Bestandschutz Erwerbsminderungsrente beim Übergang in vorgezogene Schwerbehindertenrente

von
Victoria

Ich habe zwei Fragen an das Expertenteam der Rentenversicherung

Ich bin Geburtsjahr 1967 und habe befristete volle Erwerbsminderungsrente im Jahr 2019 erhalten.

Für die Höhe der Entgeltpunkte und der damit verbundenen Höhe der Erwerbsminderungsrente wurden mir folgende Zeiten berücksichtigt.

Beitragszeiten bis zum Eintritt der Erwerbsunfähigkeit im Jahr 2019
Plus die hochgerechneten geschenkten Zeiten (Zurechnungszeiten)
Zeitraum von 2019 bis 2032.

Von dieser Summen wurden dann die üblichen Abschläge wieder abgezogen.

Ich bin schwerbehindert (unbefristet) und könnte nach aktueller gesetzlicher Grundlage mit Abschlägen 2029 eine Schwerbehindertenrente beantragen.

Sollte die befristete Ewerbsminderungsrente bis ins Jahr 2019 immer wieder verlängert werden, könnte ich ja diese Erwerbsminderungsrente in die vorgezogene Schwerbehindertenrente umwandeln.

Nach aktuellem Rechtsstand würde ich von der Höhe doch die selbe Rente erhalten auch wenn ich dann schon 2029 in Rente gehen würde, obwohl bei der geschenkten Zurechnungszeit der Zeitraum 2019 bis 2032 berechnet wurde.

Stimmt das so, oder würde ich nur die gleiche Rente erhalten, wenn ich erst 2032in Schwerbehindertenrente gehen würde?

Und noch eine ergänzende Frage. Mögliche freiwillige Einzahlungen oder Beiträge über einen Minijob zum Beispiel würden doch nicht zu der jetzigen Summe (erworbene Beiträge und geschenkte Zeiten) dazugezählt werden, sondern nur zu den bis 2019 erworbenen tatsächlichen Beitragszeiten.

So dass ich später dann zwei Summen zum Vergleich hätte.

Summe 1 (erworbene Zeiten bis 2019 plus geschenkte Zeiten bis 2032)
Summe 2 (erworbene Zeiten bis 2019 plus eventuell freiwillig gezahlte Beiträge oder Pflichtbeiträge Minijob)

Vielen Dank im Voraus für Ihr Bemühen.

Experten-Antwort

Liebe Teilnehmende am Forum,
bitte beachten Sie die Netiquette und bleiben Sie in Ihrer Kommunikation sachbezogen und respektvoll. Vielen Dank.
Beste Grüße
Ihr Admin

von
Victoria

Nur eine Frage an das Expertenteam.

Ich möchte ja nicht ungeduldig und unhöflich sein, aber war ihr Beitrag schon die Beantwortung meiner Frage?, bzw ist dieses Thema damit erledigt für Sie?

von
Geduld

Bitte noch etwas Geduld.
Der Admin sorgt für Ordnung hier, hat vermutlich etwas krasses, unpassendes gelöscht.
Experte mit vernünftiger Antwort kommt sicher noch.

von
Victoria

Zitiert von: Geduld
Bitte noch etwas Geduld.
Der Admin sorgt für Ordnung hier, hat vermutlich etwas krasses, unpassendes gelöscht.
Experte mit vernünftiger Antwort kommt sicher noch.

Vielen Dank für den Hinweis.

Wollte nur sichergehen, nachdem der Beitrag schon mit der "Krone" gekennzeichnet, nicht dass die Experten denken, das Thema wurde schon beantwortet.

von
DTH

Ich vermute dass Sie schon in die vorgezogene Schwerbehindertenrente gehen können und die selbe Rente erhalten wie Ihre aktuelle Erwerbsminderungsrente.

Ich bin allerdings kein Experte und auch nicht vom Fach, bzw. arbeite bei der Rentenversicherung.

Bezogen auf die zweite Frage habe ich keine Antwort für Sie.

