Berufsunfähigkeitsrente für vor 1961 Geborene

von
Hortensie

Hallo Liebe Experten,
ich bin am 16.5.1955 geboren, beziehe seit 11 Monaten Krankengeld und habe an einer Reha teilgenommen. Die Krankenkasse teilte mir mit, dass mein Antrag auf REHA in einen Rentenantrag umgedeutet wurde. Das Ergebnis der REHA: in meinem Beruf: berufsunfähig, unter 3 Stunden, für den offenen Arbeitsmarkt zur Verfügung: über 6 Stunden. (bin immer krankgeschrieben)Was muss ich jetzt tun ? Es wurde mir in der Reha geraten einen Antrag auf volle BU-Rente (vor 1961 Geborene)zu stellen. Eine teilweise Erwerbsminderungsrente oder eine volle Erwerbsminderungsrente kann ich wohl nicht beantragen?
Wird mein Antrag automatisch auf die BU Rente umgedeutet?
Vielen Dank für Ihre Antwort

von
???

Nachdem die Krankenkasse Ihnen bereits mitgeteilt hat, dass der Reha-Antrag umgedeutet wurde, können Sie einfach abwarten, bis die DRV Ihnen die entsprechenden Formulare zusendet. Nur wenn das Ende der Krankengeldzahlung bereits absehbar ist, sollten Sie selbst aktiv einen Rentenantrag stellen.
Ich persönlich würde die Aussage der Krankenkasse mit Vorsicht genießen. Oft genug ist die Krankenkasse nur der Meinung, dass umzudeuten wäre.

Eine "echte" Berufsunfähigkeitsrente gibt es nicht mehr. Es handelt sich immer um eine teilweise Erwerbsminderungsrente, die wegen Berufsunfähigkeit gezahlt wird.
Wenn Sie sich für voll erwerbsgemindert halten, sollten Sie dem Rentenantrag entsprechende ärztliche Bescheinigungen beilegen und dies auch noch bei den entsprechenden Fragen vermerken (R 210 Pkt.8/ R 0215).

von
Trudi

Wenn Sie einen GdB ab 50 haben, dann können Sie ohne große Abzüge in Rente gehen.

von
Hortensie

Welches Antragsdatum zählt? Reha-Antrag umgedeutet oder die schriftliche Beantragung später? Wäre in dem Fall ja wichtig, weil die Zurechnung sich ab 2018 bei Erwerbsminderungsrente geändert hat und die prozentuale Kürzung positiver wird mit später Antragstellung? Oder zählt das Datum des Bescheides?

von
WLlo

Antragsdatum nützt nicht viel.
Der Beginn der Rente richtet sich nach dem Eintritt des Krankheitsfalls.
Es wir ein bestimmtes Datum festgelegt. Das kann Antragsdatum aber auch Beginn/Feststellung der Krankheit/des Leidens oder zum Beispiel ein Unfalltag sein. Der Beginn kann auch in der Vergangenheit (oft der Fall) liegen.

Mit 63 können Sie doch auch in Rente für langjährige (35 Jahre) Versicherte gehen.
Am besten erst mal abwarten und solange es Krankengeld gibt, dies mit nehmen.

von
WiLo

d fehlt.

Die (alte) BU wäre die schlechteste Lösung, weil nur 50%.

von
Klaus 02

Zitiert von: Hortensie

...beziehe seit 11 Monaten Krankengeld..

Hallo,
Es ist leider auch möglich, das dies der Beginn ihrer Erwerbsminderung ist.

Alles Gute

Experten-Antwort

Hallo Hortensie,

User ??? hat Ihre erste Frage bereits gut beantwortet.

Zu Ihrer weiteren Frage:

Wird Ihr Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet, gilt regelmäßig das Datum der Reha-Antragstellung als Rentenantrag. Grundsätzlich können Sie auch bestimmen, dass das Datum des "echten" Rentenantrags als maßgebendes Antragsdatum gilt - dies allerdings dann nicht, wenn Sie von Ihrer Krankenkasse zur Reha-Antragstellung aufgefordert wurden oder nachträglich noch in Ihren Gestaltungsrechten eingeschränkt werden.

Der Rentenbeginn bestimmt sich nach dem Eintritt der Erwerbsminderung in Abhängigkeit vom Antrag. In der Regel werden Renten wegen Erwerbsminderung befristet geleistet, d.h. die Rente beginnt mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt der Erwerbsminderung, wenn der Antrag bis zum Ablauf des 7. Kalendermonats nach Eintritt der Erwerbsminderung gestellt wurde. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2017 rechnet die Zurechnungszeit bis zum 62. Lebensjahr, bei einem Rentenbeginn im Jahr 2018 bis zum 62. Lebensjahr + 3 Monate. Sie haben vollkommen recht mit Ihren Vermutungen bezüglich des Rentenabschlags (je später der Rentenbeginn, desto niedriger der Abschlag in Ihrem Fall), für konkrete Aussagen, wie sich dieser auswirken kann, lassen Sie sich am besten in einer unserer Auskunfts- und Beratungsstellen beraten.

von
Schorsch

Zitiert von: WiLo

Die (alte) BU wäre die schlechteste Lösung, weil nur 50%.

