Berufsunfähig

von
bali

Liebes Team!
Als Pflegehelferin wurde ich nach ausgeprägtem Handekzem durch BG §5101 berufsunfähig erklärt. Lt. Gutachten nach Reha Hautklinik wurde MdE 25% festgestellt.Vergangenes Jahr wurde Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt. Verletztengeld läuft im nächsten Monat aus, bin weiterhin krank geschrieben.
BG versagt mir aufgrund meines Alters (49) Umschulung, versucht mich in ein stundenweises Beschäftigungsverhältnis zu bringen. Beim Arbeitsamt bin ich arbeitssuchend gemeldet, habe aber lt. Aussage von dort kaum Chancen durch meine gesundheitlichen Einschränkungen.
Soll ich einen Antrag auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung stellen?
Da ich vor 1961 geboren bin, habe ich doch einen gewissen Berufsschutz, oder?
Welche Möglichkeiten der Antragstellung habe ich noch?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

von
Michael1971

Hallo,

laut Berufeverzeichnis des Arbeitsamtes sind Tätigkeiten als Pflegehelfer (außer im privaten Haushaltsbereich) den Facharbeiterberufen zuzuordnen. Berufschutz dürfte also bestehen.

Für einen Rentenanspruch genügt dies allein jedoch nicht. Sie sind als Facharbeiterin auch auf angelernte Tätigkeiten verweisbar, die Sie unter Berücksichtigung Ihres Gesundheitszustandes ausüben können. Sofern neben dem Handekzem keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen bestehen, dürfte es der Rentenversicherung nicht schwerfallen, eine geeignete Verweisungstätigkeit zu benennen, ein Rentenanspruch bestünde dann nicht.

Genaueres wird Ihnen im Rahmen dieses Forums niemand sagen können, da hierzu eine umfassende Kenntniss Ihrer medizinischen Situation nötig wäre.

Es bleibt also nur, einfach mal einen Antrag bei der RV zu stellen und abzuwarten.

Experten-Antwort

Sie können jederzeit einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung stellen. Da Sie vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, gilt für Sie eine Vertrauensschutzregelung: Sie können bei verminderter Erwerbsfähigkeit eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit bekommen. Diese Rente wird an Versicherte gezahlt, die ihren bisherigen qualifizierten Beruf nicht mehr oder nur noch weniger als sechs Stunden täglich ausüben können, in einem anderen Beruf aber mindestens sechs Stunden täglich einsetzbar sind. Hier prüft Ihr Rentenversicherungsträger, ob Ihnen eine andere Tätigkeit zugemutet werden kann. Eine solche Tätigkeit muss Ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechen und Ihnen im Hinblick auf Ihre Ausbildung, den bisherigen beruflichen Werdegang und die erlangte soziale Stellung zumutbar sein.

von
bali

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Mein Problem besteht darin, dass ich in wiederkehrenden Perioden durch großflächige,offene Hautdefekte an beiden Handflächen gar nichts arbeiten kann. Dadurch ist eine Arbeitsaufnahme nur zeitweise möglich. Diese Schübe kommen teilweise monatlich bis 2-monatlich. Der Hautarzt sagte mir, ich müsse mit dieser Situation leben, eine Heilung sei unwarscheinlich bzw. es drohe eine bleibende Behinderung.
Da ich mir diese Krankheit unter anderem aufgrund einer bewiesenen Allergie gegen die in der Altenpflege geforderten Desinfektionsmittel zuzog, fühle ich mich von der BG doch ziemlich im Stich gelassen.
Welche Möglichkeiten habe ich?

von
Antonius

Unter diesen Umständen sollten Sie auf jeden Fall eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Das können Sie in jedem Rathaus oder Bürgeramt tun. Der RV-Träger führt dann die erforderlichen Überprüfungen durch.
Um abzuklären, ob Ihnen eventuell sogar eine Rente von der Berufsgenossenschaft zusteht, sollten Sie sich an einen Sozialverband, wie z.B. den SoVD (www.sovd.de) oder den VDK (www.vdk.de) wenden.

MfG