Aber hier lesen und schreiben viele mit die neben dem offiziellen Expertenteam auch viel Ahnung und Fachwissen haben.

von
Victoria

Jetzt möchte ich doch noch mal meine Frage an das Expertenteam stellen.

Könnten Sie mir meine eingestellte Fragen noch beantworten oder ist hier weil der Beitrag schon gekennzeichnet ist mit keiner Antwort mehr zu rechnen.

Weil die Antwort vom Expertenteam war ja keine Antwort auf meine Frage.

von
KSC

Wenn Sie wissen wollen wie hoch Ihre Altersrente 2029 oder 2032 ist, lassen Sie sich am besten irgendwann im Jahr 2028 eine Probeberechnung machen.

Aus heutiger Sicht wird die Altersrente nicht niedriger werden als eine vorausgegangene EM Rente. Jede weitere Äußerung wäre spekulativ.

Alles andere erfragen Sie doch besser bei Wahrsagern und Propheten, bis in 8 oder 11 Jahren wird noch viel passieren.

von
Siehe hier

Zitiert von: Victoria
Ich habe zwei Fragen an das Expertenteam der Rentenversicherung

Ich bin Geburtsjahr 1967 und habe befristete volle Erwerbsminderungsrente im Jahr 2019 erhalten.

Für die Höhe der Entgeltpunkte und der damit verbundenen Höhe der Erwerbsminderungsrente wurden mir folgende Zeiten berücksichtigt.

Beitragszeiten bis zum Eintritt der Erwerbsunfähigkeit im Jahr 2019
Plus die hochgerechneten geschenkten Zeiten (Zurechnungszeiten)
Zeitraum von 2019 bis 2032.

Von dieser Summen wurden dann die üblichen Abschläge wieder abgezogen.

Ich bin schwerbehindert (unbefristet) und könnte nach aktueller gesetzlicher Grundlage mit Abschlägen 2029 eine Schwerbehindertenrente beantragen.

Sollte die befristete Ewerbsminderungsrente bis ins Jahr 2019 immer wieder verlängert werden, könnte ich ja diese Erwerbsminderungsrente in die vorgezogene Schwerbehindertenrente umwandeln.

Nach aktuellem Rechtsstand würde ich von der Höhe doch die selbe Rente erhalten auch wenn ich dann schon 2029 in Rente gehen würde, obwohl bei der geschenkten Zurechnungszeit der Zeitraum 2019 bis 2032 berechnet wurde.

Stimmt das so, oder würde ich nur die gleiche Rente erhalten, wenn ich erst 2032in Schwerbehindertenrente gehen würde?

Und noch eine ergänzende Frage. Mögliche freiwillige Einzahlungen oder Beiträge über einen Minijob zum Beispiel würden doch nicht zu der jetzigen Summe (erworbene Beiträge und geschenkte Zeiten) dazugezählt werden, sondern nur zu den bis 2019 erworbenen tatsächlichen Beitragszeiten.

So dass ich später dann zwei Summen zum Vergleich hätte.

Summe 1 (erworbene Zeiten bis 2019 plus geschenkte Zeiten bis 2032)
Summe 2 (erworbene Zeiten bis 2019 plus eventuell freiwillig gezahlte Beiträge oder Pflichtbeiträge Minijob)

Vielen Dank im Voraus für Ihr Bemühen.

Hallo Victoria,

da die mögliche SB-Rente frühestens in acht Jahren möglich ist, können Sie doch dem Experten noch ein paar Tage Zeit lassen, die Frage zu beantworten? ;-)

Der Bestandsschutz gemäß §88 SGb VI gilt auch für EM-Renten, die nach der 'neuen' Regelung bewilligt wurden.

Entsprechend wäre die Rente also auch nach Zeitpunkt der Umwandlung in SB-Rente so hoch wie die zuvor bezahlte EM-Rente und darauf dann evtl. spätere 'allgemeine' Rentenanpassungen.

Und ja, bestandsgeschützt sind nur die bis zum Eintritt der Erwerbsminderung bereits erworbenen EP, die dann durch Zurechnung erhöht wurden.

