Berufsunfähigkeitsrente wieder geplant?

von
Hans

Verehrte Damen und Herren,
ist es richtig, daß die Rente wegen Berufsunfähigkeit wieder aktuell wird? Da mir dies letzmals von jemanden erzählt wurde. Ist da was dran - oder nicht.
Ich schildere mal kurz meinen Fall: Im Jahr 2002 bescheinigte mir der Arbeitsamtsarzt, daß ich für meine beiden erlernten und auch ausgeführten Berufe "Berufsunfähig" bin. Als ich in 2004 vorzeitige Rente (50% Schwerbehinderung) beantragte, wurde das Gesetz ja geändert daß es nur noch EU-Rentenanspruch gibt; also keine BU-Rente mehr. Was sich bei bestimmten Jahrgängen, sprich Besitzstandsschutz, einem Angestellten welcher immer diese Tätigkeit machte ist es nicht zuzumuten als Maurer auf den Bau zu gehen. Ich glaube, daß hier sehr viele betroffen sind und nun auf der Strecke bleiben, ob sie wollen oder nicht. Es gibt ja schließlich einen Unterschied zwischen Angestellt und Arbeiter im Arbeitsleben. Sollte nun wirklich die BU-Rente wieder eintreten, was kann ich tun um diese zu erlangen?
Wenn Sie meine Meinung zum leidigen Rententum wissen wollen ist: Deutschland braucht gar keinen Krieg mehr, so wie Renten abgelehnt werden ohne die Sache wirklich geprüft zu haben ist der moderne Krieg und die Deutschen sterben von alleine aus, vor Hunger!!! Lieber nimmt man Geld aus den Rentenkassen und den Krankenkassen und spendet dies den angeblichen Drittändern. Ich finde die Brüderlichkeit geht nun doch zu weit. Da kann man sich nur noch bedanken bei allen den neuen Ministern im Parlament. Ich will hier keinesfalls die Kompedenz der Deutschen RV anzweifels, aber irgendwo muß man die Kirche im Dorf lassen.
Vielen Dank für eine Rückantwort.

von
Antonius

Eine Wiedereinführung der alten BU-Rente ist meines Wissens nicht geplant. Im Gespräch ist allerdings, die Zugangsvoraussetzungen zur Erwerbsminderungsrente für ältere Arbeitnehmer zu erleichtern.

MfG

von
dirk

Ich habe ebenfalls -in den Nachrichten und Berichten über diese Beck-Müntef.-Sache - entnommen, dass dieses Problem in der Diskussion ist.

Was Sie tun können: abwarten und hoffen

Experten-Antwort

Bereits nach derzeit geltendem Recht gibt es für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, weiterhin die Prüfung der teilweisen Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit - wenn Sie wollen, also eine Fortführung der sogen. konkreten Betrachtungsweise bei der Fallbearbeitung.

Die derzeit bekannten Erleichterungen für ältere ANs i.Z. mit dieser Rente beruhen auf mehreren Überlegungen (der überarbeitete Referentenentwurf ist noch nicht "spruchreif").

Soweit in den Medien dabei von der Überlegung die Rede war, auch Arbeitnehmern, die über ein noch vollschichtiges Restleistungsvermögen für Tätigkeiten des allg. Arbeitsmarktes verfügen, bei Vorliegen mehrerer - ungewöhnlich schwerer - Leistungseinschränkungen eine Rente wegen BU zu gewähren, so sei darauf hingewisen, dass die Berücksichtigung einer Summierung von ungewöhnmlichen leistungseinschränkungen bereits nach derzeit geltendem Recht(sprechung) im Einzelfall geprüft und auch angewendet wird.

Diese aktuellen Überlegungen beschäftigen sich aber auch - nicht zuletzt im Hinblick auf die Abschläge und das Auslaufen der gefördreten ATZ zum 01.01.2010 - mit neuen flexibleren Teirentenmoden, was durchaus auch zu Änderungen bei den derzeit geltenden Regelungen zum Hinzuverdienst führen kann.

