Berufsunfähigkeit

von
Angel

Hallo,
Ich (Jahrgang 60) bin seit 9 Monaten arbeitsunfähig, da ich unter schweren Depressionen leide. Eine wesentliche Ursache dafür ist Mobbing durch den Arbeitgeber, bei dem ich seit mehr als 10 Jahren arbeite. Wie mir der Arzt erklärte hält der MDK mich an einem anderen Arbeitsplatz für erwerbstätig, eine Weiterbeschäftigung aber als weiter gesundheitsgefährdend.
In meinem Alter und der Erkrankung kann ich nicht das Risiko eingehen, den Arbeitsvertrag aufzugeben.
Käme die Berufsunfähigkeitsrente für mich infrage oder was könnte ich machen?

von
Corletto

Die Berufsunfähigkeitsrente gibt es schon seit dem Jahr 2001 nicht mehr.

Sie heisst heute Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und gibt es nur noch für v o r dem 1.1.61 geborene !

Sie müssen aber hierzu in ihrem erlernten und auch wirklich ausgeübtem Beruf
erwerbsgemindert sein um diese Rente zu erhalten.

Durch einen Arbeitgeberwechsel alleine und weiterarbeiten in ihrem Beruf erhalten Sie diese Rente nicht.

Auch entscheidet der MDK dies nicht, sondern die Rentenversicherung.

Die Meinung/Einschätzung des MDK ist für die RV unrelevant , da die RV eigene Begutachtungen über ihren Gesundheitszustand einleiten wird.

Sie sollten also einen Antrag auf Erwerbsminderung stellen. In diesem Verfahren wird ihr
Gesundheitszustand und ihre Erwerbsminderung begutachtet und dann folgt die Entscheidung ob überhaupt und welche EM-Rente ( halbe, volle ) und / oder ob Sie die teilweise Erwerbsminderungrente ( alte Berufsunfähigkeitsrente ) bekommen.

Lassen Sie sich weiter krankschreiben und warten dann auf das Ergebnis ihres Rentenantrages.

Selbst kündigen sollten Sie zumindest solange nicht, wie über ihren Rentenantrag nicht entschieden wurde !

Hier eine Erklärung zur "alten " Berufsunfähigkeitsrente aus dem Internet :

Die Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wurde zum 31.12.2000 abgeschafft und durch die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (Erwerbsminderungsrente) ersetzt. Die Berufsunfähigkeitsrente wird jedoch weiterhin gezahlt, wenn der Anspruch darauf vor dem 01.01.2001 entstanden ist. Sie beträgt zwei Drittel der Erwerbsunfähigkeitsrente, die - allerdings unter zusätzlicher Berücksichtigung einer Zurechnungszeit - wie eine Altersrente berechnet wird.

Versicherte, die vor dem 02.01.1961 geboren und berufsunfähig im Sinne des bis zum 31.12.2000 geltenden Rechts sind, können ab 01.01.2001 im Rahmen einer Vertrauensschutzregelung eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten.

Ein Versicherter ist berufsunfähig, wenn seine Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zu einem gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als die Hälfte - für die Feststellung von Berufsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ab 01.01.2001 auf weniger als 6 Stunden täglich - gesunken ist und er in keinem anderen zumutbaren Beruf in größerem Maße erwerbstätig sein kann. Welcher andere Beruf dem Versicherten dabei noch zugemutet werden kann, hängt von seiner Ausbildung, von seinem bisherigen beruflichen Werdegang und seiner tariflichen Einstufung ab.

Die Rente kann befristet als Zeitrente oder auf Dauer gewährt werden.

von
Chris

Berufsunfähig heisst nicht, dass sie bei einem Arbeitgeber nicht mehr arbeiten können. Eine Rente werden Sie da nicht bekommen.

Sie sollten sich Gedanken machen, den Arbeitsplatz aufzugeben, oder Sie wollen Ihre Gesundheit weiter schädigen.

von
Schade

wenn Mobbing das Hauptproblem ist, könnten Sie Ihre Arbeit bei einem anderen Arbeitgeber, bei dem das Klima stimmt, vollwertig ausüben.

Und in diesem Fall werden Sie keine Rente bekommen.

Und wenn das so ist, verschlechtert m.E. jeder weitere Monat, den Sie zuwarten Ihre Chance etwas anderes zu finden.
Daher meine ich, dass Sie sich schleunigst um eine andere Arbeit bemühen sollten.

von
Hilfreich

Haben Sie von Ihrer Krankenversicherung keine Informationen bekommen ob Sie nicht berufsunfähig sind? Sie haben bestimmt oft Post von der Krankenversicherung bekommen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit. Der MDK ist eigentlich für die Pflegepflichtversicherung zuständig, dachte ich. Eine Anmeldung bei Ihrem Rententräger wäre da hilfreich. Sind in Ihrem Betrieb keine weitere Kolleginen oder Kollegen die das nicht ok finden was da passiert? Wenn Sie mit dem Gedanken spielen früher in Rente zu gehen, sollten Sie vorher erstmal sich informieren wieviel Berufsunfähigkeitsrente sie erhalten würden. Da kann Ihnen bestimmt die Rentenversicherung weiter helfen, eine grobe Berechnung könnte ich Ihnen auch erstellen, auf meiner Webseite finden Sie weitere Kontaktinformationen:www.mhodrea.de

Experten-Antwort

Den Ausführungen von Corletto ist nichts hinzuzufügen.