ziel wäre es, dass ich zum IFD komme, wo sich eine Jobcoachin um mich bemüht.

Eine Umschulung wird auf Grund meines Alters ausgeschlossen, es wäre auch mitunter schwierig so einen Antrag durchzusetzen.
Wird der Reha-Antrag abgelehnt, würde ich nachwievor beim Jobcenter bleiben.......entscheidet nicht ein Rehaberater das weitere vorgehen bei einem bewilligten Antrag?

Macht das überhaupt noch Sinn in meinem Alter?

Experten-Antwort

Das Jobcenter kann Sie auffordern, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Sie können diesen Antrag ganz beruhigt stellen, damit Sie evtl. keine Nachteile haben. Ob und welche Leistungen dann tatsächlich für Sie in Betracht kommen, wird sich zeigen.

Vielleicht sollten Sie aber gleichzeitig einen Antrag auf eine medizinische Leistung zur Rehabilitation ("Kur") stellen. Davon könnten Sie in jedem Fall provitieren!

von
Diana

Vielen Dank für die Expertenantwort.

Ich hätte noch hinzufügen sollen, dass ich erst 2018 ein mehrmonatiges Praktikum in VOLLZEIT absolvieren durfte......da hat aber niemand meine volle Arbeitsfähigkeit überprüft. Und munter so weiter, Praktikum und Massnahmen gehen immer.

Genau das sei nun vom Jobcenter bei mir ausgeschöpft, warum eigentlich? Auf einmal, weil ich fast 60 Lenze zähle?

Diesen beruflichen Reha-Antrag soll ich ja nur stellen, damit ich zum IFD verwiesen werden kann. So laut meiner Fallmanagerin vom JC, was ja nur wieder Massnahme bedeutet.
In diesem Falle finanziert von der DRV, sehe ich das richtig?

Sie formulieren an mich folgende Antwort:"........OB UND WELCHE LEISTUNGEN DANN IN BETRACHT KOMMEN, WIRD SICH ZEIGEN".

WARUM ist dann für das Jobcenter von Anfang an klar, dass ich den beruflichen Reha-Antrag nur stellen soll, um beim IFD vorstellig zu werden?

Entscheidet bei Zustimmung des Reha-Antrag nicht der Reha-Berater, wie es weitergeht?

Mal fern davon, dass ich stets fit für das Jobcenter war in allen Belangen zwecks Massnahmen und VOLLZEIT-Praktika.

von
KSC

An den IFD können Sie sich m.E. auch so wenden, dazu braucht es den Umweg über die DRV und den LTA Antrag eigentlich nicht.

Denn realistisch gesehen wird - egal wie - nicht mehr viel passieren, wenn Sie schon seit 8 Jahren keine "richtige" Arbeit mehr gefunden haben, dürfte die Chance mit 60 gleich 0 sein.

Aber versuchen können Sie den LTA Antrag gerne, vielleicht stellt man Ihnen einen Eingliederungszuschuß in Aussicht (aber das hätte das JC ja auch längst machen können).

Sofern Sie schwerbehindert sind und 35 Versicherungsjahre haben geht es rententechnisch ab 61+x Monaten eher um die Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

von
Diana

Frau oder Herr KSC, vielen Dank für diese Mail!

Ich bin so "richtig" seit 2004 arbeitslos, hatte danach einen guten Minijob da nichts anderes gefunden. Das Jobcenter akzeptierte das, ich war nur Aufstockerin. Wenn ich da zum Arbeitsamt vorgeladen wurde, waren es nur 10 Minuten mit unterschreiben der Eingliederungsvereinbarung, was seit
Jahren bei mir nicht mehr ist.

Diesen Minijob verlor ich Ende 2011, von 2012 bis 2016 stets nur halbjährlich dieses 10 Minuten unterschreiben. Stets wurde mir gesagt, dass es keine Arbeit für mich gibt. Seltsam aber so geschehen.

Ab 2017 betreuten mich andere Fallmanagerinnen vom Jobcenter, da ging die Post ab. Neben bewerben, bewerben u.a. mehrere Massnahmen wie Praktika. Sehr erfolgreich, sehr gute Bewertungen, was selbst dem Jobcenter aussergewöhnlich erschien.

Nur die Drux an der Sache: arbeiten und gute Leistung bringen darf ich gerne aber nichts mit entlöhnen. Das ist ein grosses von der Arbeitspolitik geschaffenes Problem. Dass Arbeitgeber in der Theorie behinderte Menschen einstellen (müssen) entspricht nicht der realen Praxis.

Den beruflichen Rehabilitionsantrag soll ich ja stellen um zum IFD wieder zu kommen. Das ist ja die Begründung des Jobcenter. Das kommt mir ja auch spanisch vor, zumal bei Bewillung ja die DRV entscheidet und nicht das Jobcenter. Der Leistungsträger ist ja die DRV.

Verwiesen wurde ich an eine Dima-Joblotsin, Zustimmung zum Termin am xxxxxx. Tage später dann der Termin, der Vertrag mit der Sozialarbeiterin lag rückwirkend vom Maildatum auf dem Tisch. Natürlich auch der berufliche Reha-Antrag, der flugs ausgefüllt wurde. Gewisse Monatsdauer steht im Vertrag, der Vertrag könne aber früher beendet werden wenn der Arztbericht vorläge.

