Betriebliche Altersvorsorge für mich ein Minusgeschäft?

von
Frau Korte

In der ARD-Sendung PlusMinus vom 15.01.2014 wurde meines Erachtens glaubhaft dargelegt, warum die betriebliche Altersvorsorge für viele Rentner ein Minusgeschäft ist.

Ich habe eine Direktversicherung abgeschlossen, die schon etwa 3 Jahre läuft und frage mich, ob ich nicht privat vorsorgen oder nicht besser riestern voll.

Bei meiner Direktversicherung muß ich davon ausgehen, daß die auflaufenden Zinsen während der Ansparphase quasi durch Sozialabgaben und Steuern in der Rente quasi aufgefressen werden. Nicht nur das, auch ein Teil des eingezahlten Geldes ist dann weg. Man hat es also hier mit einem echtem Verlustgeschäft zu tun.

Soll ich jetzt also eine andere Altersvorsorge wählen, die nicht so stark mit Sozialabgaben in der Rente belastet wird, und die Direktversicherung stilllegen (kündigen kann man sie meines Wissens nicht)?

von
Freedom

Ich bin zu dem gleichen Ergebnis wie Sie gekommen und habe meine Direktversicherung schon vor Jahren beitragsfrei gestellt.

Meiner Meinung nach ist die BAV nur ein dickes Geschäft für den Arbeitgeber, weil er die Sozialabgaben spart.
Natürlich verdienen auch die Versicherungen die da im Hintergrund mitwirken.
Bei mir war das die Allianz.

von
mialein

Denken Sie immer daran, Sie sparen nicht nur für sich, sondern vorwiegend für die Versicherung, den Staat und die Krankenkasse.
Welche Gemeinheiten sich die Politik bis zur Fälligkeit der Versicherung noch ausdenkt und dabei auch ohne Skrupel auf bestehende Verträge zugreift, kann heute niemand wissen.
Dass sie dies bei Bedarf aber tun werden, haben sie in der Vergangenheit hinreichend bewiesen.
Das Blöde ist, Sie könne darauf überhaupt nicht mehr reagieren.
Ihr Geld ist einfach weg.
Und die obersten Gerichte stehen in diesem Fall leider nicht auf der Seite der kleinen Sparer.
Also eine langfristige Altersvorsorge, bei der in keinster Weise vorausgesagt werden kann, was am Ende herauskommt und ob überhaupt etwas herauskommt, ist m.E. nicht empfehlenswert, zumal diese Anlage ständig von irgendwelchen Gesetzesänderungen bedroht ist, wenn der Staat Geld braucht.
Übrigens, ich kenne eine Frau, die hat 4 Jahre in eine Dirketversicherung eingezahlt, hat dann wegen Elternauszeit einige Jahre den Vertrag stillgelegt und dann gekündigt, weil sie nicht mehr gearbeitet hat wegen den Kindern.
Raten Sie mal, was sie dann herausbekommen hat.
Stolze Euro 9,50!!!
In dem ganzen Bereich der Altersvorsorge wird den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen, dass es nur so kracht.
Aber, alles legal.
Jeder kleine Dieb, der sich an einer Semmel vergreift wird hart bestraft, aber diese Diebe, die den Leuten Miiliarden aus der Tasche ziehen, kommen ungeschoren davon.

von
hiob

Ja, mialein

´s war schon immer so - ´s war schon immer so.....

"Wer hat, dem wird gegeben - wer nichts hat, dem wird genommen"
steht schon in der Bibel 8-)

von
Politiker

ABER IHR HABT SIE DOCH GEWÄHLT !!!!!!!
DAFÜR SOLLTEN DIE DRECKSPATZEN EUCH NOCH VIEL MEHR DAS FELL ÜBER DIE OHREN ZIEHEN !

von
Teichgräber

tue doch riestern oder privat vorsorgen.

beim Riestern mußte keine Sozialversicherungsbeiträge in der Rente bezahlen, wohl aber die Rente dann voll besteuern

wenn du privat vorsorgst, hast du in der Rente meines Wissens lediglich den Ertragsanteil der Rente zu versteuern (was ungef. den angefallenen Zinsen entspricht) und obendrein keine Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen.

Bei allen Vertragsformen mußt du aufpassen, daß dich die Versicherung nicht mit überhöhten Abschlußkosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten sowie ungünstigen Sterbetafeln übers Ohr haut.

von
Fr. Rössner

Zitiert von: Politiker

ABER IHR HABT SIE DOCH GEWÄHLT !!!!!!!
DAFÜR SOLLTEN DIE DRECKSPATZEN EUCH NOCH VIEL MEHR DAS FELL ÜBER DIE OHREN ZIEHEN !