Weil das alles aber eben noch weit davon entfernt ist, als spruchreif gewertet zu werden, möchte ich Sie bitten, einstweilen neue Änderungen abzuwarten. Unter anderem auch auf dem Forum von http://www.ihre-vorsorge.de wird man Sie zeitnah und möglichst umfassend darüber informieren.

von
dirk

"Sowas hat keinen Bestand - auch ist dieses Vorgehen kein Indiez für Berechenbarkeit, Redlichkeit und Verlässlichkeit"
Sie meinen also Ernst, korrekturen an Gesetzen in den Dingen, wo sich ungewollte Wirkungen gezeigt haben sei Unredlich ??

Dass die SPD nicht nur aus dem Seeheimer Kreis besteht und die CDU auch einen Arbeitnehmerflügel hat (die Partei der Besserverdienenden vergesse ich mal) müsste eigentlich bekannt sein.

Es war politisch keinesfalls gewollt, dass Schwerkranke Existenzängste haben, in Harz4 gedrängt werden, nur weil theoretsch noch eine Arbeitsfähigkeit vorhanden ist.

Wie weit sollte denn Ihrer Meinung nach gehen? Sollen Komapatienten auch noch arbeitsfähig sein? Diese könnten ja immer noch Zeitungsstapel zusammenpressen!

Bei Dreißg Milliarden veschwendung im letzten Jahr sollte eine bessere Behandlung der Kranken möglich sein - und materielle Existenzängate müssten nicht sein!

von
Die Lösung aller Sozialstaatsprobleme heisst GRUNDSICHERUNG

Lieber Dirk,

Sie fragen den Falschen und irren Sie sich ausserdem gewaltig.

Die politisch Verantwortlichen haben sehr wohl in Kauf genommen, dass kaum bis gar nicht vermittelbare kranke Menschen in Hartz IV geparkt werden. Hartz IV ist nichts anderes als GRUNDSICHERUNG für Arbeitssuchende. Es gibt bereits mehrere Grundsicherungssysteme in unserem bundesdeutschen Staat und weitere werden noch hinzukommen. Alles andere ist Sozialstaatsromantik.

Vergessen Sie bitte auch nicht, dass Zeiten der Hochkonjunktur nicht ewig währen!

Na ja, spätestens NACH der nächsten Bundestagswahl werden auch Sie begriffen haben, wo die Zeiger an der Sozialstaatsuhr stehen.

von
???

Dieses Problem gab es auch schon vor Einführung der Erwerbsminderungsrenten. Eine BU-Rente bekam nur der, der seien Beruf gelernt hatte oder einem solchen Arbeitnehmer gleichgestellt war. Die ungelernten oder angelernten Arbeitnehmer wurden schon immer auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen. Man kann natürlich argumentieren, das deren Einkommensverlust geringer ausfällt als bei einem gutverdienenden Angstellten, der z.B. plötzlich als Pförtner arbeiten soll. Die Aussicht, eine Pförtnerstelle zu bekommen, ist jedoch bei beiden gleich groß. Das Problem war schon immer da, es betrifft jetzt nur einen größeren Personenkreis.

von
dirk

"Na ja, spätestens NACH der nächsten Bundestagswahl werden auch Sie begriffen haben, wo die Zeiger an der Sozialstaatsuhr stehen"

Na hoffentlich werden die Umverteilungspolitik , von unten nach oben, nicht zu einem Wahlergebnis führen, dass diese Republik in Ihren Grundfesten erschüttert.

Sowohl rechsts als auch links gemeint!

Eigentlich sollte die Leitung einer Gemeinschaft die wichtigste Aufgabe haben, jedem in dieser Gesellschaft einen Platz und das Gebrauchtwerden zu ermöglichen, anstatt sich Profit und Spekulationsgewinninteressen unterzuordnen.

Noch etwas: das nachweisbar im letzten Jahr verschwendete Steuegeld beträgt ca. 375 Euro pro Einwohner. Wäre ein Segen in den Sozialkassen gewesen !