Ein Minijob wirkt sich rentenerhöhend erst NACH der Zurechnungszeit aus, da die 'geschenkte' Zurechnungszeit üblicherweise mehr wert ist als die aus einem Minijob erworbenen EP. Drei Jahre Minijob mit nur Arbeitgeberbeitrag entspricht einem Jahr Minijob mit Versicherungspflicht (also eigene Beiträge).
Mit der Versicherungspflicht erhalten Sie aber weiterhin Ihren Anspruch auf (eine evtl. nach Unterbrechung neue) EM-Rente.

Freiwillige Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung für eine vorgezogene (SB)-Rente sind zwar grundsätzlich möglich. Hier aber sollten Sie sich individuell bei Ihrer zuständigen DRV beraten lassen, ob dies überhaupt sinnvoll wäre. Da hier dann nur die Abschläge ausgeglichen werden können, die auf die EP anfallen, die nach Eintritt der Erwerbsminderung erworben wurden/werden, erfordert dies einer gesonderten Berechnung, um festzustellen ob es sich lohnt.
Als Faustformel sagt man 25.000 EUR Einzahlung gleicht ca. 100,00 EUR Rentenabschlag aus.
Hier würde dann aber das Datum der SB-Rente (oder der späteren langjährigen Rente) als 'Ziel' genommen und von diesem Datum ausgehend der Ausgleich bis zum Erreichen der Altersrente errechnet. In diesem Fall würden also zwei Jahre Zurechnungszeit ausgeklammert und Sie zahlen einen Ausgleich für bereits durch die Zurechnung eigentlich schon erhöhte Zeit.
Da dürfte es für Sie überlegenswerter sein, im Zuge einer Gehaltsumwandlung in Direktversicherung einen Midijob zum Minijob zu machen und damit dann die spätere Rente ebenfalls noch zu erhöhen. Genaueres hierzu erfahren sie direkt bei der minijobzentrale.de

Details zum 'Bestandschutz gemäß §88 SGB VI finden Sie hier:

https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/06_SGB_VI/pp_0076_100/gra_sgb006_p_0088.html

Und wie gesagt, betreffend freiwilliger Zahlung nochmal beraten lassen. Oder eben einfach die EM-Rente so laufen lassen (auch über SB-Alter hinaus).

Und achten Sie auf zwischenzeitlich eintretende Gesetzesänderungen, die für einen so langen Zeitraum keiner vorhersagen kann.

Alles Gute!

von
Victoria

Zitiert von: Siehe hier

Hallo Victoria,

da die mögliche SB-Rente frühestens in acht Jahren möglich ist, können Sie doch dem Experten noch ein paar Tage Zeit lassen, die Frage zu beantworten? ;-)

Der Bestandsschutz gemäß §88 SGb VI gilt auch für EM-Renten, die nach der 'neuen' Regelung bewilligt wurden.

Entsprechend wäre die Rente also auch nach Zeitpunkt der Umwandlung in SB-Rente so hoch wie die zuvor bezahlte EM-Rente und darauf dann evtl. spätere 'allgemeine' Rentenanpassungen.

Und ja, bestandsgeschützt sind nur die bis zum Eintritt der Erwerbsminderung bereits erworbenen EP, die dann durch Zurechnung erhöht wurden.

Ein Minijob wirkt sich rentenerhöhend erst NACH der Zurechnungszeit aus, da die 'geschenkte' Zurechnungszeit üblicherweise mehr wert ist als die aus einem Minijob erworbenen EP. Drei Jahre Minijob mit nur Arbeitgeberbeitrag entspricht einem Jahr Minijob mit Versicherungspflicht (also eigene Beiträge).
Mit der Versicherungspflicht erhalten Sie aber weiterhin Ihren Anspruch auf (eine evtl. nach Unterbrechung neue) EM-Rente.