Noch nichts unterschrieben aber 4 Werktage später schon nach dem Arztbericht fragen?

JA, ich weiß um den Eingliederungszuschuss.....in meinem attraktiven Alter? Ich nehme es mit Humor, ich bin schön und jung im Herzen.

Und genau das hinterfrage ich ja: ich MUSS diesen beruflichen Rehabilitionsantrag ja stellen (!).......die DRV schüttelt vorab den Kopf.

von
KSC

....alle Praktiker schütteln wohl den Kopf....der einzige "Gewinner" wäre das Jobcenter, das einen Fall weniger hat.....

Alles Gute

von
Diana

Danke und nochmals Danke.

Schwerbehinderte Menschen sind definitiv wie jeder andere Mensch auch. Arbeit gibt es für jeden, insofern man das auch behördlich wollen möge.

JA, es geht nur um die leidige Kostenverschiebung.
Auf Kosten der arbeitswilligen Menschen, die doch nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Denen das verdammt weh tut.

Mein Geburtsjahrgang ist geburtenstark, so alt und auch jung sind die meisten Menschen in Deutschland. Da darf es keine Arbeitslosen geben, die Menschen werden immer älter.

Ihnen auch alles Gute, bitte bleiben Sie gesund!

Experten-Antwort

Hat das Jobcenter Sie schriftlich aufgefordert, einen entsprechenden Antrag zu stellen? Falls nicht, sollten Sie das zunächst einfordern.

Der Arbeitsmarkt ist - gerade z.Z. - schwierig.

Trotzdem: Alles Gute!

von
Diana

Ich bedanke mich für Ihre EXPERTEN-Antwort.

Nein, ich erhielt keine schriftliche Aufforderung vom Jobcenter.
Vor Monaten fragte mich meine Sachbearbeiterin, ob ich schon mal einen beruflichen Reha-Antrag beantragt hätte. Sie halte es für ratsam, da ich schon lange aus der Renteneinzahlung raus wäre. Begründet u.a. damit dass ich nur so zum IFD überwiesen werde könne. Genau diese Begründung kommt mir so seltsam vor; Jemand aus diesem Forum erwähnte es ja schon, dass ich jederzeit den IFD um Hilfe bitten kann. KORREKT! So war es ja auch im Juni mit einer Nachfrage an den IFD; die nette Dame lud mich sofort zu einem Erstgespräch ein. Ich solle ihr meine Bewerbungsunterlagen vorab zuschicken. Dummerweise war ich da naiv erschrocken, geht das denn? ....

Ja, es geht- ist aber anscheinend von Dauer und Schwere von einem Kostenträger abhängig. Kosten für mich kann das Jobcenter ja nicht mehr tragen, so verstehe ich das und auch meine Frage, ob das so richtig ist. Warum kann das Jobenter keine Massnahme-Kosten mehr für mich übernehmen?

Beim virtuellen Gespräch wegen Corona, schlug mir meine Sachbearbeiterin vor, wegem dem beruflichen Reha-Antrag die Dima-Joblotsin als Hilfe zu kontaktieren......diese solle mich beim Antrag unterstützen weil eben Anträge wie meinerseits sehr schwer "durchzusetzen" wären. Ich höre und lese mir alles an, bin verständig für alles.....also stimmte zu. Meine Sachbearbeiterin fragte mich, ob sie meine E-Mail weitergeben dürfe. Natürlich. Beim Erstgespräch mit der Dima-Joblotsin lag der Vertrag mit ihr auf dem Schreibtisch; ebenso der berufliche Reha-Antrag, den sie fragend ausfüllte. Einmal die Woche Kontakt mit fragen nach dem Arztbericht. Da wäre höchstens nochmal ein persönliches Treffen wegen Corona bedingt um den Reha-Antrag auszufüllen, eben wenn nur die ärztliche Stellungnahme vorliegt.

Ich habe doch noch gar nichts unterschrieben.......und wenn Frage um Weiterleitung meiner Mail ist, dann wohl freiwillig.

Ich verstehe da auch vieles nicht aber ich bedanke mich sehr für die Antworten.......achja!!! Der Dima-Joblotsin schrieb ich, dass für einen beruflichen Reha-Antrag verdammt schlechte Zeit wäre- Corona und so und wenn ich bei der DRV was beantrage, will ich auch "einschlagen"! .....Nein, nein die Anträge würden im Moment verlangsamt bearbeitet und daher der optimale Antragszeitpunkt. Was soll man davon halten?

Vielen Dank an EXPERTEN und User, bitte bleiben Sie gesund!

von
Diana

Heute Nachmittag Mail von dieser Joblotsin erhalten....Termin zwecks weiterem ausfüllen des Reha-Antrag nächste Woche. Einmal die Woche muss ja Kontakt sein.Zuvor sagte die Dame dass ein weiteres ausfüllen durch sie nur Sinn mache, wenn der Arztbericht vorliegt. Beim letzten Treffen dass ich das auch selbst ausfüllen könne....ja, was denn nun und überhaupt.

Ich habe bei der Dame nichts unterschrieben, wie soll ich mich verhalten?