Na ja, manche Länder oder Völker haben ihre späteren Diktatoren in freier und geheimer Wahl gewählt - insofern bezweifle ich, daß die Mehrheit in der Lage ist, sich für das für sie richtige zu entscheiden.

von
Betroffener

Ich weiß leider nicht, welche Anlageform Sie wählen sollen,
ich weiß nur, daß Sie die Direktversicherung unbedingt kündigen oder ruhen lassen sollen ( was besser ist ?? )
Denn hier zahlen Sie später nach Auszahlung noch zusätzliche Krankenkassenbeiträge, die Ihr Angespartes weiter schmälern.
Zudem kommt noch: Wer weiß was sich die Politiker bis dahin noch alles einfallen lassen?!
Bestimmt keine Entscheidungen zugunsten der Leute, die eigenverantwortlich für sich selbst sorgen wollen !!

von
Glück

Man kann auch Glück haben....
Die ganze Summe der Direktversicherung wurde ausgezahlt, als eine EM-Rente auf Dauer gewährt wurde.
Weder Steuer noch KK-Beiträge sind dabei angefallen..

von
Eigenverantwortung

Zitiert von: mialein

Denken Sie immer daran, Sie sparen nicht nur für sich, sondern vorwiegend für die Versicherung, den Staat und die Krankenkasse.
Welche Gemeinheiten sich die Politik bis zur Fälligkeit der Versicherung noch ausdenkt und dabei auch ohne Skrupel auf bestehende Verträge zugreift, kann heute niemand wissen.
Dass sie dies bei Bedarf aber tun werden, haben sie in der Vergangenheit hinreichend bewiesen.
Das Blöde ist, Sie könne darauf überhaupt nicht mehr reagieren.
Ihr Geld ist einfach weg.
Und die obersten Gerichte stehen in diesem Fall leider nicht auf der Seite der kleinen Sparer.
Also eine langfristige Altersvorsorge, bei der in keinster Weise vorausgesagt werden kann, was am Ende herauskommt und ob überhaupt etwas herauskommt, ist m.E. nicht empfehlenswert, zumal diese Anlage ständig von irgendwelchen Gesetzesänderungen bedroht ist, wenn der Staat Geld braucht.
Übrigens, ich kenne eine Frau, die hat 4 Jahre in eine Dirketversicherung eingezahlt, hat dann wegen Elternauszeit einige Jahre den Vertrag stillgelegt und dann gekündigt, weil sie nicht mehr gearbeitet hat wegen den Kindern.
Raten Sie mal, was sie dann herausbekommen hat.
Stolze Euro 9,50!!!
In dem ganzen Bereich der Altersvorsorge wird den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen, dass es nur so kracht.
Aber, alles legal.
Jeder kleine Dieb, der sich an einer Semmel vergreift wird hart bestraft, aber diese Diebe, die den Leuten Miiliarden aus der Tasche ziehen, kommen ungeschoren davon.

Auch ich habe der Politik vertraut, leider. Vielleicht erhalten die Bueger politische Aufmerksamkeit, wenn alle ihr Geld, Vermoegen unters Kopfkissen legen. Dann als Beduerftiger nichts abgenommen bekommen, evtl. Unterstuetzung bekommen und mit dem Kopfkissen aufbessern. Ja, das ist Betrug, jedoch nur politisch nachgemacht. Ich nenne es "private Zinsen".

von Experte/in Experten-Antwort

Richtig ist, dass die steuerliche Behandlung von Leistungen aus einer kapitalgedeckten Direktversicherung davon abhängt, ob und inwieweit die zugunsten dieser betrieblichen Altersversorgung geleisteten Beiträge durch eine Steuerfreiheit gefördert wurden. Leistungen, die ausschließlich auf solchen geförderten Beiträgen beruhen, unterliegen als sonstige Einkünfte in vollem Umfang der nachgelagerten Besteuerung. Ferner sind Betriebsrenten generell beitragspflichtige Einnahmen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
Eine betriebliche Altersvorsorge kann durchaus auch lohnend sein, zum Beispiel dann, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse gibt, die die Kostennachteile sowie die Nachteile hinsichtlich der Flexibilität deutlich ausgleichen.
Eine generelle Beantwortung Ihrer Frage ist nicht möglich, da es auf den jeweiligen Einzelfall ankommt.
Sollten Sie sich gegen die Fortführung der betrieblichen Altersvorsorge entscheiden, ist eine Kündigung nicht möglich, da der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer ist. Es kommt eine Beitragsfreistellung in Betracht.

von
Andreas G.