Freiwillige Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung für eine vorgezogene (SB)-Rente sind zwar grundsätzlich möglich. Hier aber sollten Sie sich individuell bei Ihrer zuständigen DRV beraten lassen, ob dies überhaupt sinnvoll wäre. Da hier dann nur die Abschläge ausgeglichen werden können, die auf die EP anfallen, die nach Eintritt der Erwerbsminderung erworben wurden/werden, erfordert dies einer gesonderten Berechnung, um festzustellen ob es sich lohnt.
Als Faustformel sagt man 25.000 EUR Einzahlung gleicht ca. 100,00 EUR Rentenabschlag aus.
Hier würde dann aber das Datum der SB-Rente (oder der späteren langjährigen Rente) als 'Ziel' genommen und von diesem Datum ausgehend der Ausgleich bis zum Erreichen der Altersrente errechnet. In diesem Fall würden also zwei Jahre Zurechnungszeit ausgeklammert und Sie zahlen einen Ausgleich für bereits durch die Zurechnung eigentlich schon erhöhte Zeit.
Da dürfte es für Sie überlegenswerter sein, im Zuge einer Gehaltsumwandlung in Direktversicherung einen Midijob zum Minijob zu machen und damit dann die spätere Rente ebenfalls noch zu erhöhen. Genaueres hierzu erfahren sie direkt bei der minijobzentrale.de

Details zum 'Bestandschutz gemäß §88 SGB VI finden Sie hier:

https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/06_SGB_VI/pp_0076_100/gra_sgb006_p_0088.html

Und wie gesagt, betreffend freiwilliger Zahlung nochmal beraten lassen. Oder eben einfach die EM-Rente so laufen lassen (auch über SB-Alter hinaus).

Und achten Sie auf zwischenzeitlich eintretende Gesetzesänderungen, die für einen so langen Zeitraum keiner vorhersagen kann.

Alles Gute!

Vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Hilfe.

Ich wollte nicht ungeduldig wirken, ich war nur verunsichert nachdem der Beitrag bereits mit der Krone markiert war ob dann überhaupt noch jemand vom Expertenteam die Beiträge öffnet, oder jeder sich sagt, man sieht an der Krone schon dass ein Kollege aus dem Experteam geantwortet hat und den Beitrag gar nicht mehr öffnet.

von
Victoria

Zitiert von: KSC
Wenn Sie wissen wollen wie hoch Ihre Altersrente 2029 oder 2032 ist, lassen Sie sich am besten irgendwann im Jahr 2028 eine Probeberechnung machen.

Aus heutiger Sicht wird die Altersrente nicht niedriger werden als eine vorausgegangene EM Rente. Jede weitere Äußerung wäre spekulativ.

Alles andere erfragen Sie doch besser bei Wahrsagern und Propheten, bis in 8 oder 11 Jahren wird noch viel passieren.

Vielen Dank auch Ihnen für die Antwort.

Mir ging es auch nur darum ob ich nach aktueller Rechtslage vorgezogen 2029 gehen könnte ohne etwas dabei zu verlieren oder zu gefährden.

Aber dass haben Sie mir freundlicherweise schön erklärt.

Dass sich in 8 bis 11 Jahren die Gesetzte auch auf Grund verschiedenster Parteien die dann an der Regierung sind wieder ändern können und dieser Bestandsschutz dann auch wegfallen könnte ist mir durchaus bewusst und deswegen will und kann auch hier von den Experten keiner eine verlässliche Auskunft geben und das verstehe ich auch.

Auch dass solche Fragen bezogen auf die Zukunft die meisten hier nerven kann ich nachvollziehen.

Deswegen möchte ich mal eine umgedrehte Frage an die Profis stellen, die nichts mit der Zukunftm sondern rückschauend mit der Vergangenheit zu tun haben.

Dieser Bestandschutz wie er aktuell im Sozialgesetzbuch steht und angewandt wird, wie lange hat dieser schon Bestand, bzw. gab es in der Vergangenheit diesen Bestandschutz auch irgendwann mal noch nicht und wurde erst im Jahr...? durch diese oder jenige Regierung eingeführt?

von
Siehe hier

Zitiert von: Victoria

Dieser Bestandschutz wie er aktuell im Sozialgesetzbuch steht und angewandt wird, wie lange hat dieser schon Bestand, bzw. gab es in der Vergangenheit diesen Bestandschutz auch irgendwann mal noch nicht und wurde erst im Jahr...? durch diese oder jenige Regierung eingeführt?