Die "alte" BU-Rente betrug zwei Drittel der vollen EU-Rente und die "neue" teilweise Em-Rente bei BU beträgt die Hälfte der vollen EM-Rente.

MfG

von
keine Ahnung von BU Rente

Zitiert von: Schorsch
Zitiert von: WiLo

Die (alte) BU wäre die schlechteste Lösung, weil nur 50%.

Die "alte" BU-Rente betrug zwei Drittel der vollen EU-Rente und die "neue" teilweise Em-Rente bei BU beträgt die Hälfte der vollen EM-Rente.

MfG

Wie wurde denn die (alte) BU-Rente berechnet?
Gab es da auch eine Zurechnungszeit und wenn ja bis zu welchen Jahr?

Warum ich auch frage Sie schreiben die BU Rente betrug nur zwei Drittel der jetzigen vollen EU Rente.

Wenn ich aber Statistiken lese haben die Erwerbsunfähigen Rentner (alte BU) vor 2000 mehr Rentenauszahlung als die vollen Erwerbsminderungsrentner nach der Schröder Reform.

Vielen Dank für Antworten.

von
W*lfgang

Zitiert von: keine Ahnung von BU Rente
Wenn ich aber Statistiken lese haben die Erwerbsunfähigen Rentner (alte BU) vor 2000 mehr Rentenauszahlung als die vollen Erwerbsminderungsrentner nach der Schröder Reform.

Hallo keine Ahnung von BU Rente,

völlig richtig, vergessen Sie dabei aber nicht, die Statistiken richtig zu lesen ...DM-Betrag war rd. doppelt so hoch, wie EUR - logisch, dass die Renten dann um die Hälfte 'eingebrochen' sind ;-)

Gruß
w.
PS: ja, es gab auch eine Zurechnungszeit - bis Alter 55, dann noch ergänzt um 1/3 der Restzeit 55ff. bis 60.

von
XYZ

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: keine Ahnung von BU Rente
Wenn ich aber Statistiken lese haben die Erwerbsunfähigen Rentner (alte BU) vor 2000 mehr Rentenauszahlung als die vollen Erwerbsminderungsrentner nach der Schröder Reform.

Hallo keine Ahnung von BU Rente,

völlig richtig, vergessen Sie dabei aber nicht, die Statistiken richtig zu lesen ...DM-Betrag war rd. doppelt so hoch, wie EUR - logisch, dass die Renten dann um die Hälfte 'eingebrochen' sind ;-)

Gruß
w.
PS: ja, es gab auch eine Zurechnungszeit - bis Alter 55, dann noch ergänzt um 1/3 der Restzeit 55ff. bis 60.


Und erschwerend kommt hinzu, dass es bei Rentenbeginnen vor 2002 überhaupt keinen Abschlag gab.

von
Hortensie

Wie verhält sich das wenn nur die Hälfte der Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit gezahlt wird? Bin noch nicht gekündigt - wann wird diese Rente in eine volle EM umgewandelt oder in eine normale Altersrente? Muss ich mich dann arbeitslos melden für die andere Hälfte?
Danke im Voraus
Ihre Hortensie

Experten-Antwort

Zitiert von: Hortensie
Wie verhält sich das wenn nur die Hälfte der Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit gezahlt wird? Bin noch nicht gekündigt - wann wird diese Rente in eine volle EM umgewandelt oder in eine normale Altersrente? Muss ich mich dann arbeitslos melden für die andere Hälfte?
Danke im Voraus
Ihre Hortensie

Hallo Hortensie,

diese Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit wird NUR dann in eine Rente wegen voller Erwerbsminderung umgewandelt, wenn Sie nicht mehr "nur" berufsunfähig sind, sondern

entweder teilweise erwerbsgemindert werden und der Teilzeitarbeitsmarkt für Sie verschlossen ist

oder

wenn Sie voll erwerbsgemindert werden.

Es reicht nicht aus, dass Berufsunfähigkeit vorliegt und Sie nicht mehr in einem Beschäftigungsverhältnis stehen; eine sogenannte Arbeitsmarktrente gibt es bei Berufsunfähigkeit nicht.

von
XYZ

Zitiert von: Experte
Zitiert von: Hortensie
Wie verhält sich das wenn nur die Hälfte der Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit gezahlt wird? Bin noch nicht gekündigt - wann wird diese Rente in eine volle EM umgewandelt oder in eine normale Altersrente? Muss ich mich dann arbeitslos melden für die andere Hälfte?
Danke im Voraus
Ihre Hortensie

Hallo Hortensie,

diese Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit wird NUR dann in eine Rente wegen voller Erwerbsminderung umgewandelt, wenn Sie nicht mehr "nur" berufsunfähig sind, sondern

entweder teilweise erwerbsgemindert werden und der Teilzeitarbeitsmarkt für Sie verschlossen ist

oder

wenn Sie voll erwerbsgemindert werden.

