Berufsunfähigkeitsrente

von
manfred

Hallo, ich bin völlig verzweifelt über folgende Situation - aufgrund massiver Gesundheitsdefizite (mehrere erfolglose OP's und Reha's habe ich eine EU-Rente beantragt. Diese wurde vor ca. 10 Monaten abgelehnt. Ein Widerspruchsverfahren läuft seit geraumer Zeit - nun zum eigentlichen Problem: ich mußte vor vielen Jahren wegen oben genannter Beschwerden meinen Beruf als Maschinenbauer (stehende Tätigkeit aufgeben). Dies wurde mir von meinem Arzt dringend empfohlen. Ich habe daraufhin eine bis heute andauernde sitzende Tätigkeit. Dieser Berufswechsel verlief eher stillschweigend, d.h. ich habe die RV bezüglich Umschulung oder Reha nicht in Anspruch genommen.
Da ich vor 1960 geboren bin, kommt nach Ansicht der RV eine BU-Rente in Frage. (ich habe 34 Jahre voll einbezahlt) .Seit 3 Monaten kämpfe ich mit ärztlichen Attesten um deren Anerkennung - zum heutigen Zeitpunkt ist dieser Zustand mit vielen Gutachten belegbar, zum damaligen Zeitpunkt sind jedoch nur spärliche Unterlagen vorhanden, die heute zum dritten Mal nicht anerkannt wurden. Was bitte kann ich nur tun, um den Anforderungen der Rechtsabteilung genüge zu tun, damit dieses hin und her endlich ein Ende findet. Ohne diese Anerkenntnis habe ich laut VDK keinerlei Aussicht auf meine beantragte EU-Rente und warum findet mein heutiger schwerbehinderter Zustand kein Gehör?? Ich bin am Ende und weiß mir keinen Rat mehr. Bitte um Rat.

Experten-Antwort

Der "Schwerbehindertenzustand" findet nur "Gehör", bei den Voraussetzungen einer Altersrente wegen Schwerbehinderung. Wenn jemand schwerbehindert ist, soll er die Möglichkeit haben, sofern die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist, bereits früher in Rente gehen zu können.
Bei der Frage ob jemand Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wegen Berufunfähigkeit erhält, kommt es auf seine Stellung im Erwerbsleben an und hier ist zwingend zu prüfen, ob Berufsschutz gegeben ist. Die Tatsache, dass jemand einen Schwerbehindertenausweis hat, lässt nicht automatisch einen Rückschluss zu, wonach er auch automatisch seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. So kann beispielsweise der Rollstuhlfahrer, durchaus noch voll seiner beruflichen Beschäftigung als Sachbearbeiter nachgehen, im gesellschaftlichen Leben ist er aber derart beeinträchtigt, dass er einen Ausweis mit 100% Schwerbehinderung hat. Daher ist der Ansicht des VDK zuzustimmen, es muss nachgewiesen werden, dass der Wechsel in der Beschäftigung aus gesundheitlichen Gründen erfolgte.

von
manfred

Das ist richtig, aber wie soll ich diesen Nachweis erbringen, wenn mir Unterlagen aus dem Jahre 2000 fehlen. Ich sagte doch, das es zum heutigen Zeitpunkt keinerlei Problem wäre, dies nachzuweisen. Die RV bezieht sich aber zwingend auf das Datum 2000. Was soll ich denn nur machen, um das durchzusetzen. Mein Arzt hat es doch attestiert, das der Berufswechsel sinnvoll war, was den Herren der RV aber nicht reicht.

von
manfred

Frage an den Experten:
Was kann ich tun - es muss doch eine Möglichkeit geben, das Ganze zum Positiven zu verändern. Mein Arzt zeigt großes Interesse, sich allen Fragen zu stellen - oder scheitert alles an der weit verbreiteten Bürokratie, das wäre für mich eine Katastrophe.

Experten-Antwort

Sie sind Ihren Mitwirkungspflichten nachgekommen, Sie haben alle für Sie vorhandenen Unterlagen und Nachweise beigebracht. Der Rentenversicherungsträger hat dennoch Ihrem Antrag oder Widerspruch nicht stattgeben, so bleibt Ihnen nur die Möglichkeit den Rechtsweg zu beschreiten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in diesem Forum Fragen, die den Beurteilungsspielraum betreffen nicht abschließend klären können. Ob die Entscheidung des Rentenversicherungsträgers z.B. beurteilungsfehlerhaft war, kann nur von einem Gericht geklärt werden, sollten Sie die Entscheidung des Rentenversicherungsträgers nicht akzeptieren wollen, so können Sie innerhalb eines Monates beim zuständigen Sozialgericht (siehe Widerspruchsbescheid) Klage gegen den Rentenversicherungsträger einlegen. Eine anwaltliche Vertretung ist nicht erforderlich. Sie können direkt zum Sozialgericht gehen und dort die Klage zur Niederschrift aufnehmen lassen.