Den § gibt es in dieser Version seit 2002, mit einer Änderung im Zusammenhang dem Soldatenversorgungsgesetz vom 20.8.21

https://www.buzer.de/s1.htm?a=88&g=&kurz=SGB+VI&ag=886

Experten-Antwort

Hallo victoria

zunächst erstmal, jede Rente - auch eine anschließende Rente - wird nach dem aktuellen Recht berechnet. Um bei anschließenden Renten eine Minderung zu vermeiden, gilt der Entgeltpunktebesitzschutz. Die persönlichen Entgeltpunkte der bisher bezogenen Rente sind mindestens in der folgenden Rentenberechnung zu berücksichtigen.

Die Regelung des § 88 SGB VI (Entgeltpunktebesitzschutz) wurde in dieser Form 1992 eingeführt. Sicher gab es seit dem einige Änderungen in der Vorschrift, allerdings ist das Grundprinzip erhalten geblieben.

Hinsichtlich der Möglichkeiten der Zahlung von weiteren Beiträgen sollten Sie letztlich individuell unter Berücksichtigung Ihrer bisherigen Erwerbsbiografie von einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers beraten lassen. Eine generalisierende Antwort oder individuelle Beratung zu allen Möglichkeiten ist im Rahmen dieses Forums leider nicht möglich.

von
Victoria

Zitiert von: Experte/in
Hallo victoria
Um bei anschließenden Renten eine Minderung zu vermeiden, gilt der Entgeltpunktebesitzschutz. Die persönlichen Entgeltpunkte der bisher bezogenen Rente sind mindestens in der folgenden Rentenberechnung zu berücksichtigen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben so ausführlich darüber zu schreiben.

Die persönlichen Entgeltpunkte von denen Sie schreiben und für die der Entgeltpunktebesitzschutz gilt sind dass nur die Entgeltpunkte die man selber erreicht und erarbeitet hat, oder fallen darunter auch die Entgeltpunkte die man selber nicht erreicht hat, sondern im Falle der Feststellung der Erwerbsminderung von der Rentenversicherung über die Zurechnungszeit noch zusätzlich vergütet bekommt?

von
Siehe hier

Zitiert von: Victoria
Zitiert von: Experte/in
Hallo victoria
Um bei anschließenden Renten eine Minderung zu vermeiden, gilt der Entgeltpunktebesitzschutz. Die persönlichen Entgeltpunkte der bisher bezogenen Rente sind mindestens in der folgenden Rentenberechnung zu berücksichtigen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben so ausführlich darüber zu schreiben.

Die persönlichen Entgeltpunkte von denen Sie schreiben und für die der Entgeltpunktebesitzschutz gilt sind dass nur die Entgeltpunkte die man selber erreicht und erarbeitet hat, oder fallen darunter auch die Entgeltpunkte die man selber nicht erreicht hat, sondern im Falle der Feststellung der Erwerbsminderung von der Rentenversicherung über die Zurechnungszeit noch zusätzlich vergütet bekommt?