Zitiert von: mialein

Richtig ist, dass die steuerliche Behandlung von Leistungen aus einer kapitalgedeckten Direktversicherung davon abhängt, ob und inwieweit die zugunsten dieser betrieblichen Altersversorgung geleisteten Beiträge durch eine Steuerfreiheit gefördert wurden. Leistungen, die ausschließlich auf solchen geförderten Beiträgen beruhen, unterliegen als sonstige Einkünfte in vollem Umfang der nachgelagerten Besteuerung. Ferner sind Betriebsrenten generell beitragspflichtige Einnahmen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
Eine betriebliche Altersvorsorge kann durchaus auch lohnend sein, zum Beispiel dann, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse gibt, die die Kostennachteile sowie die Nachteile hinsichtlich der Flexibilität deutlich ausgleichen.
Eine generelle Beantwortung Ihrer Frage ist nicht möglich, da es auf den jeweiligen Einzelfall ankommt.
Sollten Sie sich gegen die Fortführung der betrieblichen Altersvorsorge entscheiden, ist eine Kündigung nicht möglich, da der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer ist. Es kommt eine Beitragsfreistellung in Betracht.

Schön gesagt, Experte.

Aber eines möchte ich auch sagen, wenn ich Arbeitgeber wäre, würde ich keine betriebliche Altersvorsorge empfehlen. Wenn ich sehe, daß dem Arbeitnehmer nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern noch 60 % seiner Betriebsrente verbleiben und er damit noch seine Altersrente reduziert, ist das extrem schwach.

Warum soll ich als Arbeitgeber dann noch einen Zuschuss geben, wenn ein Großteil der Betriebsrente im Endeffekt nicht beim Arbeitnehmer, sondern als Steuern und Sozialabgaben beim Staat landet? Ich will doch für meine Arbeitnehmer sorgen und nicht für den Staat!

Obendrein sind gerade die Haftungsrisiken für Arbeitgeber bei der Betriebsrente hoch, da der Arbeitgeber für die Wertgleichheit zwischen Einzahlungen und Wert der Betriebsrente haftet.

von Experte/in Experten-Antwort

Die betriebliche Altersversorgung stellt ein Bindeglied zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dar. Die Haftungsrisiken des Arbeitgebers dienen "Ihrer" Sicherheit als Arbeitnehmer.
Nicht vergessen werden sollte vor diesem Hintergrund, dass die steuerliche Belastung in der Erwerbsphase in der Regel größer ist als in der Auszahlungsphase. Die steuerliche Entlastung übersteigt somit die steuerliche Belastung.

von
Anna M.

"Nicht vergessen werden sollte vor diesem Hintergrund, dass die steuerliche Belastung in der Erwerbsphase in der Regel größer ist als in der Auszahlungsphase."

Ja, natürlich. Dafür sind aber in der Auszahlungsphase in der Regel die Einnahmen bzw. die Einkünfte auch geringer als in der Erwerbsphase. Das ist also ein Scheinargument!

von
Günther L.

Zitiert von: Andreas G.

Zitiert von: Andreas G.

Richtig ist, dass die steuerliche Behandlung von Leistungen aus einer kapitalgedeckten Direktversicherung davon abhängt, ob und inwieweit die zugunsten dieser betrieblichen Altersversorgung geleisteten Beiträge durch eine Steuerfreiheit gefördert wurden. Leistungen, die ausschließlich auf solchen geförderten Beiträgen beruhen, unterliegen als sonstige Einkünfte in vollem Umfang der nachgelagerten Besteuerung. Ferner sind Betriebsrenten generell beitragspflichtige Einnahmen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
Eine betriebliche Altersvorsorge kann durchaus auch lohnend sein, zum Beispiel dann, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse gibt, die die Kostennachteile sowie die Nachteile hinsichtlich der Flexibilität deutlich ausgleichen.
Eine generelle Beantwortung Ihrer Frage ist nicht möglich, da es auf den jeweiligen Einzelfall ankommt.
Sollten Sie sich gegen die Fortführung der betrieblichen Altersvorsorge entscheiden, ist eine Kündigung nicht möglich, da der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer ist. Es kommt eine Beitragsfreistellung in Betracht.

Schön gesagt, Experte.

Aber eines möchte ich auch sagen, wenn ich Arbeitgeber wäre, würde ich keine betriebliche Altersvorsorge empfehlen. Wenn ich sehe, daß dem Arbeitnehmer nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern noch 60 % seiner Betriebsrente verbleiben und er damit noch seine Altersrente reduziert, ist das extrem schwach.

Warum soll ich als Arbeitgeber dann noch einen Zuschuss geben, wenn ein Großteil der Betriebsrente im Endeffekt nicht beim Arbeitnehmer, sondern als Steuern und Sozialabgaben beim Staat landet? Ich will doch für meine Arbeitnehmer sorgen und nicht für den Staat!

Obendrein sind gerade die Haftungsrisiken für Arbeitgeber bei der Betriebsrente hoch, da der Arbeitgeber für die Wertgleichheit zwischen Einzahlungen und Wert der Betriebsrente haftet.

Ja, die Botschaft hör ich wohl:

Die Interessen bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind bei der Betriebsrente weitgehend gleichgerichtet: Weg von der Betriebsrente hin zu für Arbeitnehmer und Arbeitgeber günstigeren Form der Altersvorsorge.