Es reicht nicht aus, dass Berufsunfähigkeit vorliegt und Sie nicht mehr in einem Beschäftigungsverhältnis stehen; eine sogenannte Arbeitsmarktrente gibt es bei Berufsunfähigkeit nicht.

von
XYZ

Zitiert von: Experte
Zitiert von: Hortensie
Wie verhält sich das wenn nur die Hälfte der Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit gezahlt wird? Bin noch nicht gekündigt - wann wird diese Rente in eine volle EM umgewandelt oder in eine normale Altersrente? Muss ich mich dann arbeitslos melden für die andere Hälfte?
Danke im Voraus
Ihre Hortensie

Hallo Hortensie,

diese Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit wird NUR dann in eine Rente wegen voller Erwerbsminderung umgewandelt, wenn Sie nicht mehr "nur" berufsunfähig sind, sondern

entweder teilweise erwerbsgemindert werden und der Teilzeitarbeitsmarkt für Sie verschlossen ist

oder

wenn Sie voll erwerbsgemindert werden.

Es reicht nicht aus, dass Berufsunfähigkeit vorliegt und Sie nicht mehr in einem Beschäftigungsverhältnis stehen; eine sogenannte Arbeitsmarktrente gibt es bei Berufsunfähigkeit nicht.


Sie können aber auch die Umwandlung in die Altersrente beantragen, sobald sie das Lebensalter hierfür erreicht haben. Dann wird die teilw. Erwerbsminderung erhöht. Das heißt der Betrag verdoppelt sich in etwa und es kommen noch die Ansprüche dazu die Sie aus der Weiterbeschäftigung parallel zur teilw. EM-Rente hinzu bekommen.

von
Keine Ahnung von BU Rente

Zitiert von: W*lfgang
[quote=289875]Wenn ich aber Statistiken lese haben die Erwerbsunfähigen Rentner (alte BU) vor 2000 mehr Rentenauszahlung als die vollen Erwerbsminderungsrentner nach der Schröder Reform.

Hallo keine Ahnung von BU Rente,

völlig richtig, vergessen Sie dabei aber nicht, die Statistiken richtig zu lesen ...DM-Betrag war rd. doppelt so hoch, wie EUR - logisch, dass die Renten dann um die Hälfte 'eingebrochen' sind ;-)

Ich habe jetzt nochmal nachgeschaut in den Statistiken und da sind die Beträge alle in Euro ausgewiesen.

Und zwar für 1996 Durchschnittlich 690 €
2000 Durchschnittlich 706 €

2002 Durchschnittlich 658 €
2007 Durchschnittlich 611 €

und hier auch noch ein Satz aus diesen Bericht:

Im Jahr 2014 sind die in diesem Jahr zugegangenen Erwerbsminderungsrenten für Männer in den alten Bundesländern (659 Euro) um 24,2 Prozent niedriger ausgefallen als die im Jahr 2000.

Möchten Sie immer noch behaupten die Erwerbsminderungsrentner haben nach der Schröder Reform?

von
Keine Ahnung von BU Rente

letzter Satz sollte lauten

Möchten Sie immer noch behaupten die Erwerbsminderungsrentner haben mehr Rente nach der Schröder Reform?

[/quote]

von
W*lfgang

Zitiert von: Keine Ahnung von BU Rente
letzter Satz sollte lauten

Möchten Sie immer noch behaupten die Erwerbsminderungsrentner haben mehr Rente nach der Schröder Reform?

[/quote]

Hallo Keine Ahnung von BU Rente,

ich habe durchaus unterstellt, dass Sie sich in die 'statistischen Daten' gewissenhaft eingelesen haben. Nur, diese Daten sagen nichts über den Individualfall aus, genauso wenig wie die 'Eckrentnerdaten'/Durchschnittsrenten allgemein ...damit können Sie lediglich Statistik-Hörigen ein warmes Erlebnis verschaffen - dem Nachfragenden unmittelbar vor Ihnen hilft das nicht einen Deut weiter, dem eine Statistik um die Ohren zu hauen. Für 'politische' Instanzen /Wochenblätter /Apothekerblatt... - die in der flache Tiefe kein Verständnis der unmittelbaren Auswirkungen von 'Reformen' haben, mag das als Abo-/Stimmenfang durchgehen. Für den SPD-Parteitag sicher auch … *ggg

Insofern verstehe ich Ihren Einwand 'nach der Schröder Reform' bezogen auf die DRV nicht. Was konkret ist im Detail verschlechtert worden - die verlängerte EM- Zurechnungszeit etwa ? ;-)

Statistische Daten ...huih, wir bilden einen schlichten Summen-Pool, reflektieren aber keine alten/neuen Indikatoren ...

Gruß
w.