Hallo Victoria,
ich bin zwar nicht der von Ihnen nun angesprochene 'Experte', versuche aber dennoch, es zu erklären.
Dem Besitzschutz unterliegen die persönlichen Entgeltpunkte lt. Rentenbescheid zum Beginn der (vollen) EM-Rente, auch die 'geschenkten' der Zurechnungszeit. Deshalb darf eine direkt nachfolgende (vorgezogene) Altersrente (mit oder ohne SB) nicht niedriger sein, als die bis dahin bezahlte EM-Rente.
Wenn Sie also dann im Jahr 2029 die SB-Rente beantragen würden, würde in einer Vergleichsberechnung festgestellt, wie hoch diese wäre (zu diesem Zeitpunkt hätten Sie Anspruch sowohl weiter auf die EM-Rente -dies vorausgesetzt- und gleichzeitig Anspruch auf die SB-Rente. Es wird davon nur eine Rente tatsächlich bezahlt, und zwar die höhere > §89 SGB VI).
Hier gelten dann die EP bis zu Beginn der Erwerbsminderung plus Zurechnungszeit (heißt dann Anrechnungszeit) der EM-Rente, aber nur bis 2029 (nicht mehr bis 2032). Plus evtl. Beiträge aus Nebenbeschäftigung, die höher sind, als die zugerechneten EP, was mit einer vollem EM-Rente de facto kaum möglich ist, weshalb diese sich während der Zurechnungszeit nicht wirklich auswirken.
(hier mal den Fall ausgelassen, dass Sie innerhalb der erlaubten Arbeitszeit dennoch mehr verdienen und deshalb die EM-Rente gekürzt ausbezahlt wird, das wird hier dann echt zu viel...)
Dann wird berechnet, wie hoch aus dieser Rente die notwendigen Abschläge bis zur Regelaltersrente wären. Und der bisher errechnete Betrag um diese Abschläge gekürzt.
Zu diesem Zeitpunkt wäre also Ihre SB-Rente niedriger als die bisher bezahlte EM-Rente, weil drei Jahre Zurechnung 'fehlen'.
Dann wird die Rente in der Höhe weiter bezahlt, wie die bisherige EM-Rente, weil dieses dann die höhere Rente ist.
Und dann kommt Victoria und sagt, ich habe aber noch ein paar Tausend EUR übrig und möchte die Abschläge für diese SB-Rente ausgleichen, weil ja sonst meine spätere Regelaltersrente um diese paar Prozentpunkte niedriger ist.
Diese Abschläge werden aber von 2029 bis Regelaltersrente gerechnet (s.o.). Nicht erst ab 2032. Dadurch zahlen Sie dann einen Ausgleich für EP, die Ihnen geschenkt waren, hier aber nicht berücksichtigt werden. D.h., Sie zahlen mehr, als eigentlich notwendig, um dadurch im Endeffekt zu erreichen, dass die Regelaltersrente etwas höher wäre.
Wie viel mehr das tatsächlich wäre, kann Ihnen Ihre zuständige DRV centgenau ausrechnen, ist jetzt dafür aber tatsächlich definitiv zu früh. Das veranlassen Sie dann rechtzeitig einige Monate vor dem möglichen SB-Rentenbeginn.
Wenn Sie die acht Jahre sinnvoll und zur späteren Altersversorge nutzen wollen, dann erkundigen Sie sich wirklich mal wegen der Möglichkeit einer Gehaltsumwandlung. Dann hätten Sie während der EM-Rente immer noch den erlaubten Hinzuverdienst (natürlich nur innerhalb der erlaubten Arbeitszeit!) und eine zusätzliche Rente aus dieser Direktversicherung. Diese Möglichkeit muss jeder Arbeitgeber anbieten, fragen Sie Ihren mal danach. So könnten Sie z.B. 530,00 EUR 'verdienen', wandeln davon 80 EUR um und dann ist es wieder ein Minijob. Deshalb dazu auch noch mal bei der minijobzentrale gucken/fragen.
Und was Sie mit den paar tausend EUR machen, die Sie 'übrig' haben müssten für die Ausgleichzahlung... nun denn, das überlasse ich Ihrer Fantasie. Oder gebe Ihnen meine Kontonummer??? ;-)

Einen schönen Abend und ebenso ein schönes Wochenende dann!!

Experten-Antwort

Zitiert von: Victoria
Zitiert von: Experte/in
Hallo victoria
Um bei anschließenden Renten eine Minderung zu vermeiden, gilt der Entgeltpunktebesitzschutz. Die persönlichen Entgeltpunkte der bisher bezogenen Rente sind mindestens in der folgenden Rentenberechnung zu berücksichtigen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben so ausführlich darüber zu schreiben.

