Berufsunfähigkeitsrente oder EM-Rente ?

von
Beate

Hallo an die Experten,
ich bin gelernte Arzthelferin, habe diesen Beruf nach Abschluss der Ausbildung aber nicht mehr ausgeübt. - mein Geburtsjahr 1960.
Überwiegend war ich in meinem Erwerbsleben in kaufm. Berufen tätig, zuletzt ein paar Tage als Lagerkraft, danach Monate arbeitsunfähig und im Anschluss LTA. Ein Praktikum musste aufgrund Überlastung aufgegeben werden. Ein Antrag auf EM-Rente wurde gleichzeitig gestellt.
Die Leistungen der LTA werden wahrscheinlich seitens des Trägers abgebrochen - weil in diesem Zeitraum noch eine weitere OP ansteht und somit zu viele Ausfalltage anstehen.

Wird hier seitens der RV ein EM - Rentenanspruch geprüft oder kommt auch eine BU-Rente in Frage? Im Falle der BU-Rente... auf welches Berufsbild würde diese sich beziehen?

von Experte/in Experten-Antwort

Da Sie Jahrgang 1960 sind, könnte für Sie auch eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit in Betracht kommen. Sie haben hier nach alter Rechtsprechung einen sogen. Berufsschutz. Die Berufsunfähigkeit beurteilt sich danach, inwieweit man in seinem Beruf oder in einem zumutbaren Verweisungsberuf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mindestens sechs Stunden erwerbstätig sein kann.

Im Rahmen des laufenden Rentenverfahrens wird dies genau geprüft bzw. festgestellt.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/
Raa/Raa.do?f=SGB6_240R0&id=§ 240 Rente wegen teilweiser
Erwerbs- minderung bei
Berufsunfähigkeit 5 492

von
Beate

Vielen Dank für die schnelle Info des Experten, aber eine Frage blieb leider unbeantwortet:
Auf welches Berufsbild bezieht sich die BU-Rentenbrüfung ... Arzthelferin, kaufm. Tätigkeiten ??

von
=//=

Also ich sehe schwarz für einen Berufsschutz. Den einzigen Beruf, den Sie erlernt und die Ausbildung auch abgeschlossen haben, war die Arzthelferin. Darin liegt das Problem: Sie haben den Beruf NIE ausgeübt und ihnauch nicht wegen Krankheit aufgegeben. Für die übrigen Tätigkeiten haben Sie keinen Berufsschutz.

Selbst WENN Sie Berufsschutz für irgendeinen erlernten Beruf hätten, würde man Sie aufgrund Ihres "relativ jungen Alters" auf eine andere leichtere, zumutbare Tätigkeit verweisen. Also machen Sie sich diesbezüglich keine allzu großen Hoffnungen.

Sofern die LTA-Maßnahme abgebrochen werden muß und aufgrund Ihre Rentenantrages wird geprüft, ob eine Leistungsminderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorliegt.

Ich würde Ihnen aber raten, eines nach dem anderen anzugehen. Klären Sie zunächst das weitere Vorgehen bzgl. der LTA mit dem Reha-Fachberater! Muß die Maßnahme ganz abgebrochen oder evtl. nur unterbrochen werden?

Danach ist die Erwerbsminderung zu prüfen. Wobei sich bei 2 gleichzeitigen Verfahren (hier LTA und Rentenverfahren) immer die Frage aufdrängt, was Sie denn eigentlich wollen: wieder arbeiten oder steht die Rente im Vordergrund?

von
Otto N.

Selbst als Arzthelferin oder als Arbeitnehmerin im kaufmännischen Bereich wären Sie nach gängiger Rechtsprechung sozial zumutbar auf die Tätigkeit einer Telefonistin verweisbar.

Dabei wäre es völlig unerheblich, ob Sie tatsächlich eine solche Stelle bekommen können, da die theoretische Verweisbarkeit völlig ausreicht, sobald im gesamten Bundesgebiet eine angemessene Zahl an freien Arbeitsplätzen zur Verfügung steht.

Und davon wird ausgegangen, wenn bundesweit mindestens 100 offene Stellen gemeldet sind.

Machen Sie sich also besser keine allzugroßen Hoffnungen!

von
Berufsschutz

Berufsschutz gibt es in Deutschland nur noch für Beamte.
Nach jahrelanger Unkündbarkeit friert bei denen nämlich das Gehirn vollständig ein.
Da kann man dann nicht mehr erwarten, daß sie eine andere Arbeit verrichten.

von
Beate

Zitiert von: Berufsschutz

Berufsschutz gibt es in Deutschland nur noch für Beamte.
Nach jahrelanger Unkündbarkeit friert bei denen nämlich das Gehirn vollständig ein.
Da kann man dann nicht mehr erwarten, daß sie eine andere Arbeit verrichten.

Ich bedanke mich für Ihren äußerst informativen und aufschlussreichen Kommentar --

von
Otto N.

Zitiert von: Beate

Zitiert von: Berufsschutz

Berufsschutz gibt es in Deutschland nur noch für Beamte.
Nach jahrelanger Unkündbarkeit friert bei denen nämlich das Gehirn vollständig ein.
Da kann man dann nicht mehr erwarten, daß sie eine andere Arbeit verrichten.

Ich bedanke mich für Ihren äußerst informativen und aufschlussreichen Kommentar --

Der erste Satz ist zumindest teilweise korrekt.
Und den Rest sollte man einfach ignorieren, da die Aussagen einfach nur dumm sind.

Tatsächlich kennt das deutsche Beamtenrecht die Unterscheidung zwischen Berufsunfähigkeit und voller Erwerbsminderung nicht.
Verweisungen auf andere Tätigkeiten sind für Beamte nicht vorgesehen.

Sobald ein Beamter seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr vollständig ausüben kann, gilt er als DIENSTunfähig und hat Anspruch auf ein "Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit", wovon erwerbsgeminderte pflichtversicherte Nicht-Beamte nur träumen können.

von
Simenon

Zitiert von: Berufsschutz

Berufsschutz gibt es in Deutschland nur noch für Beamte.
Nach jahrelanger Unkündbarkeit friert bei denen nämlich das Gehirn vollständig ein.
Da kann man dann nicht mehr erwarten, daß sie eine andere Arbeit verrichten.

Das hab ich mir auch schon gedacht!

von
Psychoanalytiker

Zitiert von: Simenon

Zitiert von: Berufsschutz

Berufsschutz gibt es in Deutschland nur noch für Beamte.
Nach jahrelanger Unkündbarkeit friert bei denen nämlich das Gehirn vollständig ein.
Da kann man dann nicht mehr erwarten, daß sie eine andere Arbeit verrichten.

Das hab ich mir auch schon gedacht!

Dass Sie sich das auch schon gedacht haben, spricht nicht gerade für einen hohen Intelligenzquotienten!

Zumindest ist der User @Berufsschutz jetzt nicht mehr alleine.....