Berufsunfähigkeitsrente

von
ChrisBerlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im Juli 2000 einen Dienstunfall als Beamter erlitten. Jetzt wird der Beamtenstatus aufgehoben und ich werde für die Beamtenzeit in den gesetzlichen Versicherungen nachversichert. Bestünde ein Anspruch auf die alte Berufsunfähigkeitsrente, da das Schadensereignis vor dem 31.12.2000 war ?

Vielen Dank

von
Tom

Gehe mal von der Erfüllung der sonst. Versicherungsrechtlichen Voraussetzungen aus.

Stichtag ist zwar der 16.11.2000, aber ansonsten würde ich behaupten ja.

von
Schade

ob Sie allerdings aus medizinischer Sicht überhaupt berufsunfähig sind, läßt sich aus Ihren Angaben gar nicht beurteilen, weil nicht angegeben ist, was Sie seit 2000 machen (nicht jeder Dienst-/Arbeitsunfall führt zur Berufsunfähigkeit).

Darüber hinaus kann über den medizinischen Aspekt im onlineforum allenfalls spekuliert werden.

von
ChrisBerlin

Bei dem Dienstunfall wurde mein rechter Arm/ meine rechte Hand verletzt. Diese kann ich so gut wie gar nicht mehr verwenden(kein Zufassen möglich, ständige Schmerzen, Störung Nervenleitung zur Hand) desweiteren habe ich psychische Probleme. Beides führte zu einer Schwerbehinderung GdB von 60. Die aktuelle MdE liegt bei 30%.

von
Schwarzwälder

Eine Rente wegen BU/EU kommt nicht mehr in Betracht, selbst wenn der Leistungsfall vor 2001 eingetreten sein sollte. Die Rente wäre verspätet beantragt und würde damit frühestens mit dem Antragsmonat beginnen. "Echte" Renten wegen BU/EU können nur noch im Rahmen der Weitergewährung in Frage kommen.
Die Minderung der Erwerbsfähigkeit im Rahmen der Schwerbehinderung spielt bei der Beurteilung der Erwerbsminderung keine große Rolle. Vielmehr kommt es darauf an, inwiefern die Behinderung sich auf die möglichen Tätigkeiten auswirkt.
Die Nichtbenutzbarkeit eines Armes (oder sogar beider Arme) alleine bewirkt noch keine Erwerbsminderung, da Tätigkeiten im Pförtnerbereich oder als Museumsaufsicht (als Beispiele) noch vollschichtig ausgeübt werden können.
Stellen Sie einfach einen Antrag auf Gewährung der Rente dann wird der zuständige Arzt prüfen ob bei Ihnen eine Minderung der Erwerbsfähigkeit vorliegt und ob und ab wann Sie Rente bekommen können.

Experten-Antwort

Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung liegen vor, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr sechs Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können.
Ihr Rentenversicherungsträger prüft das anhand ärztlicher Unterlagen. Regelmäßig wird ein Gutachter darüber erstellt und dann Ihr Leistungsvermögen festgestellt.
Je nachdem, wie lange Sie täglich noch arbeiten können, sind Sie ggf. teilweise oder voll erwerbsgemindert.

Über die Erfolgsaussichten einer Rentenantragstellung kann an dieser Stelle natürlich nur spekuliert werden.

Wenn die Nachversicherung durchgeführt ist, sollten Sie sich umgehend mit der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung setzen. Empfehlenswert ist eine kostenfreie Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe.
Dort würde man nicht nur den Antrag mit Ihnen aufnehmen, sondern könnte auch eine Berechnung über eine mögliche Erwerbsminderungsrente fertigen.