Die persönlichen Entgeltpunkte von denen Sie schreiben und für die der Entgeltpunktebesitzschutz gilt sind dass nur die Entgeltpunkte die man selber erreicht und erarbeitet hat, oder fallen darunter auch die Entgeltpunkte die man selber nicht erreicht hat, sondern im Falle der Feststellung der Erwerbsminderung von der Rentenversicherung über die Zurechnungszeit noch zusätzlich vergütet bekommt?

Hallo Victoria,

um die Antwort auf Ihre Frage zum Entgeltpunktebesitzschutz noch einmal kurz zusammenzufassen: Der Besitzschutz umfasst alle berechneten persönlichen Entgeltpunkte der bisher bezogenen Rente - also auch die für die Zurechnungszeiten berücksichtigten.

Hinsichtlich der Möglichkeit einer Beitragszahlung und deren Auswirkungen oder einer parallelen Beschäftigung neben der EMRT möchte ich ergänzend nochmals darauf hinweisen, dass hier eine individuelle Beratung beim zuständigen Rentenversicherungsträger aus meiner Sicht sinnvoller sein dürfte. Umfassende, alle Möglichkeiten und Eventualitäten abdeckende Ausführungen hierzu würden leider den Rahmen des Forums sprengen und wahrscheinlich eher zur Verwirrung beitragen als zu einer zielführende Klärung der Frage beizutragen.

von
Victoria

Zitiert von: Experte/in

Hallo Victoria,

um die Antwort auf Ihre Frage zum Entgeltpunktebesitzschutz noch einmal kurz zusammenzufassen: Der Besitzschutz umfasst alle berechneten persönlichen Entgeltpunkte der bisher bezogenen Rente - also auch die für die Zurechnungszeiten berücksichtigten.

Vielen Dank noch mal für Ihre Mühe Sie haben mir sehr weitergeholfen und dass ist genau die Frage die mich am meisten interessiert hat und die habe ich jetzt zum Glück verstanden.

Alles weiter hat wirklich noch Zeit und ist jetzt erst mal unerheblich.

von
Victoria

Zitiert von: Siehe hier

Hier gelten dann die EP bis zu Beginn der Erwerbsminderung plus Zurechnungszeit (heißt dann Anrechnungszeit) der EM-Rente, aber nur bis 2029 (nicht mehr bis 2032)

Lieber Siehste hier,

auch Ihnen vielen vielen Dank, dass Sie sich so viel Zeit hier nehmen um meine Fragen zu beantworten und dann auch noch so ausführlich und so fach und sachkundig. Das finde ich wirklich großartig von Ihnen.

Sie haben mich aber mit einen Satz wieder komplett verunsichert, bzw. mich wieder zu meiner Eingangsfrage zurückgebracht.

Aber vielleicht habe ich einfach nur einen Denkfehler oder hab Ihren Satz falsch verstanden.

Deswegen auf diesen einen Satz, den ich eventuell auch nur falsch verstanden habe noch mal meine Frage.

Meine aktuellen persönlichen Entgeltpunkte für die ich diese Erwerbsminderungsrente erhalte setzen sich ja so zusammen:

Selbst erworben bis 2019
+
Zurechnungszeit (geschenkt) bis 2032 hochgerechnet
abzüglich Abschlag.

Wenn ich jetzt aber 2029 vorgezogen gehen würde, erhalte ich von den Punkten der Zurechnungszeit dann die aktuellen also die bis 2032 hochgerechneten, oder würde ich dann nur Zurechnungszeiten erhalten die bis 2029 hochgerechneten werden?

So habe ich zumindest Ihren Satz verstanden und dass würde ja dann bedeuten, dass ich bei einem vorgezogenen Beginn 2029 doch nicht die aktuellen Punkte erhalten würde.

Und darum ging es mir bei meiner Eingangsfrage wenn ich 2029 vorgezogen gehen würde, erhalte ich dann die aktuell hochgerechneten Punkte bis 2032 oder würde ich die verlieren und nur die Punkte (so wie ich Sie jetzt verstanden habe) nur bis 2029 erhalten?

Ich hoffe ich habe Sie jetzt nicht wieder verwirrt mit meiner Frage :-)

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