Berufsunfähigkeitsrente - Anrechnung

von
zimone

Hallo,

Wenn ich privat vorgesorgt habe und arbeitsunfähig werde - sodass ich die Grundsicherung erhalte wie wird dann die private Vorsorge angerechnet?

mit freundlichem Gruß

Zimone

von
Amadé

Hier muss man differenzieren:

Es gibt a) die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II Sozialgesetzbuch) oder aber auch Arbeitslosengeld II bzw. nach einem rechtskräftig verurteilten Spitzenmanager auch Hartz IV benannt

Hier müssen Sie noch in der Lage sein, "unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein".

http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/02/index.php?norm_ID=0200800

Bei Leistung a) besteht für die Dauer des Leistungsbezuges bei staatlich geförderten Vorsorgeprodukten Verwertungsschutz (Hartz IV-Sicherheit). Für private Vorsorge bestehen nach Lebensalter gestaffelte Freibeträge. Einen Grobüberblick erhalten Sie hier

Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.

und

http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/arbeitslosengeld-II.htm

und es gibt

b) die Grundsicherung nach dem Vierten Kapitel des SGB XII, die Grundsicherung im Alter (z. Zt. 65) und bei Vorliegen von voller Erwerbsminderung auf DAUER.

http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/12/index.php?norm_ID=1204100

Bei Leistung b) gibt es KEINEN Hartz IV Schutz! Ihr Angespartes - egal ob staatlich gefördert oder nicht, ist voll einzusetzen. Sie haben dann zugunsten des Sozialamts - aber nicht für sich selbst - vorgesorgt. Außerdem haben Sie dann noch einen Beitrag zur Sanierung von Banken- und Versicherungskonzernen geleistet.

Ab 63 kann das Hartz IV-Amt Sie in der Regel unter Inkaufnahme erheblicher Abschläge in Zwangsrente schicken. Dieser Personenkreis wird in erheblich steigendem Maße LEBENSLANG auf Bedürftigkeitsleistungen angewiesen sein und hat dann für die Katz vorgesorgt

Siehe auch folgende Beiträge

http://www.daserste.de/mediathek_blank/play.asp?cid=11807

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=928&sid=175

von
Amadé

http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/altersvorsorge_aid_233073.html

von
Aufgeklärter

Hallo Amadé,
ich finde es klasse, wie sie nicht müde werden die Leute aufzuklären.
Menschen wie Sie haben wir viel zu wenige im Land.
Machen Sie weiter so !!!

Aufgeklärter

von
Maria L.

Hallo Zimone,

wie Amadé Ihnen schon erläutert hat, gibt es keinen Schutz der privaten nicht staatlich geförderten Vorsorge (bis auf im Verhältnis winzige Freibeträge), sobald Sozialleistungen in Anspruch genommen werden. Was mir auch neu ist: selbst die staatlich geförderte Vorsorge ist nicht mehr geschützt bei dauerhafter voller Erwerbsminderung, also Arbeitsunfähigkeit.

Aus Ihrer Überschrift entnehme ich aber, daß es Ihnen vor allem um die Anrechnung einer privaten Berufsunfähigkeitsrente geht. Da diese offenbar im Fall der vollen Erwerbsminderung (also nicht bei Hartz IV, sondern bei Grundsicherung) auch voll angerechnet wird, könnte man ja daraus folgendes schließen:

Der Abschluß einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist nur sinnvoll, wenn die daraus resultierende Rente deutlich höher liegt als der Grundsicherungssatz (also 347 Euro plus Miete plus Strom). Der Abschluß einer Mini-Berufsunfähigkeitsrente wäre sinnlos. Man möge mich korrigieren, wenn meine Überlegungen falsch sind.

Gruß,
Maria L.

Experten-Antwort

Weitergehende Informationen können Sie beim Träger der Grundsicherung, der zuständigen ArGe, einholen.